Manga Reviews

This page displays all manga reviews from our members in the order in which they have been published.

Anime Reviews

Hayama-sensei to Terano-sensei wa Tsukiatteiru

Avatar: CipherDood#1
Our Teachers are Dating! ist eine fluffig, süße Rom-Com über zwei Lehrer welche sich entschließen miteinander auszugehen und sich lieben lernen. Wir erleben die beiden in ihrem Alltag mit ihren Kollegen und Kolleginnen, sowie Privat wenn die Beiden ausgehen. Dabei ist der Manga absolut Konfliktfrei. Alle Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Beiden und feuern sie förmlich an.

Asuka Hayama ist Sportlehrerin und Klassenleiterin. Sie ist meist sehr zurückhaltend, förmlich und höfflich allen gegenüber. Saki Terano ist Biologie Lehrerin und die Vertretung von Hayama als Klassenleiterin. Terano ist sehr fröhlich, lebendig und aufgeweckt. Ihre Kindliche Art lässt einen oft vergessen, dass sie eigentlich Lehrerin und keine Schülerin ist.
Der Manga beginnt als die Beiden sich dazu entschlossen haben miteinander auszugehen. Ihre beiden älteren Kolleginnen Elena Miyazawa und Rui Bandou, beide Englisch Lehrerinnen, freuen sich sehr für die Beiden als sie dies erfahren. Die Beiden machten schon lange den Eindruck als würden sie nur drauf warten, dass endlich eine den ersten Schritt macht. Miyazawa und Bandou wollen natürlich alles tun um ihre jungen Kolleginnen zu unterstützen.
Auch die Schülerinnen der Beiden unterstützen sie und feuern sie tatkräftig an.

Wir erleben fortan die Beiden in ihrem Alltag und Privat während sie sich stetig näher kommen und lieben lernen. Dabei ist ihr Alltag oft sehr Humorvoll und lustig dargestellt. Jedoch trotz des humorvollen Charakters des Manga kommt die Liebe und Erotik nicht zu kurz. Die Beiden sind Erwachsene auch wenn sie sich oft in Liebesdingen so ungeschickt wie ihre Schülerinnen benehmen. Manche Szenen der Mangaka waren so stilvoll, dass ich dachte die könnte man auch so Einrahmen und an die Wand hängen.
Beispiele aus Band 1 recht früh:
Beispiel1

Beispiele 2
Auch Sex spielt natürlich eine Rolle. Welcher unerwartet detailliert aber auch sehr ästhetisch und schön dargestellt wird.

Der gelassene Slice-of-life Charakter des Werkes ist natürlich nicht für Jeden das Richtige. Mir hat aber die stetige Entwicklung der Beziehung ohne große Wirren oder Umwege sehr gut gefallen. Der Manga erreicht was sich die Autorin vom Werk gewünscht hat, er stimmt einen jedesmal fröhlich und glücklich wenn man diesen Beiden sympathischen Liebenden beiwohnt. Die Autorin hat selbst einmal in einem kleinen Sketch erklärt warum sie sich dazu entschieden hatte den Manga so zu gestalten:
The making of Haya-Tera - Regarding all the fluff
Sie musste zu Beginn ihrer Karriere feststellen, wie viele Schattenseiten das wirkliche Leben hat und wollte fortan Geschichten erzählen bei denen die Menschen abschalten können davon und sich glücklich fühlen.

Ich bin gespannt wenn dann wohl im September der 4. und vermutlich letzte Band erscheint. Der Manga kann digital bei Amazon und natürlich auch Physisch bei verschiedenen Händlern auf Englisch erworben werden.

Ich hoffe meine erste Rezension für einen Manga findet Gefallen und ich hoffe Inhalt und Umfang sind passend.

Vielen Dank fürs Lesen.
Post was last edited on 16.04.2021 um 09:06.
    • ×2
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Sayonara Game

Avatar: Licalyro#2
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Emotionen
  • Erotik
"Sayonara Game" stammt aus der Feder von Yuu Minaduki, die unter anderem für die Miniserie "Love Nest" verantwortlich ist. Gut, dass ich das vor dem Kauf dieses Mangas nicht wusste, denn als ich das auf dem Buchrücken gelesen habe, hätte ich den Manga beinahe wieder ungelesen aus der Hand gelegt. "Love Nest" hat mir nämlich überhaupt nicht gefallen. Zum Glück habe das nicht getan, sonst wäre mir diese einfühlsame, sehr realistisch gehaltene Story entgangen.

Ikuo ist verzweifelt: Seine kleine Schwester Nana interessiert sich überhaupt nicht fürs Lernen, obwohl bald die Uni-Aufnahmeprüfungen beginnen! Da sie sich weigert, eine Nachhilfeschule zu besuchen, organisiert er dem verwöhnten Mädchen einen Privatlehrer. Dieser muss jedoch bereits nach kurzer Zeit seinen Job aus persönlichen Gründen aufgeben, bringt aber Ersatz mit und zwar in Form seines höchst attraktiven Kumpels Yosuke. Auf einmal hat die kleine Schwester wieder Lust zu lernen, denn sie hofft auf ein Date mit Yosuke. Doch der hat nur Augen für Ikuo, den er bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit im selben Baseballclub mag. Zu seiner großen Überraschung frat Ikuo ihn nach einiger Zeit tatsächlich, ob sie nicht zusammen sein wollen. Allerdings vermutet er bald schon, dass Ikuo nur mit ihm zusammen sein will, weil er Yosukes Gefühle spiegelt. Ikuo denkt zunächst, dass es durchaus stimmen könnte, da er vorher noch nie an einem Mann interessiert war. Doch seine Beziehungen waren auch immer nur sehr oberflächlich, deswegen verwirren ihn die tiefen Gefühle, die er plötzlich für den jüngeren Mann empfindet. Schaffen die beiden es, einen Weg zueinander zu finden?

Das Erzältempo dieses Mangas ist ziemlich langsam. Darauf muss man sich beim Lesen einstellen. Es gibt auf beiden Seiten eine bemerkenswerte Charakterentwicklung, aber die braucht Zeit. Und die nimmt sich Yuu Minaduki auch. Vor allem der viel zu gutmütige "Yes-Man" Ikuo muss lernen, für das, was er will, einzustehen, was ihm nicht leicht fällt. Die höfliche Gleichgültigkeit, hinter der er sich versteckt, durchschaut Yosuke sofort und fordert ihn dazu heraus, sich darüber klar zu werden, was er überhaupt will. Aber auch der jüngere Mann stellt fest, dass eine Beziehung viel Arbeit bedeutet, vor allem wenn der Partner sich so schwer damit tut, seine Gefühle auszudrücken. Ein bisschen genervt hat mich Ikuos kleine Schwester, Nana, die mit ihrer Eifersucht und ihrem bockigen Verhalten unnötige Probleme heraufbeschwört. Aber auch die lassen sich natürlich lösen.
Die Story hat mich mit ihrer emotionalen Tiefe überrascht, auch wenn handlungstechnisch nicht allzu viel passiert. Die Charaktere und deren Entwicklung steht eindeutig im Vordergrund.
Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, vor allem die Gesichtsausdrücke sind prima gelungen.
Insgesamt habe ich den Manga gerne gelesen, obwohl der Spannungsaufbau auf Kosten der Gefühlsduseleien etwas zu kurz kam.
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Shy

Avatar: Ojisan#3
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
Als der erste Band von "Shy" angekündigt wurde, war ich sehr gespannt. Eine Geschichte über Superhelden, die aber offenbar nicht den üblichen Mustern folgt, klang total spannend und neu. Vorab: die Erwartung wurde nicht wirklich enttäuscht, aber auch nicht wirklich komplett erfüllt.

