Manga Reviews

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Anime Reviews

Ginchou Kidan

Avatar: Licalyro#1
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"Silberner Schmetterling" ist einer der scheinbar zahllosen Einzelbände von Rie Honjoh, die vor nicht ganz zehn Jahren erschienen sind. Außer der titelgebenden Geschichte ist mit "Finsternis und Unzucht" noch eine zusätzliche Kurzgeschichte aus demselben Setting enthalten, sowie eine weitere, "Auf dem Schulweg zum Liebsten", die mit den ersten beiden nichts zu tun hat.

Im Gegensatz zu ihren anderen Mangas bezeichnet die Mangaka den "Silbernen Schmetterling" als Fantasy-Geschichte, da die Handlung etwa fünfzig Jahre in der Zukunft spielt, nach dem dritten Weltkrieg, der in Japan eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat. Der Schauplatz ist aber nicht etwa eine in Schutt und Asche gelegte Stadt, sondern ein riesiges Bordell in einem Vergnügungsviertel von Tokyo. Dort ist Gincho, dessen Name "Silberner Schmetterling" bedeutet, die unangefochtene Nummer Eins. Doch jeder der "Boys" wie sie genannt werden, braucht einem persönlichen Diener, der ihnen im Alltag zur Hand geht (nein, nicht so, holt eure Gedanken aus der Gosse!) und hier kommt Soichi ins Spiel. Da seine Familie sich nach dem dritten Weltkrieg stark verschuldet hat, braucht er eine gut bezahlte Arbeit und findet sie in dem Freudenhaus. Im "Suitenkaku" gibt es ausschließlich männliche Prostituierte, deswegen fühlt sich der junge Mann, der sich bis dahin als heterosexuell identifiziert hat, ziemlich unwohl, zumal er sich auf unerklärliche Weise zu Gincho hingezogen fühlt. Auch den lässt sein Diener nicht kalt, doch er nimmt seinen Job, seinen Kunden Liebe zu schenken und sei es auch nur für eine Nacht, sehr ernst. Zu Ginchos Kunden gehört auch ein hochrangiger Yakuza-Boss, der eines Tages tot aufgefunden wird. Das bringt den hübschen Boy zum Nachdenken, ob es sich nicht doch lohnen würde, eine echte Beziehung mit seinem zurückhaltenden, treuen Diener anzufangen...

Die Handlung klingt, wenn man die Inhaltsangabe so liest, viel dramatischer, als sie tatsächlich ist. Die Prämisse hört sich spannend an, da die Handlung jedoch zum Großteil innerhalb der Mauern des Bordells spielt, bekommen wir als Leser nicht allzu viel davon mit.
Die Charaktere... sind halt, wie sie sind. Soichi gibt sich stets zurückhaltend, auch als er seine Gefühle für Gincho langsam aber sicher realisiert. Starke Gefühle kennt er nicht, selbst die Eifersucht, die er irgendwann beim Anblick von Ginchos Freiern empfindet, wirkt nicht besonders tief, obwohl sie ein wichtiges Element der späteren Handlung ist. Gincho wirkt in seiner Rolle als Top-Boy des Bordells durchaus überzeugend und nicht einmal ansatzweise so tragisch wie andere Charaktere, die einem sonst in Geschichten mit dieser Thematik unterkommen. Das liegt auch daran, dass er seinen Beruf bewusst gewählt hat, gegen den Willen seiner Familie. Klingt erstmal komisch, ist in sich aber recht schlüssig.
Was mir bei beiden Charakteren allerdings auffiel, war, dass es bei ihrer Mimik keine besonders große Varianz gab. Soichi schaut die ganze Zeit genervt in der Gegend herum, während Gincho stets ein amüsiertes Lächeln zeigt. Vielleicht fiel es mir deswegen schwer, mich in die Charaktere hineinzuversetzen.
Als kleine Randbemerkung: Im Nachwort stand, dass Rie Honjoh sich beim Entwurf der Charaktere super viel Mühe gegeben haben soll. Dort wurde auch der Hintergrund von Ginchos großem Bruder, dem Besitzer des Suitenkaku, der in der Hauptgeschichte gar nicht auftaucht, vorgestellt. Die klang richtig spannend, voller Emotionen und einer unerwidert geglaubten Liebe, die am Ende stirbt... Ehrlich gesagt hätte ich diese Geschichte viel lieber gelesen als "Silberner Schmetterling", zumal man dann von der Welt, in der das Ganze spielt, bestimmt etwas mehr mitbekommen hätte.

"Finsternis und Unzucht - Die Geschichte von Yagarasu".
Der Titel klingt nach einer Kampfansage, oder? Und genau das ist sie auch. Erzählt wird die Geschichte von Yagarasu, einem weiteren "Boy" des Suitenkaku (der lustige Sadist mit der Augenklappe). Er ist nicht ganz freiwillig zu dem geworden, der er ist, sondern musste Geld verdienen, nachdem seine Eltern im Krieg gestorben sind und seine Verwandten ihn auf Grund seiner ungewöhnlichen Augen wie ein Monster behandelten. Es gab nur einen, der nett zu ihm war - Fumiaki. Doch nach einem Missverständnis verlieren sie sich aus den Augen. Viele Jahre später findet Fumiaki seinen einstigen Freund wieder. Allerdings ist dieser mittlerweile zu einem völlig anderen Menschen geworden, der nichts mehr mit dem süßen, schüchternen Jungen von damals gemeinsam hat...

Diesmal hält der Titel, was er verspricht. Es wird dramatisch, düster und ziemlich interessant. Schon in der Hauptgeschichte fand ich seinen Charakter interessant und dieses kurze Zusatzkapitel stellt die Wandlung von Yagarasus Charakter sehr gut da, obwohl nur wenige Seiten Platz dazu blieb. Schade eigentlich, denn ich hätte gerne noch mehr von den Beiden gelesen.
Hätte Fumiaki sich auf die dunklen Seite der Lust ziehen lassen, oder wäre es ihm gelungen, Yagarasus versteinertes Herz zu erweichen?

"Auf dem Schulweg zum Liebsten" stellt einen recht harten Bruch zu der tragischen Geschichte vorher dar. Hierbei handelt es sich um eine Schulromanze, wie der nicht besonders einfallsreiche Titel bereits vermuten lässt. Asamine ist schon seit längerem in seinen Mitschüler Fujishima verliebt, traut sich jedoch nicht, ihm seine Liebe zu gestehen. Stattdessen versucht er, vor seinem Angebeteten besonders cool und souverän aufzutreten - was natürlich überhaupt nicht funktioniert, denn Asamine ist eine ziemliche Dumpfbacke. Als er dann eifersüchtig wird, weil Fujishima kurz davor ist, sich eine Freundin zu angeln, platzt die Wahrheit aus ihm heraus. Zu seiner grenzenlosen Überraschung wird er jedoch nicht sofort abgewiesen, sondern Fujishima bittet ihn um Bedenkzeit. Wie wird der schweigsame Junge sich wohl entscheiden?

Die Handlung ist denkbar einfach und bleibt genauso flach, wie sich das in der Beschreibung anhört. Die Geschichte wird in zwei Kapiteln erzählt, wovon Asamine den gesamten zweiten Teil damit verbringt, auf Fujishimas Antwort zu warten. Warum er sich letztendlich dafür entscheidet, dem überdrehten Nervenbündel, das ihn zu Beginn der Geschichte so sehr genervt hat, eine Chance zu geben, hab ich nicht verstanden. Mir jedenfalls ging Asamine die ganze Zeit auf die Nerven.

Die Zeichnungen waren in allen Geschichten durchgehend sehr gut, nur leider tendiert die Künstlerin dazu, alle Charaktere wahnsinnig attraktiv zu zeichnen, sodass selbst der Irre mit der Augenklappe zum Quasi-Bishounen wird. Auf Dauer wird das beim Lesen langweilig.

Insgesamt hat mich der Band positiv überrascht. Normalerweise mag ich die Werke von Rie Honjoh nicht so gerne, da die Handlungen oft so unglaublich vorhersehbar sind, dass sich das Lesen für mich kaum lohnt. Hier jedoch fand ich das Setting der ersten beiden Geschichten spannend und da war es auch nicht so schlimm, dass der Plot nicht viel Neues geboten hat .
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Kyoushi no Junjou Seito no Yokubou

Avatar: Licalyro#2
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Von Mayu Shinjos Manga "Die Unschuld des Lehrers" sind bisher auf Deutsch (und auch auf Japanisch) nur drei Bände erschienen und es sieht momentan nicht so aus, als würde die Serie fortgesetzt werden.

