Anime Reviews

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Anime Reviews

Hataraku Saibou Black

Avatar: Ich&Anime#1
"Cells at Work", sowohl die "original" als auch die neue Serie, also Code Black, lebt von einem interessantem Konzept. Die Zellen eines menschlichen Körpers werden als menschliche Wesen dargestellt, die sprechen, denken und fühlen können, gleichzeitig aber die Aufgaben einer Zelle haben. Das ist eine erstaunlich coole Idee, wenn man interessiert in Biologie ist und mal einen etwas anderen Blick auf die Prozesse eines Körpers bekommen möchte - doch leider funktioniert es nicht ganz.

Am besten fange ich am Anfang an, bei meinem Ersteindruck: Ich habe "Cells at Work" vor einer ganzen Weile gesehen, wenn auch nie ganz und war daher ziemlich neugierig auf "Code Black". Damals fand ich das Konzept von Cells at Work ziemlich interessant, doch die Serie konnte mich nicht wirklich binden, weshalb ich sie nie komplett sah. Dementsprechend hatte ich bereits grobe Erwartungen an diese Serie und.... nun ja, diese Erwartungen stellten sich als gewaltiger Irrtum heraus. Während Cells at Work noch ein ziemlich entspannter, fast schon Slice of Life Anime mit Action-Elementen war, ist Code Black so düster wie der Name es vermuten lässt. Ich war nach der ersten Folge so geschockt, dass ich peinlich berührt meine Chipstüte beiseite legte und erstmal schlafen gegangen bin.

Und das war nicht der einzige Effekt, denn der Anime auf mich hatte. So trinke ich seit neustem viel mehr und achte ein bisschen mehr auf meine Ernährung. In Code Black ist der Mensch, in dem der Anime spielt, nämlich ein Alkoholsüchtiger, Fetter, Fauler und nikotinabhängiger Mann, der auch noch Schlafmangel hat und zu wenig trinkt. Und die Darstellungsform dieses Anime ist, wenn man sich darauf einlässt, so krass, dass du dich schlecht fühlst, wenn du auch nur eine Cola beim schauen trinkst.

Genau das macht es aber auch so schwer, den Anime zu bewerten. Er will nicht nur unterhalten, sondern dir auch Dinge beibringen und versucht daher meist möglichst realistisch zu bleiben. Und das zu vereinen klappt nicht immer perfekt. Logiklücken z.B. sind keine Seltenheit, als Bsp. funktioniert die Darstellung der Zellen als Humanoid und gleichzeitig als Zelle nicht immer. Jeder Mensch würde anders handeln als die Zellen es machen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Ich hatte bereits erwähnt, dass dieser Anime echt düster ist. Trotzdem konnte ich mir bei einigen Szenen nicht das Lachen verkneifen. In einer Szene gibt es z.B. ziemlich viele Hinweise darauf, dass unser Lieber Mr. Schwabel, wie ich den Menschen hinter dem Körper liebevoll nannte, zu einer Prostituierten ging. Und sry, aber das fand ich witzig.

Ansonsten gab es noch viele, viele, viele Kleinigkeiten, die mich am Anime störten. So spoilerten die Titel einzelner Folgen den Tod eines Charakters oder andere Plottwists, dass Finale war unbefriedigend, die Charaktere langweilig usw. Allgemein die Charaktere fand ich hier viel schwächer als noch in Cells at Work, wo es viel mehr um die einzelnen Charaktere ging und nicht jede Folge der Mensch an irgendeiner neuen Dummheit fast verreckt ist.

Storytechnisch finde ich den Anime auch leider nicht gut. Er ist wie ein Slice of Life Anime, in dem jede Folge irgendeine neue Katastrophe geschieht, aber keine richtige Lösung gefunden wird. Das ist ziemlich unbefriedigend, eintönig und es wirkt unbedeutend, eine Story oder Charaktere können sich nicht wirklich richtig entfalten. Natürlich ist es einfach so, dass die Story gewaltig durch die Realitätsnähe eingeschränkt ist, weshalb ich noch ein Auge zudrücke. Dennoch werde ich nicht so tuen, als wäre die Story nie geschehen.

Fazit
Der Anime will weniger Unterhalten, als dass er auf seine eigene Art und Weise Lehren will. Ich persönlich nehme einiges aus diesem mit, womit er wohl sein Ziel erreicht. Dennoch ist er, im Vergleich zu anderen Anime, wenn es um Unterhaltung geht, eher schlecht. Ohne das Szenario, dass es sich genau so in meinem Körper abspielen könnte, hätte ich wohl nach einer der ersten Folgen abgeschalten. Am Unterhaltsamsten war noch die Dummheit von Mr. Schwabel.
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R.O.D: Read or Die

Avatar: Ixs
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#2
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Action
R.O.D: Read or Die“ ist eine dreiteilige OVA, die auf dem gleichnamigen Manga des Autors Hideyuki Kurata basiert. Die Serie wurde 2001 unter der Regie von Kouji Masunari von Studio DEEN (u.a. „Maria-sama ga Miteru“, „Simoun“, „Fate/Stay Night“) produziert und stellt eine Fortsetzung der Geschichte der Mangas dar.

Die Geschichte handelt von Yomiko Readman einer bibliophilen Vertretungslehrerin, die nebenbei auch als Agentin arbeitet. Nach Angriffen in Washington DC, die zur Zerstörung des Weißen Hauses und zum Diebstahl mehrerer hundert Manuskripte aus der US-Kongressbibliothek führen, wird Yomiko aufgefordert bei der Festnahme des Täters und der Wiederbeschaffung der fehlenden Manuskripte zu helfen. Aber das Erscheinen von längst verstorbenen historischen Figuren, die möglicherweise mit einem früheren Fall gestohlener DNA-Proben in Verbindung gebracht werden können, bedeutet, dass Yomiko und ihre Partnerin Nancy Makuhari eine bizarre Mission haben.

Die Geschichte ist nicht unbedingt komplex. Eine Organisation, die sich dem Schutz seltener Bücher widmet, schickt Mitarbeiter an den Tatort, um einen Angriff auf die Kongressbibliothek und die Zerstörung des Weißen Haus zu untersuchen. Der Angriff wird von Klonen historischer Persönlichkeiten mit Superkräften ausgeführt, die versuchen, ein seltenes Buch zu bekommen, das einem der Mitarbeiter der Organisation, Yomiko Readman, gehört. Die Geschichte ist originell und hat viele Wendungen. Der Autor nutzte die begrenzte Laufzeit voll aus, indem er jedes einzelne Ereignis für die Handlung wichtig und die ganze Geschichte sehr dicht und sehr schnell macht. Was der Geschichte an Hintergrund fehlt, macht sie mit Originalität wieder wett. Die 90 Minuten sind ziemlich vollgepackt. Es gibt praktisch nichts Überflüssiges, sodass es nur relevante Szenen gibt.