In der Welt von "Shy" sind durch nicht näher bekannte Ursachen sogenannte "Helden" auf der Erde aufgetaucht, die allen Kriegen ein Ende bereitet haben. Aus ebenso unbekannten Gründen gibt es in jeder Nation offenbar nur einen Helden (oder eine Heldin). Koordiniert werden die Helden von einem Wesen namens Unilord (hinter einem Schleier nicht erkennbar, ob Mensch oder Alien), das in einer Raumstation wohnt. Im täglichen Leben sind die Helden sehr unterschiedlich: während z.B der Englische Held ein Rockstar ist und die Russische Heldin eine junge Frau mit großer Zuneigung zu Wodka, ist die japanische Heldin eine 14-jährige Schülerin, die so schüchtern ist, dass sie sich nach öffentlichen Auftritten in einen Papierkorb übergeben muss. Dieses Setting ist aus meiner Sicht erfrischend neu im Superhelden-Comic-Universum.

Im ersten Band wird die Geschichte entwickelt, und es geht schnell zur Sache. Shy rettet die Passagiere einer Achterbahn - mit Ausnahme eines Mädchens, das dabei schwer verletzt wird. In der anschliessenden Schmutzkampagne der Medien verliert Shy ihr Selbstvertrauen. Nun ist es Zeit für den Auftritt des Bösewichtes, ohne den keine Superhelden-Story auskommt. Auch der ist hier anders als gewohnt: ein Junge, der die Welt (aus seiner Sicht zum Besseren) verändern will. Genauso wie die Helden hier nicht typisch heldenhaft sind, sind die Bösen hier eigentlich nicht im Kern böse. Jedenfalls wird (sehr verkürzt) das oben verletzte Mädchen angegriffen, von Shy gerettet, und die beiden werden beste Freundinnen und später sogar Klassenkameradinnen.

Dieses Muster setzt sich in den nächsten vier Bänden fort, die ich bisher gelesen habe: sowohl die Guten als auch die Bösen werden mehr (es kommen weitere bösen Gehilfen dazu, und auch weitere Helden, z.B. aus Deutschland, der Schweiz, China, ...). Die Geschichten wechseln zwischen eher gefühlvollen Episoden aus dem Leben von Mittelschülerinnen und leider manchmal zu langen Kampfszenen. Das ganze eingebettet in Hintergrundstories über die Helden (z.B. über die Russische Heldin, oder eine Ninja Prinzessin). Eine böse Gehilfin ist sogar ... aber stop: kein Spoiler :-). Am Ende gibt es meist keine ernsthaft Verletzten, und die Krankenschwester-Heldin aus der Schweiz ist auch zur Stelle. Das hätte man etwas ernster und dunkler gestalten können. Trotzdem finde ich die Story recht amüsant, wenn auch wenig tiefgreifend.

Eine Seitenbemerkung: das japanische Original (bislang sieben Bände veröffentlicht) ist in einer recht einfachen Sprache geschrieben und hat Furigana. Daher kann man "Shy" schon mit einem JLPT N4 Niveau relativ gut lesen, ohne ständig an Vokabeln oder Kanji hängenzubleiben (im Gegensatz z.B. zu "Weathering with You", das ich sprachlich sehr anspruchsvoll finde, und dessen Zielpublikum offenbar ohne Furigana auskommt).
    • ×1
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Kayou, 25-ji no Koibito

Avatar: Licalyro#4
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Erotik
"Rendezvous um 25 Uhr" ist der erste Manga, der von Mangaka Sakuhiro erschienen ist.
In der Geschichte sieht Kellner Tori seinen früheren Chef Misumi auf einem Sommerfest wieder. Auf dem Nachhauseweg rettet Tori den anderen Mann, der von einem schmierigen Typen bedrängt wird, der ihn offensichtlich für einen Callboy hält. Sie unterhalten sich und Tori erfährt, dass Misumi arbeitslos ist und an Geldnot leidet. Also bietet er kurzerhand an, den älteren Mann dafür zu bezahlen, wenn sie die Nacht zusammen verbringen. Daraufhin treffen sie sich immer Dienstags zur "fünfundzwanzigsten Stunde", um miteinander zu schlafen. Tori will eigentlich mehr von Misumi, der gibt ihm jedoch deutlich zu verstehen, dass er kein Interesse an einer Beziehung hat. Außerdem bekommt er immer merkwürdige Anrufe von einem anderen Mann. Bald schon trifft Tori diesen Kerl auch noch auf der Arbeit wieder - als seinen neuen Chef! Was verbindet ihn mit Misumi und wie kann Tori seinen Liebsten überreden, doch fest mit ihm zusammen zu sein?

In dem Mangaband gibt es noch eine weitere, superkurze Geschichte, "My Dear Hands". Die beiden früheren Schulfreunde Kazumi und Sho standen sich immer sehr nah, bis ersterer, der schon lange in Sho verliebt war, ihn eines Abends recht rabiat verführt. Danach geht Sho auf Abstand, was Nagelstylist Kazumi sehr traurig macht. Kann sein früherer Freund ihn wirklich nicht mehr leiden oder steckt etwas anderes dahinter?

