
CipherDoodEditor
#1Eine russische Tsundere gewinnt die Herzen der Zuschauer
In dieser Saison stand ein Titel durchgehend auf Platz 1 der Beliebtheitsskala von Anisearch, und das war Roshidere. Das von Sunsunsun geschriebene und von Momoco illustrierte Werk war in Japan schon vor Anime Start sehr beliebt, so dass diese Adaption der ersten drei Bände nicht überraschend kam, aber verdient es diese Lorbeeren auch? Genau das wollen wir uns genauer ansehen.

Der Titel begleitet den Schulalltag unseres einsamen Wolfes Masachika Kuze, der auf den ersten Blick wie ein Taugenichts erscheint, der alles tut, um nie positiv aufzufallen. Trotzdem ist er ausgerechnet der Einzige, der sich mit Miss Perfect, der Eisprinzessin der Klasse, Alisa Mikhailovna Kujo, genannt Alya, versteht. Aber nicht nur das! Sie flüstert ihm immer süße Worte und ihre wahren Gefühle auf Russisch zu, immer in dem Glauben, dass er sowieso nichts versteht, worin sie sich gewaltig irrt! Aber mit der Zeit sollten wir lernen, dass mehr hinter den beiden steckt und auch ganz besonders hinter ihrem Umfeld, ja, wir reden von dir Yuki Suou 😉

Zugegeben, der Anime erfindet das Rad nicht unbedingt neu, aber das muss er auch nicht! Er macht sich lediglich die bekannten Stereotypen zu Nutze, ohne dabei den Bogen zu überspannen und peinlich zu wirken, was in der heutigen Zeit wohl die schwierigste Gratwanderung überhaupt ist!
Mit Alya haben wir eine Tsundere, die wegen ihres aufrechten Charakters, der sich nicht verbiegen lässt, oft aneckt, die aber wirklich mehr Dere als Tsun ist und deren Tsun nie zu sehr aus der Reihe tanzt, um unangenehm zu wirken, sondern immer den Wunsch weckt, sie unterstützen zu wollen.
So auch Masachika, der nach familiären Problemen eigentlich alle Ambitionen aufgegeben hatte, aber beim Anblick von Alya, die immer alles gibt, nicht anders kann, als nach Höherem zu streben und sie an ihrer Seite zu unterstützen.
Doch der Frieden der beiden Turteltauben wird von einem Gremlin gestört! Eine Dame, die vielleicht noch mehr Herzen für sich gewonnen hat als Alya, die Rede ist von Masachikas vermeintlicher Sandkastenfreundin Yuki Suou. Wie wir sehr schnell erfahren, ist die in der Öffentlichkeit stets vornehm auftretende Dame in Wirklichkeit ein Hardcore-Otaku und gleichzeitig Masachikas Schwester! Sie liebt es, die klischeehaften Rom-Com-Ereignisse auszuleben, sehr zum Leidwesen von Masachika und zur Freude der Zuschauer, die sie nie vergisst 😉

Auch bei der Umsetzung kann man dem Studio Doga Kobo nur gratulieren. Allein wenn man das Opening zum ersten Mal sieht, fällt einem förmlich die Kinnlade runter, so faszinierend schön ist das. Aber das ist wirklich nicht alles. Die Produktion ist durchgehend auf einem recht hohen Niveau, wobei man deutlich merkt, dass einigen Szenen besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ja wir reden unter anderem von der Kniestrumpfszene in Episode 1, die wohl so manchen zum Fußfetischisten bekehrt hat 😉
Aber nicht nur das, auch für das Ending hat man sich etwas Tolles einfallen lassen. Sumire Uesaka, die Alya spricht, singt jedes Mal ein anderes Lied. Dabei greift sie auch gerne auf liebgewonnene Klassiker zurück, wie in Episode 4 mit "Hare Hare Yukai (ハレ晴レユカイ)", welches Haruhi Fans bestens bekannt sein dürfte.
Auch die deutschen Synchronisationen sind zu loben. Diese sind bisher sehr gut gelungen und vor allem mit Lisa Dzyadyk als Alya hat man eine gute Wahl getroffen, da sie nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Russisch glänzt.
Fazit:
Roshidere ist wirklich eine Empfehlung für alle SoL- und Rom-Com-Fans. Dabei besticht der Titel nicht unbedingt durch Originalität, sondern durch einen ausgewogenen und gut ausbalancierten Einsatz bekannter Muster und Stereotypen, ohne zu überdrehen oder den Bogen zu überspannen. Ein Drahtseilakt, der mit Bravour gemeistert wird. Gepaart mit einer tollen Inszenierung und viel Liebe zum Detail hat sich der Titel in dieser Saison zu Recht in die Herzen der Zuschauer gespielt. Nur wer sich mehr Romantik wünscht, könnte etwas zu kurz kommen. Eine Fortsetzung wurde ebenfalls angekündigt, mit dem Abschluss der 12. Episode und wir werden uns dort sicher wiedersehen, denn ich bin schon gespannt wie es weitergeht ❤️
Die Light Novel auf der es basiert wird seit einige Zeit schon auf Englisch bei Yen Press veröffentlicht und seit kurzem ebenfalls auf Deutsch durch JNC Nina. Sollte es euch gefallen haben, kann ich einen Blick nur wärmstens ans Herz legen.
Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Anime.

Post was last edited on 18.09.2024 11:20.
Rezensionen – Alya Sometimes Hides Her Feelings in Russian