Die Hauptcharaktere sind besser ausgearbeitet als man in der kurzen Zeit annehmen könnte. Yomiko Readman, „The Paper“, ist die Hedin und wahrscheinlich die letzte Person von der man erwartet das sie eine Geheimagentin ist. Ihre Fähigkeit Papier in jede Form zu bringen, macht sie in nahezu jeder Situation gewachsen und für einen Bücherwurm ist sie überraschend geschickt darin sich zu verteidigen. Sie ist unschuldig und naiv, aber trotzdem auch ein Badass, was zu ihrem Charme beiträgt. Nancy Makuhari, „Miss Deep“, ist auch ein sehr gut geschriebener Charakter. Aber sie ist kein so einfacher Charakter wie Yomiko, im Allgemeinen ist sie aber ziemlich sympathisch. Die Beziehungsdynamik zwischen Yomiko und Nancy ist extrem homoerotisch. Obwohl die Geschichte nicht unbedingt gehetzt war, gab es jedoch keine Zeit die Charaktere zu entwickeln. Das betrifft vor allem die Bösewichte. Sie waren interessant, hauptsächlich wegen des Klonens, aber die Motivation des Hauptgegners schien ein wenig aus der Luft gegriffen. Trotzdem war der Cast ein positiver Aspekt dieses Animes.

Die Animation ist ungewöhnlich gut für ein OVA, beinahe schon Spielfilmqualität. Die Charakterdesigns sind ansprechend und passend perfekt zu den Charakteren. Die Actionszenen waren sehr unterhaltsam mit einer sehr guten Choreografie, ganz zu schweigen von den fließenden Bewegungen. Die Hintergründe sind schön ausgefeilt und detailliert. Das Animieren von Nachtszenen ist immer schwierig, aber in der ersten Folge gibt es einen atemberaubenden Luftkampf zwischen einem Steampunk Segelflugzeug und einem riesigen Papierflugzeug über der Skyline von New York. Ebenfalls hat „R.O.D: Read or Die“ großartige Musik, die dem Anime ein Spionagethriller-Feeling aus den 1960er Jahren verleiht. Das Opening „R.O.D no Theme“ bringt das Geheimagententhema auf den Punkt. Die Synchronsprecherin Rieko Miura und Michiko Neya haben hervorragende Arbeit geleistet.

Zusammenfassend ist „R.O.D: Read or Die“ ein rasanter, actiongeladener Anime. Die Serie kombiniert eine frische Geschichte mit interessanten Charakteren in einer hochwertigen Produktionsqualität. Wer eine brillante Geheimagentengeschichte sucht, kann hier gerne hineinsehen.
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Shoujo Kakumei Utena: Adolescence Mokushiroku

Avatar: Ixs
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#3
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Yuri
Revolutionary Girl Utena: The Movie“ ist ein 1999 erschienener Anime-Film. Er wurde von Kunihiko Ikuhara („Mawaru Penguindrum“, „Yuri Kuma Arashi“) inszenierte und vom Animationsstudio J.C.Staff produziert. In der Rangliste der 100 besten Anime-Filme aller Zeiten von Anime News Network belegte er den 8. Platz. Der Film ist bekannt für seine vielen Metaphern, Symbolik und Intertextualität.

Die Geschichte handelt von der Protagonistin Utena Tenjou, die neu an der Schule ist und versehentlich in Zweikämpfe um die „Rosenbraut“, Anthy Himemiya, verwickelt wird. Wer die Rosenbraut besitzt hat die Macht die Welt zu revolutionieren.

Wer die TV-Serie gesehen hat, wird bemerken, dass die Grundhandlung die gleiche ist. Der Unterschied besteht darin, dass der Film in einer surrealen Welt spielt in der fast alles symbolisch ist. Weshalb die Geschichte manchmal etwas schwer zu verfolgen sein kann, da die Bilder überwältigen sind. Der Film ist jedoch keine Zusammenfassung oder Fortsetzung der TV-Serie, sondern ein Alternativversion. Ikuhara wollte einen Film schaffen, der die Themen der ursprünglichen Anime-Serie vertieft und versuchte, „im Film das zu tun, was ich in der TV-Serie nicht erreichen konnte“. Es werden schwierige Themen wie Inzest und Vergewaltigung gezeigt, was wichtige Handlungspunkte sind, die der Geschichte ein zusätzliches Tragödien-Element hinzufügen. Die Lebenswege von Anthy und Utena kreuzen sich und führen für Utena zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Wobei die letzten 20 Minuten des Films denkwürdig sind. Im Grunde ist es ein unglaublich surreales Ende.

Insgesamt gibt es nicht viele Charaktere die für diese Geschichte besonders wichtig sind. Im Gegensatz zur TV-Serie konzentriert sich daher der Film auch auf seine Hauptcharaktere Utena und Anthy. Für mich war Anthy ein ziemlich schwieriger Charakter, weil sie so unterwürfig war und nicht bereit war sich ihrer zugewiesenen Rolle zu widersetzen. Sie ist das genaue Gegenteil von Utena. Obwohl Utena in gewisser Weise wie ein stereotyper „Prinz“ daherkommt, ist sie immer noch ein zerbrechliches, junges Mädchen. Was die anderen Charaktere betrifft, so schien Touga größtenteils der vollendete Gentleman zu sein, und Saionji nicht. Trotzdem kam er immer noch besser rüber als Akio. Shiori und Juri hätten eventuell auch wichtigere Rollen spielen können. Und Wakaba und Miki sahen man kaum auf den Bildschirm, was aber kein großer Verlust ist. Einen sichtbareren Antagonisten gibt es im eigentlich Sinn nicht, da Utenas größter Feind ihre eigenen Gedanken und Gefühle sind.

Das Artwork ist brillant. Die Bilder sind unglaublich. Ein visuelles Spektakel. Die Animation und die Hintergründe sind wirklich ein unvergesslicher Anblick und selbst die Charakterdesigns haben einen polierten Look, der perfekt zu den Charakteren passt. Alles in diesem Film bewegt sich, einschließlich jedes einzelnen Rosenblatts, das im Wind tanzt und es gibt massenhaft Rosenblätter. Einige Szenen sind hell und lebendig, andere dunkler und durchdringender. In jedem Fall ist die Atmosphäre gut durchdacht. Die Kampfszenen sind lebendig, dynamisch und sehr anmutig. Es ist ein sehr emotionaler Film, der entsprechend auch emotionale Reaktionen hervorruft, die von Wut über Verzweiflung bis hin zu Glück reichen. Die Architektur der Ohtori-Akademie ist besonders beeindruckend und bemerkenswert. Selbst die verwendeten Designelemente und Architekturstile scheinen eine Bedeutung zu haben. Um alles noch beeindruckender zu machen, wurde der Film bereits 1999 veröffentlicht. Gutes Artwork ist zeitlos! So beeindruckend die Bilder dieses Films auch sind, steht ihm sein Soundtrack in nichts nach. Er trägt zur Symbolik bei und arbeitet mit der Musik zusammen, um ein einzigartige Atmosphäre zu schaffen. Die Synchronisation ist großartig. Tomoko Kawakami und Yuriko Fuchizaki sind in den Hauptrollen zu hören. Die Nebenrollen sind alle sehr kompetent ausgeführt. Eine deutschsprachige Synchronfassung wurde 2007 unter dem Titel „Utena: La fillette révolutionnaire - The Movie“ veröffentlicht, die ebenfalls sehr gut gelungen ist.