Es geht um die Beziehung zwischen Mamiya, einem Mathelehrer an einer Schule mit einen eher schlechten Ruf und dem Genie Minato, einem neuen Schüler, der es von Anfang an auf den älteren Mann abgesehen hat - und dies ihm gegenüber auch nach ihrer ersten Begegnung direkt verkündet. Also, dass er mit ihm schlafen möchte. Für einen sechzehn- oder siebzehnjährigen (japanischen!) Schüler ist das schon eine ziemlich gewagte Aussage. Aber gut, wir lernen Mamiya auch in der ersten Szene kennen, indem wir ihn vor einer Rotte männlicher Schüler weglaufen sehen - in Frauenkleidern. Anscheinend hat er eine Wette gegen sie verloren und das ist der Preis dafür...?
Minato beschützt Mamiya jedenfalls, als einige seiner Schüler übergriffig werden wollen, nur um ihn dann seinerseits anzubaggern. Der Grund dafür ist aber nicht etwa, dass er sich auf den ersten Blick in den nerdigen Brillenträger verliebt hat, wie man jetzt vermuten könnte. Wie es aussieht war Mamiya vor einigen Jahren Minatos Privatlehrer, konnte ihm aber nichts so wirklich beibringen, weil Minato einen IQ von über 200 hat und sich stattdessen (auch schon als Junge) lieber Tagträumen hingibt, in denen er seinen Lehrer sexuell belästigt.
In dieser Manier geht die Geschichte weiter: Alle möglichen Kerle schmeißen sich an Mamiya ran, der damit vollkommen überfordert ist, Minato wehrt alle Konkurrenten ab, bis er sich einer gefährlichen Wahrheit stellen muss - will er etwa nicht nur Mamiyas Körper sondern auch sein Herz für sich gewinnen?!

Mit Mayu Shinjo habe ich eigentlich immer eher Shojo-Mangas wie "Kaikan Phrase" verbunden. In meiner Schulzeit habe ich diese Serie geliebt, mit ihrer melodramatischen Grundstimmung und der knisternden Erotik zwischen Aine und Sakuya. Zumindest habe ich das damals so empfunden. Mittlerweile könnte ich diese Mangas vermutlich nicht mehr lesen, ohne dass sich mir dabei die Fußnägel kräuseln. Als ich dann herausgefunden habe, dass es tatsächlich einen Yaoi-Manga der Zeichnerin gibt, der mir irgendwie entgangen sein muss, habe ich mich mit Feuereifer drauf gestürzt... Nur um bereits nach der Hälfte des ersten Bandes mit wachsendem Entsetzen zuzusehen, wie diese absurde Geschichte alle schlimmen Vorurteile, die man gegenüber diesem Genre haben kann, auf die plumpste Art und Weise realisiert.
Plot... Also ja, es gibt so etwas wie einen Plot. Der scheint vor allem daraus zu bestehen, Mamiya mit möglichst vielen Männern und Jungs in Kontakt zu bringen, die ihn vergewaltigen wollen. Es werden alle BL-Klischees ausgepackt, die man sich in der Schüler-Lehrer-Kombination nur vorstellen kann: Der arrogante Überflieger-Seme mit der übertrieben hohen Libido, ein planloser, nerdiger Uke, der so naiv ist, dass es schon wehtut, Erpressungen, Missverständnisse, Rivalen auf beiden Seiten, Unverständnis der Umwelt für ihre Beziehung (?)... Das volle Programm eben.

"Deine schwächliche Aura zieht starke Lebewesen an. Das ist alles."

Damit bringt Tsukioka, Mamiyas Arbeitskollege, seinen Charakter ganz gut auf den Punkt. Er sieht sich selber als schwach und nicht besonders schlau und seine Umwelt bestätigt ihn in dieser Ansicht. Im zweiten Band bekommen wir auch eine überraschend tragische Erklärung für sein fehlendes Selbstbewusstsein geliefert, trotzdem bleibt er einfach ein naiver, unaufrichtiger Pappaufsteller, auf dem jemand in Großbuchstaben das Wort OPFER geschmiert hat - und so etwas wie Charakterentwicklung ist aus dieser Richtung nicht zu erwarten.
Als Minato zum ersten Mal aufgetaucht ist, musste ich ein bisschen grinsen. Er sieht aus und benimmt sich wie ein unreifer Mini-Sakuya, der besessen davon ist, mit Mamiya zu schlafen, um
endlich verstehen zu können, warum es ihm so schwer fällt, seinen ehemaligen Nachhilfelehrer zu vergessen. Und ganz ehrlich, wir wissen doch alle, worauf das hinausläuft, oder nicht?
Allerdings brauchen die beiden gut zwei Bände dazu, um sich das einzugestehen.
Damit kommen wir auch schon zu dem Punkt, der mich am meisten gestört hat: Die massive Anzahl an Non-Con-(Fantasie-)Szenen und wie sie am Ende wegrationalisiert wurden. Bei Yaoi-Mangas ist es manchmal ein schmaler Grad zwischen Non-Con und quasi-einvernehmlichem Sex. Ist es in Ordnung, dass Mamiya gegen seinen Willen zu sexuellen Handlungen mit seinem (wirklich hochgradig gestörten) Kollegen gezwungen wird, nur weil er irgendwann im dritten Band zugibt, dass es ihn erregt, mit Minato (den er anscheinend liebt) Vergewaltigungsszenen nachzuspielen? Ich weiß es nicht, aber für mich würden bei dieser Serie mehrmals die Grenzen des guten Geschmacks überschritten.
Also, ein erratischer Plot, unterentwickelte Charaktere, viel zu viele Non-Con-Szenen... Da hilft es auch nicht mehr, dass der Zeichenstil ganz in Ordnung war. Vielleicht ist es ganz gut, dass dieser Alptraum nach drei Bänden abgebrochen wurde.
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Ookami Kodomo no Ame to Yuki

Avatar: Licalyro#3
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"Ame & Yuki: Die Wolfskinder" ist die Manga-Adaption eines Romans von Mamoru Hosoda, die zuvor auch als Animationsfilm realisiert wurde. Die dreibändige Reihe war auch die erste längere Serie der Mangaka Yu, die bereits 2017 verstorben ist.

Während einer Vorlesung fällt Studentin Hana ein junger Mann auf, der einige Reihen hinter ihr sitzt. Er scheint kein Lehrbuch zu besitzen und wirkt sehr einsam. Hana fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und spricht ihn an. Seinen Namen erfahren wir in der Geschichte nicht, doch er scheint ein aufrichtiger, wenn auch schweigsam Kerl zu sein, der als Möbelpacker arbeitet und Hanas Biologievorlesung nur aus Interesse am Thema "Genetik" besucht. Es dauert nicht lange, bis Hana den Grund dafür erfährt - er verrät ihr, dass er ein Wolfsmann ist, ein Nachfahre des seit Jahrzehnten ausgestorbenen japanischen Wolfes, der die Fähigkeit besitzt, seine Gestalt zu verändern.
Sie verlieben sich, gründen eine Familie und zuerst wird Yuki und ein Jahr später ihr Bruder Ame geboren. Doch leider stirbt ihr Vater bei einem Autounfall und Hana muss fortan ihre Kinder, welche die Fähigkeiten ihres Vaters geerbt haben, alleine aufziehen. Da ihr Freund kaum etwas über sein Leben als Gestaltwandler erzählt hat und sie auch niemanden fragen kann, weiß sie nicht so recht, wie sie mit der übermütigen Yuki und dem sensiblen Ame umgehen soll. Als die junge Familie dann auch noch in finanzielle Schwierigkeiten gerät, müssen sie die große Stadt verlassen, in der sie bisher gewohnt haben und ziehen aufs Land.
Dort erwartet Hana und ihre Kinder ein völlig neues Leben... Und der Auftakt für ein paar aufreibende Jahre, in denen sich das Leben der Drei grundlegend verändern wird.