Beide Geschichten handeln von einer unerwidert geglaubten Liebe. Bei der titelgebenden Geschichte fühlt sich Tori schon lange zu Misumi hingezogen, in dem er zu Beginn seines Jobs eine Art Mentor sah. Trotzdem fällt er bei der ersten Gelegenheit direkt über ihn her, obwohl Misumi nicht einmal klar gesagt hat, ob er überhaupt schon mal mit einem Mann zusammen war. Diese ungestüme Art zieht sich durch die gesamte Geschichte und lässt Tori nicht unbedingt sympathisch erscheinen. Außerdem erfährt man so gut wie nichts über seine Vergangenheit und der Charakter an sich bleibt recht flach. Was bei Tori versäumt wurde, bekommt bei Misumi dafür eine umso größere Bühne. Über ihn erfahren wir als Leser eine ganze Menge, nur ergibt das, was man liest, nicht immer viel Sinn. Am Ende der Haupthandlung war ich etwas verwirrt, weil mir die Erklärung für die Veränderung von Misumis Verhalten etwas merkwürdig vorkam.
Handlungstechnisch... Naja. An sich klang die Inhaltsbeschreibung nicht schlecht, aber die Erzählung an sich wirkt recht holprig. Ständig gibt es Brüche im Plot, vor allem bedingt durch Misumis irrationales Verhalten, was mich etwas verwirrt hat. Außerdem ging mir Tori auf die Nerven mit seiner schlichten Art. Mehrere Male saß ich kopfschüttelnd da und musste mir überlegen, ob ich überhaupt noch weiterlesen will.
Bei der zweiten Geschichte war es sogar noch schlimmer. Gut, sie war auch deutlich kürzer aber auch hier machte das Verhalten der Protagonisten keinen Sinn.
Das Design der Charaktere war in Ordnung, dafür wurde beim Zeitpunkt der der Hintergründe gespart und zwar so sehr, dass sie in vielen Szenen einfach nicht existieren.
Insgesamt hat sich der Manga für mich nicht gelohnt. Der Plot hetzt durch die Seiten, die Charaktere treffen verwirrende Entscheidungen und die Zeichnungen waren auch nichts Besonderes. Zudem war der Band mit gerade mal 156 Seiten recht dünn und dafür ziemlich teuer. Da gibt es im BL-Genre bessere Mangas.
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Kokoro ga Sakebitagatterunda.

Avatar: Licalyro#5
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Emotionen
  • Dramatik
Die vierbändige Mangareihe "The Anthem of the Heart" ist die Adaption eines Anime-Films und wurde von Makoto Akui, einer früheren Assistentin Shinobu Ohtakas (u. a. Schöpferin der Reihe "Magi - Labyrinth of Magic") gezeichnet.

Ein Prinz. Eine Prinzessin. Ein Mädchen. Ein Ei.
Das sind die Protagonisten eines Musicals, das eine Schulklasse bei einem Regionalaustausch vorstellen will. Also, eigentlich überredet der übermotivierte Klassenlehrer seine per Los ausgewählten Organisatoren dazu, dass sie das wollen. Zu Beginn der Geschichte sind die vier Auserwählten nämlich noch gar nicht von der Idee überzeugt. Das Los hätte wohl auch kaum ungeeignetere Kandidaten für diese Aufgabe treffen können.
Takumi Sakagamis Leben plätschert ruhig vor sich hin. Nach der Scheidung seiner Eltern lebt er bei seinen Großeltern und er bemüht sich, nicht großartig aufzufallen, ist dabei aber nicht sehr aufrichtig. Er liebt Musik, besonders Musicals. Früher war er kurz mit Natsuki Nito zusammen, doch als sie ihn vor ihren Freundinnen verleugnet, endet die Beziehung rasch.
Diese wiederum bereut es, wie sie mit Takumi umgesprungen ist, denn sie mochte ihn damals wie heute sehr gerne. Mittlerweile ist Natsuki Leiterin der Cheerleader-AG und hat auch ohne die zusätzliche Arbeit im Organisationsteam jede Menge zu tun.
Dasselbe kann man von Daiki Tasaki nicht behaupten. Eigentlich ist er das Ass der Baseball-AG, doch verletzungsbedingt darf er momentan nicht mitspielen. Seine freie Zeit nutzt er dafür, seinen Frust darüber an seinen Teamkameraden auszulassen und ihnen beim Training auf die Nerven zu gehen, obwohl er eigentlich nur helfen möchte.
Die einzige, die nicht allzu lange braucht, um sich für die Idee zu begeistern, ist Jun Naruse. Nachdem ihre unbedachten Worte dazu führten, dass die Ehe ihrer Eltern in die Brüche ging, hörte sie auf zu sprechen und wird ständig von einem Ei verfolgt, von dem sie glaubt, es habe ein Fluch auf sie gelegt, der sie am Reden hindert.
Zusammen müssen diese vier grundverschiedenen Jugendliche nicht nur das Musical organisieren (und schreiben!), sondern sich auch mit ihren eigenen Problemen und denen ihrer Mitstreiter befassen.

"Sie haben sie in einen Tresor im Herzen gesperrt... Die Gefühle, über die sie mit keinem sprechen können. Ihr 'wahres Ich', das sie niemandem zeigen können, zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. Aber eigentlich wollen sie ihre Gefühle in die Welt hinausschreien..."
Ich kenne den Film nicht, sondern habe nur den Manga mit stetig wachsender Begeisterung gelesen. Normalerweise lasse ich die Finger von Titeln, die unter dem Label "Slice of Life" laufen, weil ich die meistens nicht so spannend finde. Hier war das Ganze ein bisschen anders. Der Einstieg in die Story war mir etwas zu abrupt, weil alle vier Hauptcharaktere hintereinander weg auf wenigen Seiten eingeführt werden. Danach wird den gesamten ersten Band über in Rückblicken die Vergangenheit der Hauptcharaktere geschildert. Somit beginnt die eigentliche Handlung erst im zweiten Band. Ehrlich gesagt, hab ich mir den nur gekauft, weil ich wissen wollte, wie es mit Jun weitergeht, die mir mit Abstand am sympathischsten war. Jetzt, nachdem ich alle vier Bände gelesen habe, bin ich sehr glücklich, dass mein erster Eindruck nicht stimmte.
Das Thema dieses Mangas ist Mut. Anfangs fehlt dieser allen Vieren. Keiner von ihnen schafft es, zu seinen Gefühlen zu stehen und ehrlich zu sein, am wenigsten zu sich selbst. Doch im Laufe der Geschichte verändert sich ihre Einstellung zum Leben und dadurch schaffen sie es, Selbstvertrauen zu gewinnen - und sich ihre eigenen Fehler einzugestehen. Takumi lernt, dass es wichtig ist, zu seiner Meinung zu stehen, Natsuki merkt, dass es wichtigere Dinge gibt, als immer nur auf das zu hören, was die Anderen sagen. Daiki merkt, dass seine rohe Art nicht gut bei seinen Mitmenschen ankommt und Jun fängt nicht nur an zu sprechen, sondern ihre Gefühle hinaus in die Welt hinauszuschreien!
Als kleiner Randkommentar: Obwohl es auch um ein personifiziertes Ei geht, hat diese Geschichte keine wirklichen Fantasy-Elemente. Zu Beginn des Mangas hat mich das blöde Ding etwas aus der Bahn geworfen, aber es zieht sich wie ein roter Faden nicht nur durch Juns Geschichte, deswegen war es für die Handlung wichtig.
Die Zeichnungen sind schön anzusehen und das Charakterdesign einprägsam.
Insgesamt hat mir die kurze Serie unglaublich gut gefallen. Die Charakterentwicklung stand eindeutig im Vordergrund und wurde wirklich gut umgesetzt. Am Ende gab es sogar die eine oder andere Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Schade, dass nach vier Bänden schon wieder alles vorbei ist.
    • ×1
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Grimms Manga

Avatar: AruPrincess#6
Da ich Märchen wirklich sehr gerne habe , musste ich mir also auch die Manga-Reihe zulegen. Märchen mal anders, denn die Märchen sind nicht ganz so wie man sie aus dem Original kennt.
Ich kannte selbst nicht alle Märchen, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Man merkt dann einfach nicht, was anders ist als im Original. Das macht die Geschichten aber nicht weniger interessant und amüsant.