Zusammenfassend ist „Revolutionary Girl Utena: The Movie“ eine epische Liebesgeschichte, bei der der jedoch der größte Unterhaltungswert das Artwork und die Musik ist. Der Film ist komplex, intellektuell anregend und unterhaltsam. Er ist sehr atmosphärisch und die Synchronisation ist fantastisch. Es ist wahrscheinlich der visuell schönste Film, den ich je gesehen habe. Ein Klassiker den man sich ansehen sollte, daher sehr zu empfehlen.
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Majo no Tabitabi

Avatar: Vox#4
Die Reise einer jungen, leicht arroganten und klugen aber unerfahrenen Hexe, welche uns nicht nur in die verschiedensten Länder oder durch die unterschiedlichsten Märchen führt, sondern auch mit ihrer Magie verzaubert.

Als Kind liebte Elaina die Geschichten aus der Tagebuch-Reihe „Nikes Abenteuer“, welche von den Abenteuern der reisenden Hexe Nike handeln. Sie war so sehr von den Erzählungen angetan, dass sie es sich zum Ziel setzt, später einmal selber zu einer großen Reise aufzubrechen und die Erlebnisse in ihrem ganz eigenen Tagebuch festzuhalten. Dieses Konzept ist das Grundgerüst der Serie, man bekommt nicht irgendwie oder irgendwelche Geschichten zu sehen, sondern die, die sie in ihrem Tagebuch niedergeschrieben hat.

Mit nur 14 Jahren hat sie als jüngste bekannte Absolventin die Ausbildung zu einer Hexe geschafft, was ihr allerdings mehr Neid als Ruhm einbrachte und anfänglich für einen Dämpfer ihrer Reise sorgte. Schlau, talentiert und zielstrebig wie sie ist, ließ sie sich davon aber nicht weiter aufhalten und machte sich auf, die große Welt, mit all ihren Geschichten, zu erkunden. Während ihrer Reise trifft sie auf die unterschiedlichsten Leute, Orte und sogar hin und wieder auf alte Bekannte. Eine mysteriöse, zerstörte Stadt, in der ein Monster wütet, Menschen-verschlingende Pflanzen oder ein Reich, in dem niemand lügen kann, sind nur eine handvoll Beispiele, wohin uns ihre Reise führt. Jeder Ort und jedes treffen mit anderen Menschen ist einmalig und lehrt sie neue Ansichten, Erfahrungen und moralische Werte.
Natürlich bekommt sie nicht nur die guten Seiten der Welt gezeigt, sondern wird, trotz ihrer überragenden magischen Fähigkeiten, auch mit Situationen konfrontiert, bei denen sie die Leiden und die Trauer Anderer nicht verhindern kann und sie sich ihrer Unerfahrenheit bewusst wird. Auch muss sie sich mit weniger erfreulichen Dingen wie etwa Vergänglichkeit, Rache oder Mord auseinandersetzen und diese, so sehr es sie auch schmerzt, akzeptieren. Wer also angst hat, die Serie könnte zu kindlich sein, den kann ich beruhigen, viele der Geschichten sind unter der simpel-scheinenden Schicht sehr komplex und tiefgründig, wodurch sie viel Platz für eigene Interpretationen lassen. Man wird bewusst dazu angeregt sich über die einzelnen Folgen Gedanken zu machen und sie nicht einfach nur stumpf zu konsumieren. Viele der Probleme auf die sie während ihrer Reise trifft, weisen meist starke Parallelen zu Geschichten ihrer Kindheit auf, wo es immer eine Moral aber nicht immer ein „Happy End“ gab. Zu den einzelnen Geschichten gibt es keine Einleitung oder lange Vorgeschichte, man bekommt nur das zu sehen, was Elaina auch mitbekommt. Es wird in vielen Fällen bewusst offen gelassen, was mit den Leuten passiert, denen sie begegnet, bzw. welche Konsequenzen deren oder ihre eigenen Handlungen mit sich ziehen, sobald sie den Ort verlassen hat. Mir persönlich gefällt gerade das sehr gut, da so die Immersion, dass man gerade Elainas Tagebuch ,,liest‘‘, um einiges intensiver wird und man wirklich das Gefühl bekommt, sie tatsächlich auf Schritt und Tritt zu begleiten. Diese Nähe hat auch noch einen anderen, für mich sehr entscheidenden, Vorteil: Genau wie bei Kikis kleiner Lieferservice oder Flying Witch, liebe ich es einfach, wenn man alles rund um Magie und Zauberei so verpackt, dass es beim Schauen so gut wie gar nicht als etwas „übernatürliches“ auffällt bzw. als „normal“ wahrgenommen wird und so das Gefühl verstärkt, das Gezeigte könnte wirklich so passiert sein.
Man sollte jetzt natürlich nicht erwarten, dass das Rad neu erfunden wurde, der Anime ist vollgepackt mit Märchen/Fantasy-Klischees, man hat viele der vorkommenden Ideen schon mal irgendwo gesehen und die meisten der Plots sind auch nicht gerade unerwartet. Elainas Charakter entwickelt sich leider trotz der vielen Erfahrungen, die sie sammelt nicht wirklich weiter und ihre Naivität gepaart mit leichter Selbstüberschätzung bleibt uns bis zum Ende erhalten, was wirklich sehr schade ist, da während ihrer Reise nicht nur ein paar Wochen, sondern mehrere Jahre vergehen. Dieser Anime hat mich allerdings trotz allem mit seinen wunderschönen und liebevoll erzählten Geschichten verzaubert und gänzlich in seinem Bann gezogen und ich hoffe, dass er das auch bei vielen Anderen noch schafft. Wer denkt die Geschichten der Serie sein schon magisch und fantastisch genug, der sollte sich unbedingt den von ChouCho gesungenen Ending Song Haiiro no Saga nach jeder Folge anhören, welcher einen noch einmal in eine ganz eigene Welt entführt und die Folgen perfekt abschließt.
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Kono Sekai no Katasumi ni

Avatar: Wakaranaii#6
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik

Für mich ist dieser Film wirklich ein Meisterwerk. Ein Film der genauso wie das letzte Glühwürmchen unter die Haut geht. „In this Corner of the World” ist ein sehr menschlicher Film. Schöne, künstlerische, historische Genauigkeit, zeitgemäße Botschaften und thematische Tiefe, nachdenklich und vor allem ein wirklich erfreuliches Seherlebnis, das ich nicht vergessen werde. Ein Film, der mich durch eine emotionale Reise führte. Ein Film, den ich von allen Filmen, die ich je gesehen habe, am meisten genossen habe. Es ist ein provokanter, engagierter und nachdenklicher Blick auf eine sehr problematische Zeit in der Geschichte. Ein Film, der alles zurückbringt, was seit vielen Jahren auf dem Animationsmedium verloren gegangen ist. Ein großartiges Schaufenster für Animation als Erzählmedium, ohne Angst davor zu haben, die einzigartigen Aspekte der Animation zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Ein Blick auf das Cover lässt Anfangs auf eine nicht so „dramatische“ Story schließen und auch der etwas andere Zeichenstil kann einen Hauch von Abneigung hervorrufen, jedoch sollte man einen Blick wagen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man schnell vor Neugierde gepackt wird und dann folgen viele emotionale Ereignisse durch die, das Werk dich führt. Studio MAPPA hat bei diesem, 2016 erschienenem Werk, volle Arbeit geleistet.