Die drei Mangabände umfassen einen Zeitraum von etwa fünfzehn Jahren. Im ersten Band geht es um das Zusammentreffen von Hana und dem Wolfsmann, die Geburt der Kinder, den Tod des Vaters und letztendlich den Umzug aufs Land. Im zweiten Band sind die Kinder etwas größer, Yuki geht zur Schule und Ame sucht sich seinen Mentor. Der letzte Band zeigt, welchen Weg die Wolfskinder in Zukunft einschlagen werden - die initial wilde und übermütige Yuki zieht es in die Welt der Menschen, Ame hingegen wird noch eigenbrödlerischer und sucht sein Glück in der Natur. Leider bleibt die Handlung sehr vorhersehbar und bietet keine wirklich überraschenden Wendungen.
Es wird ein recht großer Zeitraum auf wenigen Seiten abgedeckt, da sollte das Thema "Charakterentwicklung" eigentlich kaum möglich sein. Uneigentlich hat das aber überraschend gut funktioniert. Als Leser bekommen wir ein gutes Bild davon, wie die Wolfskinder aufwachsen und über die zahlreichen Probleme, mit denen die kleine Familie zu kämpfen hat. Die einzige Person, die sich überhaupt nicht verändert, ist Hana. Von Anfang an wird sie als freundlich und duldsam dargestellt. Schon früh in ihrem Leben wurde ihr beigebracht, dass sie nicht weinen darf, sondern allem was passiert, mit einem Lächeln begegnen soll. Und das zieht sie konsequent durch, egal, welche Schwierigkeiten sich ergeben. Deswegen erfährt man nie so recht, was in ihr vorgeht und mir persönlich wurde sie dadurch ein wenig unsympathisch.
Ich kenne die Filmversion nicht, aber der Aufbau des Mangas wirkt cineastisch. Die Bilder sind oft sehr groß gehalten und es gibt meistens nur wenig Text, um Situationen zu erklären. Ich habe alle drei Bände am Stück in weniger als einer Stunde durchgelesen.
Der Zeichenstil... Also grundlegend mag ich die Zeichnungen von Yu. In "Home Sweet Home" haben sie mir überragend gut gefallen, weil sie die düstere, sentimentale Stimmung der Welt, die kurz vor der Zerstörung steht, wunderbar gezeigt haben. Bei "Ame & Yuki: Die Wolfskinder" hingegen, haben mich die groben Linien und wenig ausgeprägten Hintergründe gestört. Überhaupt nicht ansprechend fand ich das Design der Wölfe, in die die Kinder sich verwandeln. Die haben nämlich einen normalen Wolfskörper und ein erschreckend menschliches Gesicht (inklusive menschlicher Kopfbehaarung!).
Positiv erwähnen möchte ich an dieser Stelle allerdings das Cover vom dritten Band, auf dem Hanas Gesicht in einer Nahaufnahme zu sehen ist, wie sie gleichzeitig lacht und weint. Als ich den Manga zum ersten Mal in die Hand genommen hatte, fand ich dieses Bild so unbeschreiblich hässlich, dass ich vorerst das Interesse an der Serie verloren hatte. Doch wenn man die Geschichte kennt, gewinnt dieses Bild an Bedeutung und passt richtig gut als Titelbild.
Eine abschließende Bewertung dieses Mangas fällt mir ziemlich schwer. Einerseits hat mich die teils tragische, teils schöne Geschichte emotional tief berührt. Am Ende des dritten Bandes hatte ich Tränen in den Augen und das passiert mir so gut wie nie. Andererseits sehe ich auch durchaus die Schwachstellen, vor allem was den Plot und Hanas Charakter angeht. Vielleicht wird die Geschichte als Film besser erzählt, wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde ich ihn gerne sehen. Gut möglich wäre es auch, dass ich, nachdem "Home Sweet Home" mich absolut begeistert hat, zu hohe Erwartungen an diese Serie gesetzt habe, und ich deswegen ein wenig enttäuscht bin.
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Sekai de Ichiban Kirei na Hatsukoi

Avatar: Licalyro#4
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"Ich werde deine reine Welt für dich zerstören."

Von Marina Umezawa sind bereits einige Einzelbände und die, wie ich finde, sehr empfehlenswerte kurze Serie "Spüre meinen Herzschlag" erschienen. Mit "Ein Kuss reinen Herzens" liegt eine weitere Mini-Serie der Mangaka bei uns in Deutschland vor.
Diesmal geht es um eine Problematik, die mir schon öfter, wenn auch eher in komödianter Form, bei Mangas untergekommen ist - Mysophobie, also die Furcht vor Schmutz und Keimen, durch die man krank werden kann. Schon die Eltern der Protagonistin, Mirei, kämpfen mit einem übertriebenen Reinlichkeitsdrang, ihre Tochter jedoch treibt das ganze auf die Spitze. Sie ist zu ihrem Umfeld sehr unfreundlich, damit niemand ihr zu nahe kommt. Da sie hübsch aussieht, ist sie bei den Jungs eigentlich sehr beliebt, doch da alleine der Gedanke, einen anderen Menschen anzufassen, Übelkeit in ihr auslöst, weist sie jeden von ihnen (oft auch auf sehr ruppige Weise) ab. Doch dann passiert etwas, das zu den Top 5 ihrer größten Alpträume gehört: Die Sitzordnung innerhalb der Klasse ändert sich und auf einmal findet sie sich neben Klassenschwarm Jun wieder. Der erweist sich als äußerst hartnäckig darin, Kontakt zu ihr aufzunehmen zu wollen und schert sich dabei nicht um Mireis schroffe Art. Als er von ihren Problemen erfährt, geschieht das Unmögliche: Anstatt sich von ihr abzuwenden, beschließt er, Mirei von ihrer Furcht zu kurieren! Doch was sind seine wahren Motive? Wird es ihm gelingen, Mireis verschlossenes Herz für sich zu gewinnen?

Bei Mangas, in denen ein psychisches Problem im Mittelpunkt steht, gibt es immer eine fifty-fifty-Chance, dabei richtig ins Klo zu greifen. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll, aber wenn man sich als Zeichner, Autor oder was auch immer an einem sensiblen Thema versuchen will, ist nicht nur Einfühlungsvermögen, sondern auch vernünftige Recherchearbeit notwendig.
Marina Umezawa hat das in dieser Mini-Serie wirklich hervorragend hinbekommen. Im Nachwort des zweiten Bandes gibt sie zu, selber an einer leichten Form dieser Krankheit zu leiden, vielleicht wirkt ihre Darstellung deshalb so authentisch. Die Beziehung von Mirei und Jun steht eindeutig im Mittelpunkt, die Mysophobie ist das größte Hindernis, das sie bezwingen müssen. Gleichzeitig hilft Jun ihr auch, besser mit ihren Klassenkameraden zu kommunizieren, damit es nicht andauernd zu Missverständnissen kommt.
Also, es gibt eine Menge für die beiden zu lernen, das heißt im Punkt Charakterentwicklung kam ich voll auf meine Kosten. Mireis Entwicklung war besonders beeindruckend. Wo sie zu Beginn noch extrem ungeschickt im Umgang mit anderen Leuten war, hat sie mit Juns Hilfe gelernt, wie sie sich anders verhalten kann, um nicht direkt alle auf Grund ihrer Unsicherheit zu verprellen.
Und Jun... Ich muss ehrlich zugeben, dass ich ihn am Anfang nicht leiden konnte. Er wirkte zu perfekt und warum er so auf Mirei fixiert ist, die ihm wirklich keinen Grund gibt, hinter ihr herzujagen, habe ich einfach nicht verstanden. Und dann kam der Beginn des zweiten Bandes, der aus Juns Sicht gezeichnet wurde. Ohne zu viel zu spoilern, aber die ersten paar Seiten haben mich sprachlos zurückgelassen. "Was für ein Plottwist!", dachte ich mir. Wenn die Zeichnerin das wirklich durchgezogen hätte, wäre der Manga in ein anderes, düstereres Genre gerutscht...
Aber Marina Umezawa bleibt sich treu und auch wenn Mireis Charakter verhindert, dass es allzu zuckrig wird, sind dennoch mehr als genug süße Shojo-Momente dabei, um die meisten Fans dieses Genre zufrieden zu stellen.
Die Zeichnungen waren wie gewohnt hervorragend. Ich bin immer wieder begeistert, wie schön die Zeichnerin vor allem die Mimik ihrer Protagonisten hinbekommt.
Insgesamt kann ich diesen Manga allen Leuten, denen die Inhaltsangabe zusagt, nur empfehlen. Mit dem sensiblen Thema "Mysophobie" wird meiner Meinung nach adequat umgegangen. Und auch die große Liebe verspricht keine sofortige Heilung, sondern lediglich eine Hilfestellung, die Mireis Leben erleichtern kann, wenn sie es zulässt. Hoffentlich werden bald noch andere Mangas dieser Zeichnerin veröffentlicht. Ich würdeich auf jeden Fall darüber freuen.
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Tsubaki-chou Lonely Planet

Avatar: Licalyro#5
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Nach "Daytime Shooting Star" ist "This Lonely Planet" die zweite längere Mangaserie von Mika Yamamori, die auf Deutsch erschienen ist.