Die Märchen sind fast immer (bis auf 2 Ausnahmen) innerhalb eines Kapitels erzählt und völlig unabhängig voneinander lesbar. Bei manchen hätte ich mir gewünscht, dass sie ein paar Seiten mehr bekomme hätten... Aber vielleicht liegt das auch nur an meiner Vorliebe für diese Märchen. Die eingebrachten Ideen mag ich aber echt gerne, vor allem bei den mir bereits bekannten Geschichten hat es oft zu einem Schmunzeln geführt.

Die Charaktere sind immer sehr liebevoll und detailreich gezeichnet. Aber da es hier wie in den "normalen" Märchen gehandhabt wird, haben sie meist keinen sehr ausgefeilten Charakter, sondern stellen eine bestimmte Eigenschaft sehr klar zur Schau. Wer Märchen mag, den wird das auch nicht stören.

Die Zeichnungen haben mich am Anfang echt überwältigt. Sehr viele Details und sehr viele Kleinigkeiten, die man entdecken kann. Auch die Anordnung der einzelnen Zeichnungen war manchmal etwas überfordernd, sie gingen irgendwie ineinander über, ohne dass man gemerkt hat, wo die neue anfängt. Aber man gewöhnt sich dran, auch wenn man wirklich etwas langsamer machen muss beim Lesen, da man sonst wirklich einiges verpassen kann.

Insgesamt also eine schöne Kurzreihe, die einen nochmal in die Zeit zurückversetzt, in der man gerne Märchen gelesen hat (oder sie von jemandem vorgelesen bekam).
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
1× Recommendations received

Midnight Rain

Avatar: Licalyro#7
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Tough Love
  • Erotik
"Midnight Rain" ist der zweite Einzelband von CTK, der in Deutschland erschienen ist. Wie schon der erste Manga "On Doorstep" ist der Schauplatz in einer amerikanischen Großstadt angesiedelt. Ethan, einer unserer Protagonisten, wohnt bereits seit längerer Zeit in ärmlichen Verhältnissen. Da er die hohen Spielschulden seines verstorbenen Vaters abbezahlen muss, befindet er sich in einer ausweglosen Situation. Eines Abends beobachtet er aus dem Fenster seiner Wohnung, wie ein Mann auf offener Straße zusammengeschlagen wird. Wenig später treffen sie zufällig in einem Waschsalon aufeinander, doch obwohl Ethan sich Mühe gibt, ein Gespräch zu beginnen, bleibt der Fremde abweisend. Trotzdem scheint das kurze Gespräch etwas in dem anderen Mann berührt zu haben, denn bald schon taucht er schwer verletzt vor Ethans Haustür auf. Er stellt sich als Mike vor und das holprige Zusammenleben der beiden einsamen Wölfe beginnt.

"Nachts sind alle Kerle rau."
Dieser Satz steht hinten auf dem Buchrücken und er fasst den Inhalt des Mangas ganz gut zusammen. Sowohl Ethan als auch Mike sind raue Typen, bei denen auch schon mal die Fäuste fliegen (auch untereinander!). Selbst die körperliche Annäherung der beiden Protagonisten geschieht zunächst unter fraglichen Bedingungen. Bis die beiden sich eingestehen, so etwas wie Gefühle füreinander zu haben, ist die Geschichte beinahe schon vorbei. Vor allem Mike schlägt lieber direkt zu, als sich mit solchen lästigen Dingen zu beschäftigen. Im Lauf der Erzählung wird er langsam sympathischer, obwohl man so gut wie gar nichts über ihn erfährt, im Gegensatz zu Ethan, dessen Vergangenheit ebenso gezeigt wird wie die verschiedenen Schichten seiner Persönlichkeit. Ihn fand ich wirklich interessant und konnte sein Handeln nachvollziehen.
Die Geschichte beginnt sehr düster und der Titel "Midnight Rain" gibt sehr eindrucksvoll die Stimmung wieder, die in ihr transportiert wird. Im Verlauf wird sie dann hoffnungsvoller, was vor allem an Ethans zwischenzeitlich recht fröhlicher Art liegt. Dabei passiert nach dem Treffen der beiden Protagonisten gar nicht mehr allzu viel. Hauptsächlich wird ihr Zusammenleben gezeigt und ihre Konflikte miteinander.
Besonders gut haben mir die Zeichnungen des Mangas gefallen. Sie sind sehr detailliert, ohne dabei Dinge zu beschönigen. Weder Ethan noch Mike sind besonders hübsch, doch ihr Design ist unverwechselbar.
Leider hat das nicht gereicht, um mich vollends von dem Manga zu überzeugen. Das, was man über die Charaktere erfährt, ist schon spannend, aber für mich letztendlich zu wenig, um daraus eine gute Story zu stricken. Es passiert einfach viel zu wenig, was die Charaktere zusammenschweißen könnte. Und obwohl ich es gut fand, auch mal zwei große, starke Kerle zu sehen, die sich zueinander hingezogen fühlen, hat mich ihr unangemessenes Verhalten zueinander am Anfang sehr genervt. Schlecht war der Manga also nicht, aber ich weiß nicht, ob ich ihn noch einmal lesen werde.
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Akuma no Ichigo

Avatar: Licalyro#8
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Kawaii-Faktor
"Verrückt nach Erdbeere" ist der insgesamt zehnte Mangaband, den die Zeichnerin Kayoru in Japan veröffentlicht hat.
In der Geschichte geht es um das schüchterne Mädchen Ichigo, das nach dem Tod ihres Vaters die Familienkasse aufbessern will und über eine Website ihre selbstgeschneiderten, supersüßen Kleider verkauft. Ihr Vater brachte ihr einst das Nähen bei und seine Leidenschaft lebt in ihr weiter. Sie hat sogar einen Fan mit dem Decknamen "CAT", der all ihre Kreationen sofort kauft. Dieser Fan schenkt ihr zum Geburtstag einen Laden, den sie mit ihren Kleidern füllen soll. Ichigo ist begeistert und macht sich an die Arbeit. Unterstützung erhält sie unerwarteterweise von Kengo, einem Klassenkameraden, der einen sehr schlechten Ruf hat. Es heißt, er sei ein Rowdie und mit seiner rauen Art eckt er häufig an. Trotzdem unterstützt er Ichigo, so gut es geht. Doch je näher sie sich kommen, umso weniger versteht sie, warum Kengo ihr überhaupt hilft. Die Antwort darauf liegt in der Vergangenheit, an die Ichigo sich nicht mehr wirklich erinnern kann...