Zu Allgemeinen Punkten wie Animation, Charaktere und Musik gibt es von meiner Seite aus nicht groß etwas zu bemängeln. Viel eher möchte ich auf die Umsetzung der Story eingehen. Dieser Film bietet eine stimmige und weites gehende korrekte Darstellung historischer Ereignisse und gewährt uns durch eine dramaturgisch gut gelungene Darstellung, den Einblick in eine Welt voller Ereignisse, die wir hoffentlich nie mehr miterleben müssen. Dieses Kriegsdrama, das den Alltag in vergangener Kriegszeit widerspiegelt, kann ich nur jedem mit vollem Stolz weiterempfehlen. Auch wenn euch die historischen Geschichten der Vergangenheit nicht besonders interessiert. solltet ihr diesem Werk eine Chance geben.
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Metropolis

Avatar: Asane
Editor
#8
Naheliegenderweise werden bei »Metropolis« immer wieder Vergleiche und Parallelen zu dem gleichnamigen Monumentalfilm von Fritz Lang gezogen. Es hagelt zwar nicht mehr Verisse am laufenden Band wie damals zur Premiere 1927, wenngleich auch die Ansichten der Anime-Community durchaus in diese Richtung gehen. Wohl sind die Meinungen und Wertungen hier wesentlich vielfältiger, aber die grundlegenden Probleme, woran es (auch) bei diesem Film hakt, sind die gleichen geblieben.

„Fritz Lang verbindet in seinem monumentalen Stummfilmepos mythisch-romantische Motive des deutschen Expressionismus mit technischer Utopie und politischer Spekulation. Filmästhetisch ein virtuos durchkomponiertes Licht- und Schattenspiel, das durch suggestiven Montagerhythmus und architektonische Phantasie fesselt; filmgeschichtlich ein früher Klassiker des Science-fiction-Kinos; zeitgeschichtlich ein aufschlussreicher Kommentar zur Sozialpsychologie der Massengesellschaft der Weimarer Republik – auch wenn am Ende die gesellschaftlichen Widersprüche mit reaktionärem Pathos zugedeckt werden.“

[Lexikon des internationalen Films, Originalausgabe 1987, zitiert nach Wikipedia]

Der größte Teil dieser Einschätzung trifft auch auf den Animefilm von 2001 zu. Obwohl es erstaunlich genug ist, wie groß die Bezüge zu Fritz Langs Stummfilmklassiker sind. Denn als Vorlage für diesen Anime diente der gleichnamige Manga von Osamu Tezuka aus dem Jahr 1949, wobei einige signifikante Änderungen vorgenommen wurden. So findet bezüglich der Hauptperson (»Protagonist« wäre zu viel gesagt) kurz mal ein Wechsel von männlich ("Michi") zu weiblich ("Tima") statt – und das bei einem Androiden! – und als verblendeter jugendlicher Bösewicht wurde zusätzlich die Figur des Rock Holmes eingebaut.
Tezuka selbst hat von dem Kinofilm eigener Aussage nach nur über einen Zeitungsartikel Kenntnis erhalten, so daß also »Robotic Angel« (der Film musste im deutschen Sprachraum aus lizenzrechtlichen Gründen umbenannt werden) nur über mehrere Ecken hinweg die Themen des Stummfilms aufgreift.
Um so überraschender ist, wie viel davon auch in den Animefilm eingeflossen ist. Das mag aber auch damit zusammenhängen, daß es förmlich auf der Hand liegt, in solch einer futuristischen Stadt nicht nur Erfndergeist, Errungenschaften und überhaupt die Utopie einer besseren Welt zu thematisieren, sondern eben auch ihr Gegenteil, der Preis, den man dafür zahlen muss, oder all die Probleme, die solch ein Bestreben nach sich zieht.

Und die sind vor allem sozialer Natur. Hier herrscht (wen wundert's) eine strikte Zweiklassengesellschaft, die nicht nur physisch in Ober- und Unterwelt getrennt ist; es herrschen Ausbeutung und militärische Machtausübung, revolutionäre Tendenzen und Gewaltexzesse, vordergründig eine ans Größenwahnsinnige grenzende Gigantomanie und im Hintergrund die finsteren Pläne, mittels obskurer Wissenschaftler nichts weniger als die Weltherrschaft zu erringen. Oder doch wenigstens die totale Kontrolle. (Als Animefan kennt man das natürlich auch aus anderen Werken wie beispielsweise Texhnolize oder Kaiba.)

Das Großartige an dem Anime ist, wie er all das in Bildern einfängt. Nicht nur in Bildern, auch in beiläufig gestreiften Einstellungen, in "virtuos durchkomponierte[m] Licht- und Schattenspiel, das durch suggestiven Montagerhythmus und architektonische Phantasie fesselt" (s.o.)
Visuell spielt das alles auf enorm hohem Niveau. Die Darstellung der »Zikkurat«, der in allen Farben und Formen beeindruckenden Stadt, der technischen Einrichtungen mit den übergroßen, sich langsam drehenden Zahnrädern, die man in Analogie zum steam punk "Electro Punk" nennen könnte, und der weiten, gewaltigen industriellen Hallen, wo alles erfüllt ist vom rötlich strahlenden Glanz der Messingapparaturen – all das ist schlicht atemberaubend und erfüllt einen mit Vorfreude auf eine fesselnde Geschichte.

Doch nicht nur technisch-ästhetisch taucht man hier ein in die späte Weimarer Epoche; auch musikalisch zitiert man den Tanzsalon der 30er Jahre, greift aber für die normale BGM auf die filigrane wie gleichermaßen phantastisch-wuchtige Filmmusik von Toshiyuki Honda zurück.