Die Protagonistin, Fumi, ist noch Schülerin, doch ihr unzuverlässiger Vater hat einen riesigen Schuldenberg angehäuft und sie muss dabei mithelfen, ihn abzutragen. Also findet sie sich im Haus des Schriftstellers Akatsuki Kibikino wieder, bei dem sie fortan wohnen und als seine Haushälterin arbeiten soll. Von Anfang an geraten die beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten aneinander - Fumi bemüht sich, alle Aufgaben schnell und korrekt zu erledigen, aber Akatsuki benimmt sich ihr gegenüber zu Beginn der Geschichte extrem gleichgültig und unhöflich. Es dauert eine ganze Weile, bis die beiden lernen, den jeweils anderen zu verstehen. Dann erst entsteht ein besonderes Band zwischen ihnen, das sich keiner so recht erklären kann. Fumi beginnt, Gefühle für ihren griesgrämigen Arbeitgeber zu entwickeln, doch der ist nicht nur deutlich älter als sie, sondern in emotionalen Belangen wahnsinnig verstockt und ungeschickt. Gibt es einen Weg, wie die beiden Sturköpfe gemeinsam glücklich werden können?

In vierzehn Bänden geschieht natürlich einiges und die Charaktere haben viel Zeit, sich weiterzuentwickeln und zusammenzuwachsen. Zu Beginn der Geschichte wissen Akatsuki und Fumi noch nicht so recht, wie sie miteinander umgehen sollen und es dauert auch eine ganze Weile, bis sie zueinander finden. Das Tempo bleibt sehr langsam, was nicht zuletzt an Fumis Alter und Akatsukis emotionsarmer Art liegt. Währenddessen gibt es alle nur erdenklichen Probleme zu bewältigen - Rivalen auf beiden Seiten, Fumis verantwortungsloser Vater, nervige Klassenkameraden, Karrieresprünge... Also alles, was man in diesem Genre erwarten würde.
Die Charaktere waren mir sehr sympathisch. Fumi mit ihrer pragmatischen Art, die sich mit sechzehn Jahren schon wie eine knauserige Hausfrau benimmt und der verschlossene, zurückgezogen lebende Akatsuki... Da haben zwei Spezialisten zueinander gefunden. Es hat wirklich großen Spaß gemacht, sie auf ihrem steinigen Weg zu begleiten.
Der Zeichenstil war etwas anders, als ich es gewohnt bin, aber er hat mir ebenfalls gut gefallen. Etwas merkwürdig war, dass beide Charaktere dunkle Haare haben und es oft recht wenig Text zu den Bildern gab.
Insgesamt hat mir die Mangaserie ganz gut gefallen. Manchmal war mir das Erzähltempo etwas zu langsam und manche Problematiken, die eigentlich schon behandelt wurden, tauchten plötzlich ein zweites Mal auf und wurden durchgekaut. Aber da mir die Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind, fand ich das nicht allzu schlimm.
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Hibi mo Tsumoreba Koi to Naru

Avatar: Licalyro#6
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"Und jeden Tag liebe ich dich mehr" ist das Erstlingswerk der Mangaka Shota Kon. Als ich den Namen in die Suchmaschine eingegeben habe, war ich erstmal verwirrt, weil ich ganz vergessen hatte, dass es ja auch den Begriff "Shotacon" gibt. Da hat sich jemand aber einen merkwürdiges Pseudonym ausgesucht...

Mit Shotacon hat dieser Manga aber nichts zu tun, auch wenn die Charaktere zu Beginn der Geschichte minderjährig sind. Für Sora beginnt sein letztes Highschooljahr auf recht ausgefallene Art und Weise - und zwar mit dem Liebesgeständnis eines jüngeren (männlichen!) Mitschülers! Da er eigentlich andere Sorgen hat und sich darauf konzentrieren möchte, möglichst problemlos und unauffällig durch die Highschoolzeit zu kommen, stört es ihn schon, dass der zwei Jahre jüngere Oto sich ständig an seine Fersen heftet und ihn mit seinen bewundernden Blicken belästigt. Die Beiden kennen sich nämlich noch von Früher, als sie in den Ferien miteinander spielten und Sora Oto dabei half, dass die anderen Kinder ihn akzeptierten. Durch seine stoische Art und sein recht ausdrucksloses Gesicht fällt es ihm damals wie heute schwer, sich mit anderen Gleichaltrigen zu unterhalten und Sora, der sein erster Freund überhaupt wurde, ist ihm wichtiger als alles andere auf der Welt. Nur leider trafen sie sich nach diesem einen Sommer nicht mehr wieder - bis sie später auf der selben Schule landeten. Initial war Otos Geständnis also rein platonisch zu verstehen. Aber warum bekommt dann plötzlich Sora Herzklopfen, wenn er Zeit mit seinem neuen Freund verbringt?

Die Handlung des Mangas wird in drei verschiedenen Zeitabschnitten erzählt. Zu Beginn der Handlung besuchen beide die Highschool und es gibt immer wieder Rückblenden zu den Ereignissen von früher. Der zweite Teil spielt ein Jahr später, als Sora bereits an der Uni eingeschrieben ist, während Oto noch zur Schule geht und die beiden quasi eine Fernbeziehung führen. Das Tempo ist in dieser Geschichte manchmal etwas merkwürdig, da besonders am Anfang viel Zeit damit verschwendet wird, unwichtige Nebencharaktere einzuführen, nur um sich dann zum Ende hin massiv zu beschleunigen. Da merkt man, dass dies die erste längere Arbeit der Zeichnerin ist. Witzig war allerdings das letzte Mini-Kapitel, das die beiden zehn Jahre nach dem Ende der Haupthandlung zeigt. Schon lustig, wie sich die Beziehung bis dahin verändert.
Oto mochte ich von Anfang an gerne, auch wenn es eine Weile gedauert hat, bis ich ihn verstanden habe. Er ist ein wahnsinnig naiver und starrsiniger Charakter, dessen Loyalität zu Sora manchmal fast schon etwas stalkerisches hat. Mit Sora hingegen hatte ich so meine Probleme. Oto beschreibt ihn als nett und freundlich, davon sieht man im Umgang mit den beiden zumindest am Anfang noch nicht so viel. Aber bei ihm findet dafür die größte Charakterentwicklung statt, sodass er mir dann doch noch sympathisch wurde.
Die Zeichnungen sind nichts Besonderes, aber für diese Art Manga völlig in Ordnung. Das farbige Titelbild hat mir gut gefallen.
Insgesamt war die Geschichte... okay. Es gibt bessere und auch viele schlechtere Umsetzungen des Sempai-Kohai-Pairings, deswegen lohnt es sich schon, den Manga zu lesen, wenn man so etwas mag. Aber wirklich umgehauen hat mich das Ganze nicht. Und warum er die "18+"-Warnung erhalten hat, verstehe ich auch nicht so recht, auch wenn es am Ende eine etwas heißere Szene gibt.
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Kekkon Shite yo… Ouji-sama!?

Avatar: Licalyro#7
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Nachdem bereits einige Mini-Serien von Marina Umezawa bei Tokyopop erschienen sind, ist "Verliebte Herzen" ein Sammelband, in dem fünf etwas älteren Kurzgeschichten der Zeichnerin zusammengestellt wurden. Alle Geschichten spielen in einem Schulsetting und die beiden großen Überthemen, die vorkommen, sind "Prinzen/Prinzessinen" und "Hochzeit".