Kayoru schafft es immer wieder, wunderschöne Einzelbände zu zeichnen. Manchmal gefallen mir die Geschichten (oder besser gesagt, die männlichen Hauptcharaktere) nicht so gut, aber hier war das nicht der Fall. Kengo war zwar etwas verschlossen, aber nicht so arrogant wie manch andere Kayoru-Jungs. Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso besser versteht man seine Beweggründe. Außerdem scheut er sich nicht, seine Gefühle hin und wieder zu zeigen, was ihn sehr sympathisch macht.
Doch der Star dieser Geschichte ist eindeutig Ichigo. Mit ihrer schüchternen, dabei aber nicht zu unterwürfigen Art zieht sie die Leser schnell in ihren Bann. Zu Beginn der Geschichte traut sie sich noch nicht allzu viel zu, doch mit der Zeit entdeckt sie ihre innere Stärke (und die Tatsache, dass sie durchaus süße Kleider tragen kann!). Sie gewinnt an Selbstvertrauen und ihre Veränderung zu beobachten war sehr ermutigend.
Die Story an sich war nicht übermäßig komplex oder mit überraschenden Wendungen gespickt, aber unterhaltsam genug, sodass ich mich nicht gelangweilt habe.
Besondere Erwähnung verdienen die wundervollen Zeichnungen von Kayoru, mit denen diese Geschichte zum Leben erweckt wurde. Durch den Plot vorgegeben gab es viele Szenen, in denen hübsche Kleider mit zahllosen Rüschen, Schleifchen und Co. vorkamen. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, die ganzen Details anzusehen, bei denen sich die Zeichnerin wirklich viel Mühe gegeben hat. In einem Randkommentar entschuldigt sie sich sogar bei ihren Assistenten, weil sie ihnen so viel Arbeit mit den ganzen Kleidern gemacht hat.
"Verrückt nach Erdbeere" ist ein wirklich hübscher Manga mit sympathischen Charakteren und wirklich tollen Zeichnungen, den ich jederzeit weiterempfehlen würde.
    • ×1
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Saigo no Seifuku

Avatar: Ixs
VIP
#9
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Yuri
The Last Uniform“ ist ein dreibändiger Manga von Mera Hakamada, der ursprünglich im Jahr 2004 veröffentlicht wurde. Die ersten beiden Bände lizenzierte Seven Seas Entertainment auf Englisch, aber anscheinend verkauften sich der Manga nicht allzu gut, um die Übersetzung des dritten Bandes auch noch zu rechtfertigen.

Die Handlung des Mangas spielt an der Camellia Hill High School und dreht sich um das Leben mehrerer Mädchen, die dort im Wohnheim leben. Die japanische Version des Mangas hatte ursprünglich den Untertitel „Our Last Season“ (auf Englisch), der den übersetzten Titel in einen Kontext bringt: Dies ist die Chronik des letzten gemeinsamen Schuljahres der Mädchen.

Die vier Hauptfiguren – Ai, Fuuko, Tsumugi und Beniko – teilen sich Zimmer. Ai mit Fuuko und Tsumugi mit Beniko. Sie sind auch gleichzeitig die Hauptpaare der Serie, obwohl sich ihre Beziehungen unterschiedlich schnell entwickeln.

Ai ist die angebliche Protagonistin des Mangas. Sie ist pflichtbewusst und ernst und übernimmt in ihrer Beziehung zu Fuuko die Rolle des vorsichtigen Regel-Durchsetzers, der normalerweise die Gefühle anderer Menschen nicht wahrnimmt. Als ihnen eine neue Mitbewohnerin zugewiesen wird, wird Ai äußerst eifersüchtig auf jede Aufmerksamkeit (auch unschuldig), die Fuuko dem neuen Mädchen schenkt. Aufgrund dieser Entwicklung beginnt Ai, ihre wahren Gefühle für ihre Freundin zu verstehen.

Tsumugi und Beniko sind das andere zentrale Paar in der Serie. Tsumugi ist ein widerborstiger Wildfang und Beniko ist selbstbewusst und elegant und wird von vielen jüngeren Klassenkameradinnen verehrt. Ich halte Tsumugis Gefühle für die am besten entwickelte und zuordenbare aller Charaktere. Sie weiß, dass sie in Beniko verliebt ist, aber sie weiß nicht, was sie dagegen tun soll, und manchmal verhält sie sich auch dann so, wenn sie weiß, dass sie das Gegenteil tun sollte. An der Oberfläche scheint Beniko die einzige zu sein, die ihre Gefühle ohne Verlegenheit aussprechen kann, aber in den frühen Kapiteln wird klar, dass die Dinge, die sie sagt, überhaupt nichts über sie verraten.

Weitere wichtige Nebencharaktere sind Anzu, Ai und Fuukos neue Mitbewohnerin. Kimiko, ein anderer Schülerin aus dem Wohnheim. Asagi, ein reiche Schülerin, die von Beniko besessen ist. Und Tamami, Asagis Freundin und Amateurautorin von Lesbenliteratur. Sie machen die Liebesdreiecke zu komplexeren Polyedern, aber die Mädchen hüpfen nicht zwischen Beziehungen herum. Es gibt ein kurze Episode mit einem Jungen, der sich für Fuuko interessiert, aber ansonsten gibt es keine wirkliche Frage, wer wen mag – es ist nur eine Frage, ob sie es schaffen zusammenzukommen.

Das Artwork ist einfach und schnörkellos und verbessert sich im Laufe der Serie definitiv. Es gibt schon früh einige ablenkende Fehler, wie rückwärts gerichtete Hände und ähnliches, aber ich fand es größtenteils charmant und ausdrucksstark.

Die Romanzen werden sehr locker behandelt und es gibt nur ein Minimum an „Standard-Yuri“, wofür ich „The Last Uniform“ sehr schätze. Die Geschichte handelt wirklich von den Charakteren und ihren Beziehungen und nicht von der Erwartung der „verbotenen Liebe“. Das ist etwas was ich als ziemlich selten empfinde.
    • ×3
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Yuri Gurashi

Avatar: Ixs
VIP
#10
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Yuri
Die ersten „Yuri“-Magazine brachten Anfang der 2000er Jahre bedeutende Veränderung und Innovationen für das Genre. Sie wurden veröffentlicht und enthielten Geschichten, die die Grenzen des Schulzimmers sprengten und es den Schöpfern ermöglichten, echte lesbische Frauen zu zeigen, die in einer realistischen Welt leben. Zu diesen Werken gehört das legendäre „The Conditions of Paradise “. Aufgrund des Internets fanden viele dieser Werke ein Publikum. KurukuruhimesYuri Life“ ist absolut ein Produkt seiner Zeit. Es handelt sich um einen Sammelband mit Kurzgeschichten, die der Autor ursprünglich auf Pixiv und in sozialen Medien hochgeladen hat. Es zeigt (hauptsächlich) erwachsene lesbische Frauen in realistischen Beziehungen zueinander.