Das alles hat ein ausgesprochen europäisches Flair, Umgangssprache scheint wohl englisch zu sein, die Personen jedoch folgen eher dem Ideal des franco-belgischen Comics, am auffälligsten bei der Figur des Privatdetektivs Shunsaku Ban, und werden gern mal als wandelnde Karikaturen überhöht. Überhaupt ist der Film voll mit Anspielungen, Zitaten und Parodistischem, wie man in erster Linie am Charakterdesign der Bösen erkennen kann, wo die ganz Bösen deutlich protonationalsozialistischer Natur sind, aber auch in der Herausstellung typischer Embleme und Motive, wo dann auch die überdimensionierte Zigarre nicht fehlen darf. Und ja: auch die Freudsche Psychologie spielt hier eine herausragende [pun intended] Rolle, nicht nur angesichts all der phallischen Bauten. Mit ganz eigenen Stilmitteln gelingt es dem Anime zudem, die "mythisch-romantische[n] Motive des deutschen Expressionismus mit technischer Utopie und politischer Spekulation" (Lexikon des internationalen Films, ebd.) einzufangen, was sich in den schon angesprochenen Fokussierungen und stilbildenden scharfen Hell-Dunkel-Kontrasten zeigt, aber auch in simplifizierenden Darstellungen während des Aufstandes.

Bis zur Mitte des Films war dies in meinen Augen ein Kandidat für volle 5 Sterne. Dann aber geht es mählich abwärts, nachdem der jugendliche Sonderschurke Rock in bester Arschlochmanier das Geschehen dominiert (ja, schwere Kindheit und so. Plus "aber er hat es ja nur gut gemeint" – geschenkt!) . Den Preis dafür zahlen letztlich alle; vor allem aber der Zuschauer. Dramaturgisch: ähnlich ambitioniert wie die dargestellten Großbauten gibt sich der Handlungsverlauf ab diesem Punkt. Grob betrachtet alles schlüssig und halbwegs logisch, aber wenn man die Dinge zu Ende denkt, ergeben sich erste Haarrisse, die der Belastung nicht standhalten, der sie im Verlauf des Films ausgesetzt sind. Technisch: ganz allgemein gesprochen, kommt hier natürlich enorm viel und teils enorm phantastische Computergrafik zu Einsatz. In der ersten Hälfte des Films passt das ganz gut und harmoniert auch mit der Welt von Metropolis; gegen Ende hin aber wirkt sie teils lächerlich, teils als reiner Selbstzweck – "Effekte, nicht weil Weltanschauungen zu Explosionen drängen, sondern weil der Film seine Tricks will" wie es in einer der ersten Besprechungen von Fritz Langs Klassiker heißt.

Es ist also gewissermaßen dieser unbedingte Wille zum Grande Finale, der diesem technisch und atmosphärisch beachtlichen Film auf dem Weg zum Meisterwerk einige Knüppel zwischen die Beine wirft. Gesehen haben sollte man ihn trotzdem – und wer Mutafukaz schon mal erlebt hat, den wirft eh nix so schnell aus der Bahn.
Post was last edited on 18.04.2021 um 10:04.
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Re:Cutie Honey

Avatar: Ixs
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#9
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Humor
Re:Cutie Honey“ ist eine 2004 erschienene dreiteilige OVA, die auf dem Live-Action-Film „Cutie Honey“ von 2004 basiert, der wiederum eine Adaptionen des Mangas von Gou Nagai aus den 1970er Jahre ist. Die Serie wurde von Gainax und Toei Animation unter der Regie von Hideaki Anno (u.a. bekannt für „Neon Genesis Evangelion“) produziert und enthält viele Referenzen auf andere Anime wie „Lupin III“ und „Sailor Moon“ sowie auch auf den Film „Kill Bill“.

Die Geschichte handelt von einer mysteriösen Organisation namens Panther Claw, die Tokio terrorisiert, bis die „Kriegerin für Gerechtigkeit und Liebe“, Cutie Honey, sich ihnen entgegen stellt um ihre Terrorherrschaft zu beenden. Im Kampf gegen die Schergen von Panther Claw muss sich Cutie Honey auch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt.

Mehr Klischee als in der Beschreibung des Animes aufgeführt geht dann auch kaum. Wahrscheinlich ist die Geschichte von „Re:Cutie Honey“ die einzige Schwäche dieses Animes. Es ist einfach gesagt das Thema „Gut gegen Böse“, wobei die Gute mit einigen moralischen Problemen konfrontiert wird, begleitet von wahnsinnig übertriebenen Ecchi-Momente. Was viel interessanter als die Geschichte ist, sind die Präsentation und die Mitwirkenden an dieser Serie. Jede der drei Folgen der OVA hat einen anderen Regisseur, was sich durch leichte Änderungen an der Atmosphäre der Episode bemerkbar macht. Die erste Folge unter Regie von Hiroyuki Imaishi (u.a. „Tengen Toppa Gurren Lagann“, „Panty & Stocking with Garterbelt“, „Kill La Kill“) ist die wildeste und komischste. Die zweite Folge von Naoyuki Itou (u.a. „Overlord“) ist gleichmäßiger. Und die dritte Folge von Masayuki (u.a. „Evangelion 1.11“, „Evangelion 2.22“, „Evangelion 3.33“) hat am meisten Drama. Die Geschichte wird sicher keine Preise für Originalität gewinnen, aber sie wird auf eine Weise präsentiert die frisch ist.

Obwohl Cutie Honey in dieser Serie der Star sein sollte, ist Natsuko Aki diejenige, die ihr die Show stiehlt. Sie ist nicht nur eine Inspektorin, sondern auch ein Badass, dem niemand etwas vormacht, nicht einmal die Mitglieder von Panther Claw. Honey Kisaragi ist tagsüber eine Büroangestellte, aber als Panther Claw anfängt verbrechen zu verüben, verwandelt sie sich in Cutie Honey. Sogar in ihrer Cutie Honey-Form hat Honey immer noch eine lockere Einstellung, die auf seltsame Weise mit Natsukos ernstem Verhalten kollidiert. Trotzdem ist Honey zweifellos süß und sexy. Das fünfte Rad am Wagen ist Seiji, ein vermeintlicher Reporter. Er ist ein stereotyper perverser Mann, der Honey und Natsuko hilft, wenn sie in Not geraten. Was im Grunde genommen auch schon alle wichtigen (menschlichen) Charaktere sind. Panther Claw watet mit einen Haufen farbenfroher und absolut verrückter Charakteren auf. Verrückte Outfits, Kampfstile, Stimmen, alles. Sie sind unglaublich und passen perfekt zur Stimmung der Serie.