Weil wir heiraten... dürfen wir doch, oder? (2 Sterne)

Shizuku und Daichi leben seit kurzem in einer "Ehe auf Probe" zusammen. Shizuku kann sich nämlich nicht vorstellen, mit einem Jungen intim zu werden, ohne ihm vorher geheiratet zu haben. Also macht Daichi ihr, zu ihrer grenzenlosen Überraschung, kurzerhand einen Antrag und da die Eltern der beiden das auch für eine tolle Idee halten, steht dem Plan nichts mehr im Weg. Doch Shizuku kommen schnell Zweifel, wie stabil die Beziehung zu ihrem Freund tatsächlich ist. Er scheint so viel beliebter und erfahrener zu sein als sie selber. Warum will Daichi ausgerechnet sie heiraten?

Schon die erste Geschichte in dem Band hat mich überrascht und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Direkt zu Beginn der Story sieht man die beiden recht flachen Protagonisten, wie sie quasi übereinander herfallen. An sich ist das ja nichts schlimmes, aber eben auch nicht unbedingt das, was ich von Maria Umezawas Mangas erwartet hätte. Im Nachwort gibt sie zu, dass sie diese Geschichte nach den Vorgaben ihres Redakteurs gezeichnet und sich dabei recht unwohl gefühlt hat. Das ist mir beim Lesen aufgefallen und hat bewirkt, dass mir die Geschichte nicht gefallen hat.


Hochzeit in Schuluniform (4 Sterne)

Auf dem Gelände von Izumis Schule steht eine kleine Kirche. Alle Schülerinnen träumen davon, nach dem Abschluss dort zu heiraten. Izumi hingegen interessiert sich nicht für so etwas. Sie ist recht groß und sportlich, was die meisten Jungs in ihrem Umfeld nicht besonders attraktiv finden und sie das auch spüren lassen. Doch eines Tages rempelt sie ausgerechnet Shugo, den Schulprinzen, an und küsst ihn dabei aus Versehen. Anstatt jedoch angewidert zu sein, verspricht er ihr, "Verantwortung zu übernehmen" und macht ihr einen Heiratsantrag! Was führt der hübsche Kerl wirklich im Schilde?

Das klingt schon eher nach einer Geschichte, die ich von dieser Mangaka erwartet hätte. Sie ist zwar nur kurz, aber sehr emotional und trotz der geringen Seitenzahl gibt es sogar eine ziemlich gut dargestellte Charakterentwicklung zu bestaunen. Izumi erkennt, dass sie durchaus eine weibliche Seite besitzt, die Shugo noch vor ihr selbst entdeckt hat. Beim Lesen dieser Kurzgeschichte hatte ich sehr viel Spaß.


Ich möchte den Prinzen zum Erröten bringen (3 Sterne)

In Hoshinas Klasse gibt es einen hübschen, aber als unnahbar geltenden Prinzen, Fuwa-kun. Und der scheint sie aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ständig anzustarren. Als er sie eines Tages anspricht, hat sie heftiges Herzklopfen, doch der Grund, warum er sie beobachtet, ist ein ganz anderer. Hoshina kommt mit allen Klassenkameraden gut aus. Fuwa hingegen hat seit seiner Kindheit das Problem, dass er viel zu schnell errötet, weswegen sich andere Kinder oft über ihn lustig machten und er beschloss, so wenige Emotionen wie möglich zu zeigen. Nun hat er das gegenteilige Problem, nämlich dass er als kalt und emotionslos gilt. Fuwa möchte, dass Hoshina ihm dabei hilft, endlich wieder vernünftigen Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen zu können. Natürlich willigt sie ein, aber bald ergeben sich noch ganz andere Probleme, mit denen Hoshina nicht gerechnet hat...

Diese Kurzgeschichte war ganz süß, aber nicht wirklich etwas besonderes. Die Charaktere sind interessant, doch auf Grund der wenigen Seiten können sie sich meiner Meinung nach nicht wirklich hervortun. Die Thematik des missverstandenen Prinzen ist ja nichts Neues, aber recht charmant umgesetzt worden. Hier hätten der Geschichte allerdings ein paar mehr Seiten gut getan, um die Charakterentwicklung glaubwürdiger darzustellen.


Der verwöhnte Prinz (3,5 Sterne)

Kaname und Koki sind schon lange miteinander befreundet, obwohl sie kaum unterschiedlicher sein könnten - er ist der schöne, talentierte Prinz der Klasse, während sie vor allem eins ist: absolut durchschnittlich. Beim alljährlichen Schönheitswettbewerb soll Koki den männlichen Part für ihre Klasse übernehmen, doch er will nur mitmachen, wenn Kaname dabei an seiner Seite ist. Diese ist von der Idee zunächst nicht sehr begeistert, strengt sich dann jedoch an, um neben Koki kein schlechtes Bild abzugeben. Aber dann beginnt ihr Freund, sich merkwürdig zu benehmen. Kaname wundert sich, woran das wohl liegen könnte...

Hier hat mir die Protagonistin sehr gut gefallen. Sie wirkt in allem, was sie tut, sehr authentisch und warmherzig, auch in der Art, wie sie ihren verwöhnten Prinzen bemuttert. Koki war ein bisschen wie eine Katze, die tut und lässt, was sie will. Diese Geschichte hat genau die richtige Länge und auch wenn die Handlung recht oberflächlich bleibt, war das gar nicht so schlimm.


Die einsame Prinzessin (3 Sterne)

Kobato ist ziemlich hübsch. Leider hat sie genau das auf ihrer alten Schule in Schwierigkeiten gebracht, da sich ständig die Jungs, in die ihre Freundinnen verliebt waren, für sie interessierten und die Mädels dann nichts mehr mit ihr zu tun haben wollten. Jetzt ist sie auf einer anderen Schule und es fällt ihr schwer, Freundinnen zu finden, weil sie sich nicht traut, jemand Fremden anzusprechen. Eines Tages nimmt sie all ihren Mut zusammen - doch anstelle der Mädchengruppe, die sie eigentlich ansprechen wollte, erwischt sie Yusei, den freundlichen, gutaussehenden Prinzen aus ihrer Klasse! Und der freundet sich tatsächlich mit Kobato an, obwohl sie das eigentlich nicht will. Schnell merkt sie, dass sie Gefühle für ihn hat, aber ist es möglich, eine Beziehung mit dem Prinzen einzugehen und gleichzeitig mit den Mädchen aus ihrer Klasse befreundet zu sein?

Kobato war eine süße, aber leider etwas farblose Heldin. Vielleicht mag ich auch einfach das arme-hübsche-Prinzessinnen-Thema nicht so gerne. Die Geschichte war zwar nicht schlecht, aber es gab bessere in diesem Band.


So, das war jetzt viel Text. Insgesamt war dieser Sammelband schon ganz in Ordnung. Bei solchen Mangas sind ja immer stärkere und schwächere Geschichten dabei und es gab nur eine, die mir absolut gar nicht gefallen hat. Mit der "I Love Shojo - Short Story Collection" - Reihe stehe ich sowieso etwas auf Kriegsfuß, aber das war definitiv nicht der schlimmste Band.
Die Zeichnungen sind, wie erwartet, von hoher Qualität und vereinzelt blitzt auch die Herzenswärme durch, die Marina Umezawas Geschichten normalerweise auszeichnet. Leider fand ich die meisten von ihnen ein wenig farblos und sie werden mir im Nachhinein wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben, anders als "Spüre meinen Herzschlag" zum Beispiel. Trotzdem werde ich auch in Zukunft an Bänden dieser Zeichnerin nicht vorbeigehen können.
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Hayama-sensei to Terano-sensei wa Tsukiatteiru

Avatar: CipherDood#9
Our Teachers are Dating! ist eine fluffig, süße Rom-Com über zwei Lehrer welche sich entschließen miteinander auszugehen und sich lieben lernen. Wir erleben die beiden in ihrem Alltag mit ihren Kollegen und Kolleginnen, sowie Privat wenn die Beiden ausgehen. Dabei ist der Manga absolut Konfliktfrei. Alle Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Beiden und feuern sie förmlich an.