Yuri Life“ zeigt zehn verschiedene Paare. Jedes dieser Paare lebt miteinander und die Serie begleitet sie während ihres gesamten Alltags. Es geht nur um das Zusammenleben. Einige der Geschichten sind extrem kurz. Was man erwarten kann, wenn man bedenkt, dass die Kurzgeschichten ursprünglich online veröffentlicht wurden. Wenn Geschichten jedoch so kurz sind, müssen sie hoch konzentriert sein und „Yuri Life“ schafft dies. Einige der Erzählungen sind nur Interaktionen von jemandem, der für seine Partnerin kocht oder ihr sagt: „Ich liebe dich.“ Diese Geschichten sind einfach, aber trotzdem unterhaltsam.

Gelegentlich haben Kapiteln in „Yuri Life“ aussagekräftigere Inhalte und Konflikte. Beispiele sind eine Frau, die eifersüchtig wird, weil der Job ihrer Partnerin zu viel Aufmerksamkeit bekommt oder eine andere, die sich darüber ärgert, dass ihre Freundin häufig wegen der Arbeit verreist. Diese Geschichten machen im Grunde den Charme von „Yuri Life“ aus. Es geht um Frauen, die auf glaubwürdige und realistische Weise zusammenleben.

Die Charaktere in „Yuri Life“ sind verhältnismäßig gut entwickelt und sympathisch. Kurze Werke leiden oft, weil sie keine Zeit darauf verwenden können, Charaktere und Beziehungen aufzubauen, aber „Yuri Life“ entgeht diesem Schicksal weitestgehend. Dies wird erreicht indem jedes Kapitel mit einer einseitigen Charaktereinführung beginnt, die sowohl Frauen als auch ihre Beziehung beschreibt.

Die Charaktere in „Yuri Life“ werden selten einzeln gezeigt. Aufgrund dieses Faktors besteht keine Notwendigkeit, jedes Individuum über seine Persönlichkeitsmerkmale hinaus zu entwickeln. Die Charaktere existieren nicht außerhalb einer Beziehung. Eine solche Struktur hat aber auch einen erheblichen Nachteil. Da nur einzelne wichtige Persönlichkeitsmerkmale die Charaktere definieren, gibt es wenig Dynamik.

Im Gegensatz zu den meisten Mangas sind die Illustrationen von „Yuri Life“ in Vollfarbe. Kurukuruhime nutzt dieses Element hervorragend in den Hintergründen, bei denen es sich häufig um Muster oder einzelne Farbblöcke handelt. Farbe wird auch hervorragend in den Charakterdesigns eingesetzt, sodass jeder Charakter eine einzigartige Farbe und Kleidung hat. Jede Frau hat einen anderen Sinn für Mode, einzigartige Proportionen und individuelle Gesichtsausdrücke.

Die Zeichnungen selbst sind locker und fließend, ähnlich wie Skizzen. Dieser Stil ergänzt den fröhlichen und unbeschwerten Ton der Geschichte. In anderen Werken können solche Zeichnungen zu abstrakt oder undefiniert sein. Die Farbe gleicht jedoch das Artwork gut aus und macht „Yuri Life“ zu einem der visuell auffälligsten Manga, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Yuri Life“ ist eine schöne Arbeit. Angenehm zu lesen, mit interessanten Beispielen von Frauen die zusammenleben und sich lieben. Auch ohne Handlung ist der Manga dank lustiger Szenarien und entzückender Paare lesenswert. Eine herzerwärmende Darstellung des Zusammenlebens.
    • ×3
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
1× Recommendations received

Okubyoumono ni I Love You

Avatar: Licalyro#11
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Erotik
"I Love You, Coward" ist der erste Manga von Rico Sakura, der in Deutschland erschienen ist. Er handelt von zwei Männern, deren eventuellen Beziehung ein gewaltiges Problem im Weg steht: Hinata (Hina genannt) leidet an einer merkwürdigen "Liebesallergie", einem schrecklichen Hautausschlag, der immer auftritt, wenn ihm jemand seine Liebe gesteht. Deswegen hatte er auch noch nie eine Freundin (oder einen Freund) und die Hoffnung auf eine Partnerschaft längst aufgegeben. Doch dann begegnet er eines Tages dem gleichaltrigen Studenten Shogo, einem Landei, das sich in der großen Stadt nicht gut zurechtfindet. Hina ist der erste Mensch hier, der neben seinem Onkel nett zu ihm ist, also will er möglichst viel Zeit mit seinem neuen Freund verbringen. Es dauert nicht lange, bis er sich in den freundlichen Hina verliebt. Doch dann erfährt Shogo von dessen Allergie und ist verunsichert, ob seine Gefühle überhaupt erhört werden können. Hina wiederum interessiert sich ebenfalls für den unbeholfenen Shogo, traut sich aber nicht, seine Gefühle in Worte zu fassen. Gibt es für diese beiden emotionalen Tollpatsche eine Möglichkeit, zusammen zu sein, oder ist es besser für sie, Freunde zu bleiben?

Ich muss ja leider zugeben, dass ich voreingenommen an diesen Manga herangegangen bin. Allein vom Lesen des Klappentextes fand ich die Prämisse fragwürdig. "Liebesallergie"? So ein Quatsch! Da musste ich irgendwie an diesen Manga denken, in dem der Hauptcharakter sich übergeben muss, wenn er ein süßes Mädchen sieht und sowas finde ich ziemlich lächerlich. Schlussendlich habe ich mich aber doch dazu entschieden, dem Mangaband eine Chance zu geben - und es war besser als befürchtet.
Klar, die Story ist extrem vorhersehbar, aber die Zeichnungen sind schön und die größte Stärke dieses Werkes sind die Charaktere. Beide machen eine große Entwicklung durch, während sie lernen, zu ihren Gefühlen zu stehen. Vor allem der beinahe kindlich naive Shogo hat mir gut gefallen. Er ist so unglaublich einfach gestrickt, man kann gar nicht anders, als ihm alles Glück der Welt zu wünschen. Hina ist eben, wie der Titel verrät, ein ziemlicher Feigling, aber im Verlauf der Geschichte wird aufgeklärt, woran das liegt. Auch der Ursprung der mysteriösen Allergie kommt ans Tageslicht, auch wenn ich die Erklärung etwas schwach fand.
Insgesamt war der Manga schon in Ordnung, aber es gibt eindeutig bessere Einzelbände auf dem Markt. Die Charaktere sind interessant, nur leider konnte die Story mich nicht wirklich begeistern.
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

All You!!