Die Animation hat einen Retro-Look mit leuchtende Farben, klare Linien und fließende Bewegungen. Der Stil ist sehr cartoonhaft und lehnt sich an dem ursprünglichen „Cutie Honey“-Anime der erstmals 1973 ausgestrahlt wurde, an. Das Charakterdesign von Honey gegenüber ihren früheren Inkarnationen ist weitestgehend unverändert. Die Actionszenen variieren zwischen durchschnitt und sehr flüssigen Kämpfen, ähnlich wie bei „FLCL“. Die Kostümdesigns sind offenherzig, die Bösen sehen verrückt aus und selbst Nacktheit stört hier wenig. Die Serie strotzt jedoch vor Fanservice! Sehr viel Fanservice! Einigen mag bei dem Gedanken an so viel Fanservice nicht wohl sein, aber hier ist es trotzdem unterhaltsam. Insgesamt leisten der hektische Animationsstil, die auffälligen Farben und die übertriebenen Actionszenen einen guten Beitrag zur Modernisierung der klassischen Ästhetik. Die Synchronisation ist wunderbar. Cutie Honey wird von niemand anderem als Yui Horie gesprochen, mit guten, wenn nicht sogar einer großartigen Nebenbesetzung. Die Musik ist wie die Animation Retro. Die fröhliche, verspielte Stimmung führt zu einem Soundtrack, der unbeschwert an vergangene Zeiten erinnert. Angesichts der Abstammung des Franchise ist es ziemlich passend. Das Opening „Cutie Honey“ ist immer noch ein Knaller und das Ending „Into your heart“ ist nett.

Zusammenfassend ist „Re:Cutie Honey“ ein sehr unterhaltsamer Anime, der sowohl mit Humor als auch Action glänzt. Parodie und Perversion. Wer kein Problem mit dem Retro-Look der Serie hat, kann hier gerne reinschauen und sich auf 2 rasante Stunden freuen.
Post was last edited on 18.04.2021 um 01:52.
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ICE

Avatar: Ixs
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#10
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Yuri
ICE“ ist eine 2007 erschienene dreiteilige OVA, die von Yasushi Akimoto kreiert und von Makoto Kobayashi inszeniert wurde.

Die Serie handelt von einer nahen Zukunft in den Ruinen von Tokio, nachdem eine Katastrophe zum Tod aller Männer und vieler Frauen geführt hat. Eine kleinen Gruppen von überlebenden Frauen sieht dem bevorstehenden Aussterben der Menschheit entgegen. Doch scheinbar ist diese Katastrophe durch Eingriffe des Menschen in die Natur, möglicherweise durch Experimente zur biologischen Kriegsführung oder durch Gentechnik, verursacht. Während einige ihr Schicksal als die letzte Generation von Menschen akzeptieren, sehen andere die biologische Technik als letzte Hoffnung für das Überleben der Spezies.

Obwohl die Prämisse von „ICE“ interessant klingt, ist das Ergebnis ernüchtert. Die gesamte Geschichte ist einfach nur zusammengewürfelt und ergibt keine zusammenhängende Erzählung. Das größte Problem ist, dass nicht auf Detail geachtet wurde. In der Geschichte passieren viele Dinge einfach ohne Konsequenz, dass es den Anschein hat, als würden nur Ideen veröffentlicht, die zufälligen aufgegriffen wurden oder völlig irrelevant sind. Es bleibt vieles entweder ungeklärt oder sehr schlecht erklärt, dass man nur raten kann, was sich die Schöpfer dabei dachten, als sie dies „Werk“ schufen. Ob es sich um Monsterkämpfe, surreale Gespräche mit Hitomi oder verschiedene andere offensichtliche Plot-Holes handelt: Die Geschichte ist einfach nur katastrophal. Selbstverständlich nimmt sich dieser Anime dazu auch noch sehr ernst, was gleichzeitig lustig und traurig ist. Zudem gibt es weder herausragende Action, noch „sexy“ Momente in dieser Serie. Im Allgemeinen sollte es mit einer solchen Prämisse einfach sein ein bisschen Sexappeal hinzuzufügen, aber selbst dieser Aspekt kommt hier zu kurz. Kein Wunder das „ICE“ der letzte Anime (von insgesamt zwei produzierten OVA!) ist, den das obskure Animationsstudio PPM jemals gemacht hat. Vermutlich sind sie bankrott gegangen, nachdem sie diese OVA und den zusammenfassenden Film veröffentlicht haben.

Jedoch ist der Punkt an dem dieser Anime am meisten versagt seine Charaktere. Hitomi Landsknecht, der Kapitän der Wächterinnen, ist die Protagonistin. Sie ist eine emotionslose, zurückgezogene, nachdenkliche Antiheldin und stellt die Pflicht vor das Verlangen. Sie ist jedoch kein gut geschriebener Charakter und es fühlt sich oft so an, als würde sie Yuki Eyecity nur lieben, weil Yuki sie liebt. Die beiden Frauen kennen sich erst kurz und weil sie die Protagonistinnen sind, sollen sie sich lieben. Während sich die Geschichte weiterentwickelt, beginnt Hitomi sich mit ihren Gefühlen für Yuki auseinanderzusetzen. Ihre Liebe soll jedoch nicht sein, da dies eine Tragödie über die Liebe im Krieg ist und wie der Krieg diese Liebe auseinander reißt. Yuki ist eine Adoptivtochter von Kisaragi, die die gegnerische Partei anführt. Abgesehen von den Hauptcharakteren hinterlassen fast alle anderen keinen Eindruck. Sie sind einfach da ohne eine große Persönlichkeit oder einen guten Grund zu haben anwesend zu sein. Charakterentwicklung ist nicht vorhanden und die Charaktere, die nicht nur Statisten sind, existieren nur als leblose Stereotypen.

Die Animation ist sehr „experimentell“, um es freundlich zu formulieren, aber das könnte auch an einem kleinem Budget liegen. 2007 ist das Produktionsjahr, aber der visuelle Stil lässt glauben, dass die Serie viel älter ist. Der Anime war bereits bei seiner Veröffentlichung nicht mehr zeitgemäß. Es gibt gelegentlich eine blutige Szene, aber für ein Endzeit-Monster-Action-Drama ist das ziemlich schwach. Was man zum Sound erwähnen muss, ist, dass mehrere AKB48-Mitglieder an der Synchronisation beteiligt waren. Yukis Stimme ist wirklich schrecklich, vermutlich ist das die schlimmste Synchronsprecherin, die ich je gehört habe. Ihr Plattenproduzent ist eigentlich der ursprüngliche Schöpfer von „ICE“, also kann man sich seinen Teil denken. Das Opening/Ending „Aisareru to iu koto for ICE“ ist übrigens auch von AKB48.

Zusammenfassend hat „ICE“ ein düsteres Thema und faszinierende Ideen, leider ist die Geschichte aber schlechte ausgeführt mit langweilige Charaktere, einer furchtbaren Synchronisation und einer scheußlichen Animation. Wer einen Anime mit AKB48 sehen möchten, sollte sich lieber „AKB0048“ ansehen. Wem „Mars of Destruction“ gefallen hat, der wird auch hieran seine Freunde haben. Ich kann diese Serie selbst Yuri-Fans nicht empfehlen.
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Sora no Otoshimono

Avatar: Animemangafan888#11
Review zu beiden Staffeln

In der Anime-Industrie gibt es hunderte der Sorte Ecchi-Harem-Comedy, die sich im Kern immer sehr ähnlich sind. Das ist bei Sora no Otoshimono nicht anders, aber trotzdem wird es bewerkstelligt, das Genre nicht nur sehr gut zu vertreten, sondern noch darüber hinauszugehen. Dieses Review schreibe ich, da dieser Anime mein absoluter Favorit seines Genres ist und es wie ich finde absolut verdient.