Asuka Hayama ist Sportlehrerin und Klassenleiterin. Sie ist meist sehr zurückhaltend, förmlich und höfflich allen gegenüber. Saki Terano ist Biologie Lehrerin und die Vertretung von Hayama als Klassenleiterin. Terano ist sehr fröhlich, lebendig und aufgeweckt. Ihre Kindliche Art lässt einen oft vergessen, dass sie eigentlich Lehrerin und keine Schülerin ist.
Der Manga beginnt als die Beiden sich dazu entschlossen haben miteinander auszugehen. Ihre beiden älteren Kolleginnen Elena Miyazawa und Rui Bandou, beide Englisch Lehrerinnen, freuen sich sehr für die Beiden als sie dies erfahren. Die Beiden machten schon lange den Eindruck als würden sie nur drauf warten, dass endlich eine den ersten Schritt macht. Miyazawa und Bandou wollen natürlich alles tun um ihre jungen Kolleginnen zu unterstützen.
Auch die Schülerinnen der Beiden unterstützen sie und feuern sie tatkräftig an.

Wir erleben fortan die Beiden in ihrem Alltag und Privat während sie sich stetig näher kommen und lieben lernen. Dabei ist ihr Alltag oft sehr Humorvoll und lustig dargestellt. Jedoch trotz des humorvollen Charakters des Manga kommt die Liebe und Erotik nicht zu kurz. Die Beiden sind Erwachsene auch wenn sie sich oft in Liebesdingen so ungeschickt wie ihre Schülerinnen benehmen. Manche Szenen der Mangaka waren so stilvoll, dass ich dachte die könnte man auch so Einrahmen und an die Wand hängen.
Beispiele aus Band 1 recht früh:
Beispiel1

Beispiele 2
Auch Sex spielt natürlich eine Rolle. Welcher unerwartet detailliert aber auch sehr ästhetisch und schön dargestellt wird.

Der gelassene Slice-of-life Charakter des Werkes ist natürlich nicht für Jeden das Richtige. Mir hat aber die stetige Entwicklung der Beziehung ohne große Wirren oder Umwege sehr gut gefallen. Der Manga erreicht was sich die Autorin vom Werk gewünscht hat, er stimmt einen jedesmal fröhlich und glücklich wenn man diesen Beiden sympathischen Liebenden beiwohnt. Die Autorin hat selbst einmal in einem kleinen Sketch erklärt warum sie sich dazu entschieden hatte den Manga so zu gestalten:
The making of Haya-Tera - Regarding all the fluff
Sie musste zu Beginn ihrer Karriere feststellen, wie viele Schattenseiten das wirkliche Leben hat und wollte fortan Geschichten erzählen bei denen die Menschen abschalten können davon und sich glücklich fühlen.

Ich bin gespannt wenn dann wohl im September der 4. und vermutlich letzte Band erscheint. Der Manga kann digital bei Amazon und natürlich auch Physisch bei verschiedenen Händlern auf Englisch erworben werden.

Ich hoffe meine erste Rezension für einen Manga findet Gefallen und ich hoffe Inhalt und Umfang sind passend.

Vielen Dank fürs Lesen.
Post was last edited on 16.04.2021 um 09:06.
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Sayonara Game

Avatar: Licalyro#10
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"Sayonara Game" stammt aus der Feder von Yuu Minaduki, die unter anderem für die Miniserie "Love Nest" verantwortlich ist. Gut, dass ich das vor dem Kauf dieses Mangas nicht wusste, denn als ich das auf dem Buchrücken gelesen habe, hätte ich den Manga beinahe wieder ungelesen aus der Hand gelegt. "Love Nest" hat mir nämlich überhaupt nicht gefallen. Zum Glück habe das nicht getan, sonst wäre mir diese einfühlsame, sehr realistisch gehaltene Story entgangen.

Ikuo ist verzweifelt: Seine kleine Schwester Nana interessiert sich überhaupt nicht fürs Lernen, obwohl bald die Uni-Aufnahmeprüfungen beginnen! Da sie sich weigert, eine Nachhilfeschule zu besuchen, organisiert er dem verwöhnten Mädchen einen Privatlehrer. Dieser muss jedoch bereits nach kurzer Zeit seinen Job aus persönlichen Gründen aufgeben, bringt aber Ersatz mit und zwar in Form seines höchst attraktiven Kumpels Yosuke. Auf einmal hat die kleine Schwester wieder Lust zu lernen, denn sie hofft auf ein Date mit Yosuke. Doch der hat nur Augen für Ikuo, den er bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit im selben Baseballclub mag. Zu seiner großen Überraschung frat Ikuo ihn nach einiger Zeit tatsächlich, ob sie nicht zusammen sein wollen. Allerdings vermutet er bald schon, dass Ikuo nur mit ihm zusammen sein will, weil er Yosukes Gefühle spiegelt. Ikuo denkt zunächst, dass es durchaus stimmen könnte, da er vorher noch nie an einem Mann interessiert war. Doch seine Beziehungen waren auch immer nur sehr oberflächlich, deswegen verwirren ihn die tiefen Gefühle, die er plötzlich für den jüngeren Mann empfindet. Schaffen die beiden es, einen Weg zueinander zu finden?

Das Erzältempo dieses Mangas ist ziemlich langsam. Darauf muss man sich beim Lesen einstellen. Es gibt auf beiden Seiten eine bemerkenswerte Charakterentwicklung, aber die braucht Zeit. Und die nimmt sich Yuu Minaduki auch. Vor allem der viel zu gutmütige "Yes-Man" Ikuo muss lernen, für das, was er will, einzustehen, was ihm nicht leicht fällt. Die höfliche Gleichgültigkeit, hinter der er sich versteckt, durchschaut Yosuke sofort und fordert ihn dazu heraus, sich darüber klar zu werden, was er überhaupt will. Aber auch der jüngere Mann stellt fest, dass eine Beziehung viel Arbeit bedeutet, vor allem wenn der Partner sich so schwer damit tut, seine Gefühle auszudrücken. Ein bisschen genervt hat mich Ikuos kleine Schwester, Nana, die mit ihrer Eifersucht und ihrem bockigen Verhalten unnötige Probleme heraufbeschwört. Aber auch die lassen sich natürlich lösen.
Die Story hat mich mit ihrer emotionalen Tiefe überrascht, auch wenn handlungstechnisch nicht allzu viel passiert. Die Charaktere und deren Entwicklung steht eindeutig im Vordergrund.
Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, vor allem die Gesichtsausdrücke sind prima gelungen.
Insgesamt habe ich den Manga gerne gelesen, obwohl der Spannungsaufbau auf Kosten der Gefühlsduseleien etwas zu kurz kam.
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Shy

Avatar: Ojisan#11
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Als der erste Band von "Shy" angekündigt wurde, war ich sehr gespannt. Eine Geschichte über Superhelden, die aber offenbar nicht den üblichen Mustern folgt, klang total spannend und neu. Vorab: die Erwartung wurde nicht wirklich enttäuscht, aber auch nicht wirklich komplett erfüllt.

In der Welt von "Shy" sind durch nicht näher bekannte Ursachen sogenannte "Helden" auf der Erde aufgetaucht, die allen Kriegen ein Ende bereitet haben. Aus ebenso unbekannten Gründen gibt es in jeder Nation offenbar nur einen Helden (oder eine Heldin). Koordiniert werden die Helden von einem Wesen namens Unilord (hinter einem Schleier nicht erkennbar, ob Mensch oder Alien), das in einer Raumstation wohnt. Im täglichen Leben sind die Helden sehr unterschiedlich: während z.B der Englische Held ein Rockstar ist und die Russische Heldin eine junge Frau mit großer Zuneigung zu Wodka, ist die japanische Heldin eine 14-jährige Schülerin, die so schüchtern ist, dass sie sich nach öffentlichen Auftritten in einen Papierkorb übergeben muss. Dieses Setting ist aus meiner Sicht erfrischend neu im Superhelden-Comic-Universum.

Im ersten Band wird die Geschichte entwickelt, und es geht schnell zur Sache. Shy rettet die Passagiere einer Achterbahn - mit Ausnahme eines Mädchens, das dabei schwer verletzt wird. In der anschliessenden Schmutzkampagne der Medien verliert Shy ihr Selbstvertrauen. Nun ist es Zeit für den Auftritt des Bösewichtes, ohne den keine Superhelden-Story auskommt. Auch der ist hier anders als gewohnt: ein Junge, der die Welt (aus seiner Sicht zum Besseren) verändern will. Genauso wie die Helden hier nicht typisch heldenhaft sind, sind die Bösen hier eigentlich nicht im Kern böse. Jedenfalls wird (sehr verkürzt) das oben verletzte Mädchen angegriffen, von Shy gerettet, und die beiden werden beste Freundinnen und später sogar Klassenkameradinnen.