Avatar: Ixs
VIP
#12
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Yuri
All You!!“ ist ein kurzer Yuri-Manga von Ruri Hazuki, der sich auf Mato Oono konzentriert, eine fünfzehnjährige Schülerin im ersten Jahr an der Sakura Hill Women’s Academy. Sakura Hill ist stolz darauf, dass die Schülerinnen jedes Semester Lehrerbewertungen durchführen, damit sich die Lehrerinnen verbessern können. Während Mato an ihren Bewertungen arbeitet, hört sie zwei ihrer Lehrerinnen, Minato, die Chemielehrerin, und Takita, die Geografielehrerin, streiten und beschließt, dem auf den Grund zu gehen.

Kurz gesagt, die Bewertung von Lehrerinnen durch Schülerinnen ist ein heikles und umstrittenes Thema. Diese Bewertungen haben zwar Vorteile, können aber auch sowohl für Lehrerinnen als auch für Schülerinnen problematisch sein. Einer dieser Nachteile ist die Unsicherheit, die Mato empfindet und die die Handlung des Mangas vorantreibt. Dies ist eine schöne und höchstwahrscheinlich unbeabsichtigte Verbindung zur realen Welt.

Während die Bewertungen dem Manga ein einzigartiges Element verleihen, handelt es sich immer noch um eine private Mädchenschule. Solche Schulen kommen zu Dutzenden in Yuri-Manga vor und das schon seit 100 Jahren. Oft sind sie die Kulisse für eine „Class S“-Geschichte, die frei von Männern und Sexualität ist. Zum Glück spielt „All You!!“ mit diesem Trope. Anstatt die Schülerinnen in eine „Übungsbeziehung“ zu bringen, sind die Lehrerinnen diejenigen, die romantisch miteinander verwoben sind. Darüber hinaus ist die in der Geschichte dargestellte Beziehung nicht platonisch oder fluffig, sondern ziemlich realistisch.

Trotz der freudigen Überraschung der Beziehung der Lehrerinnen ist die Geschichte nicht perfekt. Der größte Teil der Beziehung von Takita und Minato ist Streiten. Dies trägt zwar dazu bei, dass sich ihre Romantik realistischer und glaubwürdiger anfühlt, ist aber doch ein bisschen viel Konflikt. Die positiven Aspekte der Beziehung werden nicht annähernd so stark in den Fokus gerückt.

Außerdem wird zu Beginn zu viel Zeit aufgewendet um die Charaktere einzuführen, möglicherweise um die Fortsetzung „All You!! 2“ vorzubereiten. Diese Einführungen fühlen sich aber etwas gehetzt an, was schade ist, wenn man bedenkt, dass jeder der Charaktere eine eigene Persönlichkeit zu haben scheint. Schließlich ist die Handlung nicht abgeschlossen. Sicher, es endet zufriedenstellend, eine Handlungslinie ist aufgelöst, aber insgesamt ist deutlich, dass man auch die Fortsetzung lesen muss. Dennoch sind die Charaktere alle interessant.

Das Artwork ist fast perfekt. Die Charakterdesigns sind bestechend gut, besonders die der Lehrerinnen, die wunderschön gezeichnet sind. Hazuki verwendet jedoch etwas zu viel Screentone für meinen Geschmack, bis zu dem Punkt, an dem ich, wenn ich meine Augen zukneife, nur noch Punkte sehen kann. Nach den ersten Seiten ist es jedoch leicht, sich darauf einzustellen, und die Brillanz im Rest der Arbeit überstrahlt diese Kleinigkeit.

Ruri Hazukis „All You!!“ bietet wunderschöne Charakterdesigns und eine aufregende Geschichte, die einige der Tropen des Yuri-Genres neu interpretiert. Die Handlung ist ansprechend, kann sich aber an einigen Stellen etwas zu gehetzt anfühlen und zu sehr auf die Fortsetzung verweisen, anstatt die Erzählung zufriedenstellend aufzulösen. Ich empfehle „All You!!“ denjenigen, die einen anderen Schul-Yuri lesen wollen und empfehle dringend auch die Fortsetzung.
    • ×2
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Eve to Eve

Avatar: Ixs
VIP
#13
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Yuri
Eve and Eve“ ist ein Sammelband mit sechs Kurzgeschichten von Nagashiro Rouge. Die Geschichten enthalten explizite (wenn auch nicht pornografische) Darstellungen. Zwei der Geschichten in diesem Sammelband wurden ursprünglich in „Yuri Ninshin“, einem „Hentai“-Magazin, veröffentlicht. Alle expliziten Darstellungen wurden jedoch für diesen Band entfernt.

Nagashiro Rouges Artwork ist sauber und detailliert. Die Charakterdesigns sind äußerst beeindruckend. Fast jeder Charakter hat ein deutlich anderes Gesicht, Styling und einen anderen Körpertyp, die einem das Gefühl geben man hat es mit unverwechselbaren Charakteren zu tun. Dies ist besonders schön für eine Anthologie, da die Kurzgeschichten wenig Raum für ausgefeilte Charaktere lassen.

In Bezug auf die Charaktere ist keiner von ihnen extrem komplex und hat oft nur charakteristisches Persönlichkeitsmerkmal. Dieser Mangel ist jedoch bei der Kürze zu erwarten. Keine der Persönlichkeiten oder Dynamiken zwischen den Charakteren fühlt sich überbeansprucht an.

Die Hälfte der Geschichten in diesem Sammelband sind Science-Fiction-Geschichten mit Außerirdischen, Robotern, künstlicher Intelligenz und Apokalypse. Im Gegensatz zu vielen anderen Yuri-Titeln handelt es sich bei den Charakteren in diesem Band um Erwachsene (mit einer Ausnahme), die einvernehmliche sexuelle Begegnungen haben. Viele der Paare in „Eve and Eve“ sind erwachsene Frauen, die eine Beziehung zueinander haben und die ein gemeinsames Leben führen, was im Yuri-Genre immer noch eher seltener vorkommt.

Wie bereits erwähnt, gibt es in „Eve and Eve“ mehr als nur ein paar sexuelle Momente. Ich fand sie aber ansprechend. Ein Teil davon mag auf das Weglassen von expliziten Darstellungen zurückzuführen sein, aber zum größten Teil liegt es an der Art und Weise wie Sex in jeder Geschichte gezeigt wird. Insgesamt eine gelungener Sammelband, den man gut zwischendurch lesen kann.
    • ×2
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Hitomebore Shita Hito ga Doemu datta Mono de

Avatar: Licalyro#14
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Erotik
"Die Peitsche ist Zärtlichkeit, Bondage ist eine Umarmung. SM ist eine Art, Liebe zu machen."