Story
Die Story ist wie zu erwarten bei Nonsense-Komödien eher zweitranging. Sora no Otoshimono hat den Fokus klar auf der Comedy. Dennoch vergisst man nicht die Story, welche nebenbei immer vorangetrieben wird. Dabei geht es hauptsächlich um die Erforschung der „neuen Welt“ und der Angeloiden. Dieser Aspekt, der in der zweiten Staffel noch stärker heraustritt, scheut auch keine sehr ernsten Szenen, die natürlich einen starken Kontrast zu den hauptsächlich lustigen Szenen bzw. Handlungen bilden. Dieser fühlt sich (meistens) aber nicht abrupt oder erzwungen an, da daraufhin aufgebaut wird. Zu der Comedy muss ich sagen, dass diese echt einmalig ist. Die Ideen sind so ausgefallen und gut inszeniert, dass andere Genrevertreter kaum mithalten können. Ich sage nur Höschenroboter. Ja, im Mittelpunkt der Comedy ist meistens „ein wenig“ Ecchi eingebaut, wobei sich auch wirklich nicht zurückgehalten wird, was ich sehr gut finde. Dennoch wird nicht zu viel gezeigt, wodurch man sich wie ich finde besser auf das Geschehen selbst konzentrieren kann. Die Art der Charaktere trägt dazu natürlich auch ungemein bei. Aber man kann sagen, dass der ganze Ton bzw. die Atmosphäre einfach nur gelungen ist.

Charaktere
Was die Comedy so gut macht sind, wie gesagt, die Charaktere. Wir haben Charaktere, welche man sicherlich auch von woanders so ähnlich kennt, darunter fallen vor allem Ikaros, Nymph und zum Teil Sohara, also die drei Hauptbestandteile des Protagonisten-Harems. Diese machen nichts falsch, treten aber auch nicht extrem hervor. Tomoki, der Protagonist, kann definitiv nicht alle Main-Character-Klischees abwerfen. Was ihn aber doch einzigartig macht, ist der Grad der Perversion, welcher kaum von anderen mcs erreicht werden kann, was vor allem schon in der ersten Folge verdeutlicht wird. Mein absoluter Favorit des Casts ist jedoch Sugata, welcher eigentlich eine Nebenrolle einnimmt. Er befördert mit seiner Art viele Szenen zu dem was sie ausmachen und ist über den Großteil der Laufzeit nicht wegzudenken. Oft agiert er mit Mikako zusammen, ein weiterer Nebencharakter; sie verhilft ebenfalls zu sehr unterhaltsamen Szenen. Man kann sagen, dass das Zusammenspiel all dieser Charaktere und die Interaktionen miteinander am Ende den Ausschlag geben, denn hier werden die einzelnen Arten der Charaktere meisterhaft eingesetzt.

Animation/Stil
Die Animationen und Zeichenstil gefallen mir persönlich sehr gut. Die Figuren werden, was eher unüblich ist, oft im Chibi-Stil dargestellt, um den komödiantischen Aspekt zu betonen. Das trifft in erster Linie auf den Protagonisten zu, welcher in manchen Folgen gar nicht mehr aus diesem Stil rauskommt. Das kommt bei manchen Zuschauern vielleicht nicht sehr gut an, ich persönlich hatte keine Probleme damit.

Sound
Die Hintergrundmusik wird wohl kaum auffallen, da ich aber schon unzählige rewatches hinter mir habe, fällt sie mir dann doch auf. Natürlich wiederholt sie sich an manchen Stellen oft, im Großen und Ganzen kann man aber nur sagen, dass sie passend ist. Was die Serie wieder ein wenig anhebt sind vor allem die Endings. Jede Folge hat ein eigenes Ending, diese sind Coverversionen von sehr verschiedenen japanischen Liedern. Dazu verändert sich auch jedes Mal das Bild, welches auf dem Inhalt der jeweiligen Folge aufbaut. Hier wurde sich viel Mühe gegeben.

Fazit
Ich empfehle Sora no Otoshimono jedem, der mal was Lustiges sehen will und keine Vorurteile gegen Ecchi und Harem-Animes hat und diese toleriert. Wenn man sich in den Anime reinfindet, wird man sich sehr amüsieren
10/10
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Fushigi no Kuni no Miyuki-chan

Avatar: Ixs
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#12
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Humor
Miyuki-chan in Wonderland“ ist eine Yuri-Version von „Alice im Wunderland“. Die OVA beruht auf dem gleichnamigen, einbändigen Manga von CLAMP, der zwischen 1993 und 1995 serialisiert wurde. Der Anime deckt die ersten beiden Kapitel des Mangas ab und basiert sehr locker auf Lewis Carrolls Klassiker.

Die Geschichte konzentriert sich auf Miyuki, eine japanische Oberschülerin, die versehentlich den Weg ins Wunderland findet. Sie trifft auf viele seltsame Frauen, die alle unglaublich an ihr interessiert sind und in sie verliebt zu sein scheinen.

Das Kaninchen hat sich in ein Bunny-Girl verwandelt, die Tweedle-Brüder in chinesische Kampfmädchen und die Cheshire-Cat in eine Kreuzung zwischen Nuku-Nuku und Lum. Es ist genauso bizarr, wie es sich anhört. Praktisch jede der Miyuki begegnet versucht sie zu verführen und es gibt keine Erklärung dafür, warum dies geschieht. Es ist nur eine zufällige Begegnung nach der anderen mit surrealen Momenten dazwischen. Kurz gesagt, es ist eine Ecchi-Yuri-Version eines Klassikers mit wenig bis gar keiner tatsächlichen Geschichte. Die zweite Episode heißt „Miyuki-chan in Mirrorland” und basiert auch sehr locker auf „Alice hinter den Spiegeln“, Carrolls Fortsetzung von „Alice im Wunderland“. Der Höhepunkt in dieser Folge ist das Schachspiel, wobei die Verliererin alle ihre Kleider ausziehen muss. Ja, diese OVA ist einfach nur ein Ecchi-Anime und folgt seiner eigenen Logik. Wenn eine Schachfigur, die natürlich alle weiblich sind, gefangen genommen wird, verliert die erbeutete Figur alle ihre Kleidung. Aussagekräftige Dialoge sind spärlich gesät, aber wenn man bedenkt, dass beide Folgen insgesamt gerade mal 28 Minuten dauern, sollte es wahrscheinlich keine große Überraschung sein.