Dieses Muster setzt sich in den nächsten vier Bänden fort, die ich bisher gelesen habe: sowohl die Guten als auch die Bösen werden mehr (es kommen weitere bösen Gehilfen dazu, und auch weitere Helden, z.B. aus Deutschland, der Schweiz, China, ...). Die Geschichten wechseln zwischen eher gefühlvollen Episoden aus dem Leben von Mittelschülerinnen und leider manchmal zu langen Kampfszenen. Das ganze eingebettet in Hintergrundstories über die Helden (z.B. über die Russische Heldin, oder eine Ninja Prinzessin). Eine böse Gehilfin ist sogar ... aber stop: kein Spoiler :-). Am Ende gibt es meist keine ernsthaft Verletzten, und die Krankenschwester-Heldin aus der Schweiz ist auch zur Stelle. Das hätte man etwas ernster und dunkler gestalten können. Trotzdem finde ich die Story recht amüsant, wenn auch wenig tiefgreifend.

Eine Seitenbemerkung: das japanische Original (bislang sieben Bände veröffentlicht) ist in einer recht einfachen Sprache geschrieben und hat Furigana. Daher kann man "Shy" schon mit einem JLPT N4 Niveau relativ gut lesen, ohne ständig an Vokabeln oder Kanji hängenzubleiben (im Gegensatz z.B. zu "Weathering with You", das ich sprachlich sehr anspruchsvoll finde, und dessen Zielpublikum offenbar ohne Furigana auskommt).
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Kayou, 25-ji no Koibito

Avatar: Licalyro#12
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"Rendezvous um 25 Uhr" ist der erste Manga, der von Mangaka Sakuhiro erschienen ist.
In der Geschichte sieht Kellner Tori seinen früheren Chef Misumi auf einem Sommerfest wieder. Auf dem Nachhauseweg rettet Tori den anderen Mann, der von einem schmierigen Typen bedrängt wird, der ihn offensichtlich für einen Callboy hält. Sie unterhalten sich und Tori erfährt, dass Misumi arbeitslos ist und an Geldnot leidet. Also bietet er kurzerhand an, den älteren Mann dafür zu bezahlen, wenn sie die Nacht zusammen verbringen. Daraufhin treffen sie sich immer Dienstags zur "fünfundzwanzigsten Stunde", um miteinander zu schlafen. Tori will eigentlich mehr von Misumi, der gibt ihm jedoch deutlich zu verstehen, dass er kein Interesse an einer Beziehung hat. Außerdem bekommt er immer merkwürdige Anrufe von einem anderen Mann. Bald schon trifft Tori diesen Kerl auch noch auf der Arbeit wieder - als seinen neuen Chef! Was verbindet ihn mit Misumi und wie kann Tori seinen Liebsten überreden, doch fest mit ihm zusammen zu sein?

In dem Mangaband gibt es noch eine weitere, superkurze Geschichte, "My Dear Hands". Die beiden früheren Schulfreunde Kazumi und Sho standen sich immer sehr nah, bis ersterer, der schon lange in Sho verliebt war, ihn eines Abends recht rabiat verführt. Danach geht Sho auf Abstand, was Nagelstylist Kazumi sehr traurig macht. Kann sein früherer Freund ihn wirklich nicht mehr leiden oder steckt etwas anderes dahinter?

Beide Geschichten handeln von einer unerwidert geglaubten Liebe. Bei der titelgebenden Geschichte fühlt sich Tori schon lange zu Misumi hingezogen, in dem er zu Beginn seines Jobs eine Art Mentor sah. Trotzdem fällt er bei der ersten Gelegenheit direkt über ihn her, obwohl Misumi nicht einmal klar gesagt hat, ob er überhaupt schon mal mit einem Mann zusammen war. Diese ungestüme Art zieht sich durch die gesamte Geschichte und lässt Tori nicht unbedingt sympathisch erscheinen. Außerdem erfährt man so gut wie nichts über seine Vergangenheit und der Charakter an sich bleibt recht flach. Was bei Tori versäumt wurde, bekommt bei Misumi dafür eine umso größere Bühne. Über ihn erfahren wir als Leser eine ganze Menge, nur ergibt das, was man liest, nicht immer viel Sinn. Am Ende der Haupthandlung war ich etwas verwirrt, weil mir die Erklärung für die Veränderung von Misumis Verhalten etwas merkwürdig vorkam.
Handlungstechnisch... Naja. An sich klang die Inhaltsbeschreibung nicht schlecht, aber die Erzählung an sich wirkt recht holprig. Ständig gibt es Brüche im Plot, vor allem bedingt durch Misumis irrationales Verhalten, was mich etwas verwirrt hat. Außerdem ging mir Tori auf die Nerven mit seiner schlichten Art. Mehrere Male saß ich kopfschüttelnd da und musste mir überlegen, ob ich überhaupt noch weiterlesen will.
Bei der zweiten Geschichte war es sogar noch schlimmer. Gut, sie war auch deutlich kürzer aber auch hier machte das Verhalten der Protagonisten keinen Sinn.
Das Design der Charaktere war in Ordnung, dafür wurde beim Zeitpunkt der der Hintergründe gespart und zwar so sehr, dass sie in vielen Szenen einfach nicht existieren.
Insgesamt hat sich der Manga für mich nicht gelohnt. Der Plot hetzt durch die Seiten, die Charaktere treffen verwirrende Entscheidungen und die Zeichnungen waren auch nichts Besonderes. Zudem war der Band mit gerade mal 156 Seiten recht dünn und dafür ziemlich teuer. Da gibt es im BL-Genre bessere Mangas.
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Kokoro ga Sakebitagatterunda.

Avatar: Licalyro#13
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Die vierbändige Mangareihe "The Anthem of the Heart" ist die Adaption eines Anime-Films und wurde von Makoto Akui, einer früheren Assistentin Shinobu Ohtakas (u. a. Schöpferin der Reihe "Magi - Labyrinth of Magic") gezeichnet.

Ein Prinz. Eine Prinzessin. Ein Mädchen. Ein Ei.
Das sind die Protagonisten eines Musicals, das eine Schulklasse bei einem Regionalaustausch vorstellen will. Also, eigentlich überredet der übermotivierte Klassenlehrer seine per Los ausgewählten Organisatoren dazu, dass sie das wollen. Zu Beginn der Geschichte sind die vier Auserwählten nämlich noch gar nicht von der Idee überzeugt. Das Los hätte wohl auch kaum ungeeignetere Kandidaten für diese Aufgabe treffen können.
Takumi Sakagamis Leben plätschert ruhig vor sich hin. Nach der Scheidung seiner Eltern lebt er bei seinen Großeltern und er bemüht sich, nicht großartig aufzufallen, ist dabei aber nicht sehr aufrichtig. Er liebt Musik, besonders Musicals. Früher war er kurz mit Natsuki Nito zusammen, doch als sie ihn vor ihren Freundinnen verleugnet, endet die Beziehung rasch.
Diese wiederum bereut es, wie sie mit Takumi umgesprungen ist, denn sie mochte ihn damals wie heute sehr gerne. Mittlerweile ist Natsuki Leiterin der Cheerleader-AG und hat auch ohne die zusätzliche Arbeit im Organisationsteam jede Menge zu tun.
Dasselbe kann man von Daiki Tasaki nicht behaupten. Eigentlich ist er das Ass der Baseball-AG, doch verletzungsbedingt darf er momentan nicht mitspielen. Seine freie Zeit nutzt er dafür, seinen Frust darüber an seinen Teamkameraden auszulassen und ihnen beim Training auf die Nerven zu gehen, obwohl er eigentlich nur helfen möchte.
Die einzige, die nicht allzu lange braucht, um sich für die Idee zu begeistern, ist Jun Naruse. Nachdem ihre unbedachten Worte dazu führten, dass die Ehe ihrer Eltern in die Brüche ging, hörte sie auf zu sprechen und wird ständig von einem Ei verfolgt, von dem sie glaubt, es habe ein Fluch auf sie gelegt, der sie am Reden hindert.
Zusammen müssen diese vier grundverschiedenen Jugendliche nicht nur das Musical organisieren (und schreiben!), sondern sich auch mit ihren eigenen Problemen und denen ihrer Mitstreiter befassen.