Der Name ist Programm bei diesem Einzelband von Nonono Yamada. Es wird sich gar nicht lange mit irgendwelchem Vorgeplänkel aufgehalten, sondern der Leser steigt direkt in die Geschichte ein. Es wird nur kurz erwähnt, wie Bondage-Lehrer Misaki und der gewöhnliche Büroangestellte Shota in einer SM-Bar aufeinander treffen (in die letzterer unfreiwilligerweise von seinem Chef mitgeschleift wurde) und schon wird aus ihnen ein Paar. Die übrigen Seiten sind damit gefüllt, wie sich die beiden körperlich näher kommen. Misaki ist Masochist und liebt es, von seinem Partner gequält zu werden. Für Shota hingegen ist diese Welt etwas völlig neues und manchmal fällt es ihm schwer, sich in ihr zurechtzufinden. Trotzdem überwinden die beiden ungleichen Männer alle Hürden, die sich ihnen in den Weg stellen (Misakis Vergangenheit, Shotas Eifersucht usw.), um zusammen glücklich zu werden.

Obwohl sie die Länge eines normalen Mangabandes hat, kam mir die Geschichte ziemlich kurz vor. Vielleicht, weil die Erzählung die üblichen Probleme eines frischen Paares überspringt und erst einige Monate später wieder einsetzt. Dadurch ist es mir schwer gefallen, Empathie für die Charaktere zu entwickeln. Trotz seiner masochistischen Art wird Misaki als freundlicher, offener Typ dargestellt, während Shota zwischen Unsicherheit und seiner Dom-Persönlichkeit hin und her schwankt. Über ihn erfährt man auch im Verlauf der Geschichte fast gar nichts (vielleicht gibt es über ihn auch außer der Beziehung zu Misaki nichts Spannendes zu erzählen?), während die überraschend heftige Vergangenheit seines Partners und auch der Grund, warum er keine Schmerzen empfindet, beleuchtet wird. Einen wirklich guten Bezug zu den Charakteren konnte ich leider nicht aufbauen.
Die Zeichnungen sind dafür aber sehr gut, das gleicht die schwache Story etwas aus.
Trotzdem muss ich leider sagen, dass ich den Manga nicht so wahnsinnig gut fand. Der Plot war viel zu flach, was schade ist, denn die Herangehensweise, Bondage als eine besondere Art der Liebe zu erklären, fand ich sehr faszinierend. Schade.
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0

Kon’ya Kimi to Nemuritai

Avatar: Licalyro#15
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Drama
  • Erotik
"Ich will dich heute Nacht!" ist ein Einzelband, der ebenfalls zum Startaufgebot des neuen Carlsen-Labels "Hayabusa" gehört. Gezeichnet wurde er von Takiba, die in Japan bereits mehrere Einzelbände veröffentlicht hat.

Die Protagonisten dieser Geschichte sind Kanzaki, ein älterer, erfolgreicher Geschäftsmann und Futagami, ein neuer Arbeitskollege, die nach einem fünfjährigen Auslandsaufenthalts Kanzakis das erste Mal aufeinander treffen. Beide sind schockiert, als sie sich sehen, denn Futagami hat früher als Stricher gearbeitet und Kanzaki war sein Freier. Dieses Leben hat Ersterer aber längst hinter sich gelassen, was seinem Kollegen äußerst schwer fällt zu akzeptieren. Damals hatten die beiden nämlich eine engere Beziehung, als es für eine solche Kombination gut sein kann. Als Kanzaki dann plötzlich arbeitsbedingt verschwand, brach für den jüngeren Futagami eine Welt zusammen und er konnte seinen Job nicht länger ausführen. Durch ihr plötzliches Wiedersehen in der "normalen" Welt treten in beiden ungebetene Gefühle in den Vordergrund - Kanzaki will Futagami um jeden Preis in seinem Bett haben, während dieser seine Vergangenheit und die schlimmen Erfahrungen, die er gemacht hat, um jeden Preis vergessen will. Gibt es für die beiden einen Weg, ohne Leid zusammen zu sein?

Entgegen meiner ursprünglichen Erwartung handelt es sich bei "Ich will dich heute Nacht!" um einen sehr ernsthaften, emotional aufgeladenen Mangaband. Die Erzählweise ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da sie ständig zwischen der Jetztzeit und der Vergangenheit hin und her springt. Wichtige Ereignisse werden nur angerissen und der Leser muss sich seinen Teil dazu denken. Wenn man es schafft, sich darauf einzulassen, kann man eine wahre Gefühlsachterbahn genießen.
Die beiden Hauptcharaktere sind sehr eindrücklich dargestellt worden. Der zaghafte, abweisende Futagami wird häufig seinem unbeschwerteren früherem Ich "Nagi" gegenübergestellt. Es gibt sogar ein, wie ich finde, sehr gelungenes Bild am Anfang eines Kapitels, wo Futagami vor einer Fensterscheibe sitzt und traurig dreinschaut und als sein blasses Spiegelbild ist der fröhliche Nagi von früher zu sehen. Mit Kanzaki hatte ich zu Beginn meine Probleme, weil er den anderen Mann extrem bedrängt, auch nachdem dieser ihn schon mehrmals abgewiesen hat. Doch als Leser bekommt man einen ganz guten Einblick in seinen Charakter und dadurch ist es mir gelungen, ihn gegen Mitte/Ende der Geschichte besser zu verstehe.
Eine große Stärke dieses Mangas sind die Zeichnungen. Sie sind sehr stimmungsvoll und jeder Protagonist bekommt seine Eigenarten, die ihn ganz klar von anderen Charakteren abgrenzen. So wird Kanzaki beispielsweise als das gezeichnet, was er ist: ein älterer Mann, inklusive kleiner Falten um die Augen herum. Das macht sie sehr einprägsam und hat mir gut gefallen.
Insgesamt ist der Manga höchst lesenswert, wenn man dramatische Geschichten mag und es einen nicht stört, dass die Akteure selber (fast) bis zum Schluss nicht an ein glückliches Ende ihrer Geschichte glauben.
    • ×1
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
2× Recommendations received

Most Active Reviewers

The following 10 reviewers have been the most active recently:

How Do I Write a Review?

On the detail’s page of each and every anime, using the forum tab you will find the review area alongside the episode and comment sections for this specific title. Here you are free to let loose and tell our community your well-founded opinions on this title.

If you’re interested in exchange with other reviewers or if you need some advice for your first review, feel free to check out our club where we will gladly help you out with any and all questions you might have about the review process!
By continuing your stay on aniSearch you agree to our use of cookies for personalised content, advertisements and analyses, according to our privacy policy.