"Sie haben sie in einen Tresor im Herzen gesperrt... Die Gefühle, über die sie mit keinem sprechen können. Ihr 'wahres Ich', das sie niemandem zeigen können, zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. Aber eigentlich wollen sie ihre Gefühle in die Welt hinausschreien..."
Ich kenne den Film nicht, sondern habe nur den Manga mit stetig wachsender Begeisterung gelesen. Normalerweise lasse ich die Finger von Titeln, die unter dem Label "Slice of Life" laufen, weil ich die meistens nicht so spannend finde. Hier war das Ganze ein bisschen anders. Der Einstieg in die Story war mir etwas zu abrupt, weil alle vier Hauptcharaktere hintereinander weg auf wenigen Seiten eingeführt werden. Danach wird den gesamten ersten Band über in Rückblicken die Vergangenheit der Hauptcharaktere geschildert. Somit beginnt die eigentliche Handlung erst im zweiten Band. Ehrlich gesagt, hab ich mir den nur gekauft, weil ich wissen wollte, wie es mit Jun weitergeht, die mir mit Abstand am sympathischsten war. Jetzt, nachdem ich alle vier Bände gelesen habe, bin ich sehr glücklich, dass mein erster Eindruck nicht stimmte.
Das Thema dieses Mangas ist Mut. Anfangs fehlt dieser allen Vieren. Keiner von ihnen schafft es, zu seinen Gefühlen zu stehen und ehrlich zu sein, am wenigsten zu sich selbst. Doch im Laufe der Geschichte verändert sich ihre Einstellung zum Leben und dadurch schaffen sie es, Selbstvertrauen zu gewinnen - und sich ihre eigenen Fehler einzugestehen. Takumi lernt, dass es wichtig ist, zu seiner Meinung zu stehen, Natsuki merkt, dass es wichtigere Dinge gibt, als immer nur auf das zu hören, was die Anderen sagen. Daiki merkt, dass seine rohe Art nicht gut bei seinen Mitmenschen ankommt und Jun fängt nicht nur an zu sprechen, sondern ihre Gefühle hinaus in die Welt hinauszuschreien!
Als kleiner Randkommentar: Obwohl es auch um ein personifiziertes Ei geht, hat diese Geschichte keine wirklichen Fantasy-Elemente. Zu Beginn des Mangas hat mich das blöde Ding etwas aus der Bahn geworfen, aber es zieht sich wie ein roter Faden nicht nur durch Juns Geschichte, deswegen war es für die Handlung wichtig.
Die Zeichnungen sind schön anzusehen und das Charakterdesign einprägsam.
Insgesamt hat mir die kurze Serie unglaublich gut gefallen. Die Charakterentwicklung stand eindeutig im Vordergrund und wurde wirklich gut umgesetzt. Am Ende gab es sogar die eine oder andere Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Schade, dass nach vier Bänden schon wieder alles vorbei ist.
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Grimms Manga

Avatar: AruPrincess#14
Da ich Märchen wirklich sehr gerne habe , musste ich mir also auch die Manga-Reihe zulegen. Märchen mal anders, denn die Märchen sind nicht ganz so wie man sie aus dem Original kennt.
Ich kannte selbst nicht alle Märchen, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Man merkt dann einfach nicht, was anders ist als im Original. Das macht die Geschichten aber nicht weniger interessant und amüsant.

Die Märchen sind fast immer (bis auf 2 Ausnahmen) innerhalb eines Kapitels erzählt und völlig unabhängig voneinander lesbar. Bei manchen hätte ich mir gewünscht, dass sie ein paar Seiten mehr bekomme hätten... Aber vielleicht liegt das auch nur an meiner Vorliebe für diese Märchen. Die eingebrachten Ideen mag ich aber echt gerne, vor allem bei den mir bereits bekannten Geschichten hat es oft zu einem Schmunzeln geführt.

Die Charaktere sind immer sehr liebevoll und detailreich gezeichnet. Aber da es hier wie in den "normalen" Märchen gehandhabt wird, haben sie meist keinen sehr ausgefeilten Charakter, sondern stellen eine bestimmte Eigenschaft sehr klar zur Schau. Wer Märchen mag, den wird das auch nicht stören.

Die Zeichnungen haben mich am Anfang echt überwältigt. Sehr viele Details und sehr viele Kleinigkeiten, die man entdecken kann. Auch die Anordnung der einzelnen Zeichnungen war manchmal etwas überfordernd, sie gingen irgendwie ineinander über, ohne dass man gemerkt hat, wo die neue anfängt. Aber man gewöhnt sich dran, auch wenn man wirklich etwas langsamer machen muss beim Lesen, da man sonst wirklich einiges verpassen kann.

Insgesamt also eine schöne Kurzreihe, die einen nochmal in die Zeit zurückversetzt, in der man gerne Märchen gelesen hat (oder sie von jemandem vorgelesen bekam).
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Midnight Rain

Avatar: Licalyro#15
  • Handlung
  • Illustrationen
  • Charaktere
  • Tough Love
  • Erotik
"Midnight Rain" ist der zweite Einzelband von CTK, der in Deutschland erschienen ist. Wie schon der erste Manga "On Doorstep" ist der Schauplatz in einer amerikanischen Großstadt angesiedelt. Ethan, einer unserer Protagonisten, wohnt bereits seit längerer Zeit in ärmlichen Verhältnissen. Da er die hohen Spielschulden seines verstorbenen Vaters abbezahlen muss, befindet er sich in einer ausweglosen Situation. Eines Abends beobachtet er aus dem Fenster seiner Wohnung, wie ein Mann auf offener Straße zusammengeschlagen wird. Wenig später treffen sie zufällig in einem Waschsalon aufeinander, doch obwohl Ethan sich Mühe gibt, ein Gespräch zu beginnen, bleibt der Fremde abweisend. Trotzdem scheint das kurze Gespräch etwas in dem anderen Mann berührt zu haben, denn bald schon taucht er schwer verletzt vor Ethans Haustür auf. Er stellt sich als Mike vor und das holprige Zusammenleben der beiden einsamen Wölfe beginnt.

"Nachts sind alle Kerle rau."
Dieser Satz steht hinten auf dem Buchrücken und er fasst den Inhalt des Mangas ganz gut zusammen. Sowohl Ethan als auch Mike sind raue Typen, bei denen auch schon mal die Fäuste fliegen (auch untereinander!). Selbst die körperliche Annäherung der beiden Protagonisten geschieht zunächst unter fraglichen Bedingungen. Bis die beiden sich eingestehen, so etwas wie Gefühle füreinander zu haben, ist die Geschichte beinahe schon vorbei. Vor allem Mike schlägt lieber direkt zu, als sich mit solchen lästigen Dingen zu beschäftigen. Im Lauf der Erzählung wird er langsam sympathischer, obwohl man so gut wie gar nichts über ihn erfährt, im Gegensatz zu Ethan, dessen Vergangenheit ebenso gezeigt wird wie die verschiedenen Schichten seiner Persönlichkeit. Ihn fand ich wirklich interessant und konnte sein Handeln nachvollziehen.
Die Geschichte beginnt sehr düster und der Titel "Midnight Rain" gibt sehr eindrucksvoll die Stimmung wieder, die in ihr transportiert wird. Im Verlauf wird sie dann hoffnungsvoller, was vor allem an Ethans zwischenzeitlich recht fröhlicher Art liegt. Dabei passiert nach dem Treffen der beiden Protagonisten gar nicht mehr allzu viel. Hauptsächlich wird ihr Zusammenleben gezeigt und ihre Konflikte miteinander.
Besonders gut haben mir die Zeichnungen des Mangas gefallen. Sie sind sehr detailliert, ohne dabei Dinge zu beschönigen. Weder Ethan noch Mike sind besonders hübsch, doch ihr Design ist unverwechselbar.
Leider hat das nicht gereicht, um mich vollends von dem Manga zu überzeugen. Das, was man über die Charaktere erfährt, ist schon spannend, aber für mich letztendlich zu wenig, um daraus eine gute Story zu stricken. Es passiert einfach viel zu wenig, was die Charaktere zusammenschweißen könnte. Und obwohl ich es gut fand, auch mal zwei große, starke Kerle zu sehen, die sich zueinander hingezogen fühlen, hat mich ihr unangemessenes Verhalten zueinander am Anfang sehr genervt. Schlecht war der Manga also nicht, aber ich weiß nicht, ob ich ihn noch einmal lesen werde.
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