Alle Charaktere in „Miyuki-chan in Wonderland“ lehnen sich an Carrolls Figuren an, allerdings fehlt ihnen jeglicher Humor. Niemand hat hier eine Persönlichkeit, auch nicht Miyuki. Miyuki ist die ganze Zeit einfach nur verwirrt und alle anderen sind bis zu einem gewissen Grad Verführerin. Viele der Charaktere aus den Alice-Romanen sind hier schwer zu erkennen. Zum Beispiel war mir anfangs nicht klar, dass die chinesischen Ninja-Schwestern To-Li und Cho-Li tatsächlich Parallelen zu Tweedle-Dee und Tweedle-Dum zeigen sollten. Einige andere Charaktere hingegen sind wiederum offensichtlich, wie die Cheshire-Cat. Der bemerkenswerteste Charakter neben Miyuki ist die Herz-Königin. Sie ist nicht die Königin eines Königreichs, sondern eine SM-Königin. Diese Königin befiehlt Miyuki-chan dann auch sofort ihre Stiefel zu lecken. Das ist allerdings auch schon alles was passiert.

Optisch und akustisch gibt es nichts zu meckern. Dieser Zweitteiler wurde 1995 veröffentlicht, damit ist klar das Artwork ist Old-School, obwohl es wirklich gut aussieht, könnte das einige Zuschauer abschrecken. Aber dieser Titel wurde von den berühmten CLAMP kreiert und so bietet er alle hübschen Details, die man von ihnen erwarten kann. Die Charakterdesigns haben das typische CLAMP-Design, obwohl die Charaktere viel kurviger und sexier gezeichnet sind als gewöhnlich. Die Farben sind lebendig. Die Entwürfe für beide Teile der OVA sind seltsam, einfallsreich und schrullig und passen daher gut zusammen. Die Hintergründe sind manchmal etwas detailarm, aber meistens ist es trotzdem sehr interessant anzusehen. Die Animation selbst ist anständig. Man bekommt wirklich das Gefühl in einer Traumwelt zu sein und der seltsame Soundtrack verstärkt dieses Gefühl.

Zusammenfassend sollte man, wenn man „Alice im Wunderland“-Fan oder auch nur ein großer Fan von Fantasy-Abenteuern ist, diese OVA meiden. „Miyuki-chan in Wonderland“ ist kurz und der Yuri-Geschichte fehlt wirklich jede Substanz. Wer CLAMP-Fan oder Yuri-Fan ist, kann hier mal gerne aus Interesse reinschauen, alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen.
Post was last edited on 16.04.2021 um 08:43.
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Gekijouban Doubutsu no Mori

Avatar: Asane
Editor
#13
Vermutlich stellen Kinder nicht so viele Fragen an einen Film wie Erwachsene. Und stellen sich auch nicht so zickig an, wenn's um Logik geht oder auch nur um grundlegende Zusammenhänge. Um es also auf den Punkt zu bringen:

Doubutsu no Mori ist Hardcore. Ein Kinderfilm reinsten Wassers, mit dem Anspruch zu unterhalten. Und sonst gar nichts. Das den Kinderschuhen längst entwachsene Publikum dagegen braucht ein unerschütterliches Gottvertrauen, mindestens jedoch Nerven aus Stahl, um dem hier Gebotenen die Stirn bieten zu können. Ein Film für Echte Männer also.

Den besten Einstieg erhält man wohl mit dem dritten Trailer, der einige charakteristische Momente schön zusammenfasst: Den Zauber dieser eigenartigen Welt, die beneidenswert optimistische und selbstsichere Protagonistin Ai, das Ensemble der Bewohner und nicht zuletzt die Filmmusik, die den ganzen Verlauf über sehr das Kindgerechte unterstreicht in den einfachen Motivfolgen und dem dabei zu hörenden Instrumentarium, aber auch das am Ende mit großer cineastischer Geste ins Epische Ausgreifende, das auch einer ausgewachsenen Space Opera würdig wäre.
Dieses kleine, melodisch entzückende Liedchen, mit dem in diesem Trailer die Ankunft von Ai unterlegt ist, bildet im Film das Abspannlied, das für Freunde des Lyrischen absolut hörenswert ist.

Zur Handlung:
Die kleine Ai kommt ins Dorf der Tiere, japanisch Doubutsu no Mura;– warum der Titel »Doubutsu no Mori« lautet, ist einigermaßen schleierhaft, denn Wald ist weit und breit keiner zu sehen, bloß einige Bäume, einige Wäldchen und eine traumhaft schöne Küstenlage. Nur die Küste von Amalfi mag das übertreffen. Dorthin also zieht unsere schnuckelige Protagonistin und versucht im folgenden sich in diese neue Welt einzuleben.

Warum die dahinzieht? Weiß man nicht. Macht sie dort Urlaub oder will sie sich häuslich niederlassen? Wird nicht gesagt. Die Zimmersuche samt Schlüsselübergabe gestaltet sich unübersichtlich, Ai wird zum Laden des Tanuki verwiesen, muss dort aber erstmal als Kurier arbeiten, bevor es überhaupt was gibt. Sie nimmt es hin und denkt sich nicht viel dabei. Seltsam.

Und so geht das in einem fort. Als ein etwas in die Jahre gekommener Anime-Zuschauer wird man mit Fragezeichen zugekleistert, aber alle in dem Film finden das völlig normal. Wer sich das also antun will: als allererstes sollte man jegliche Ansprüche an Kausalität und Zielgerichtetheit über Bord werfen. Weit, weit weg! Und einfach sich zurücklehnen und genießen, wie es der kleinen Ai so ergeht. Sie gewinnt schnell Freunde, macht auch unliebsame Bekanntschaften und erlebt die merkwürdigsten Abenteuer. Die genauso wenig evidenzbasiert sind wie der ganze Rest der Vorstellung, der sich unter der Rubrik Handlung nur schwer fassen lässt.

Versucht man im nachhinein sich ein wenig über das schlau zu machen, was man da gerade gesehen hat, erfährt man beispielsweise, daß für das "Original Work" ein gewisser Herr Nintendo verantwortlich zeichnet. Dann vielleicht entdeckt man auch den Hinweis "Adaptiert von: Videospiel", was doch einiges erklärt. Nämlich:

Die Sprunghaftigkeit der Ereignisse.
Also das, was in normalen Filmen gern als Plot oder Handlung bezeichnet wird. Viele Dinge werden angerissen, aber nie in einen Zusammenhang gestellt, wie ihn ein Erwachsener erwartet. Alles bleibt unerklärt. Was es mit den Fossilien auf sich hat, was überhaupt Sinn und Zweck des Umzugs von Ai ist, die regelmaßig in den Briefen an ihre Mutter über ihr Vorankommen berichtet, wieso da auf einmal UFOs und Außerirdische ins Spiel kommen, samt den Ankündigungen per Flaschenpost über ein eintretendes Wunder zum Winterfest. Man sieht das und registriert das und reagiert mit facepalm oder auch mit Schulterzucken: Ist halt so.

Die Einwohner und ihre Welt.
Hier taucht man ein in eine knallbunte, leuchtende Welt, in der physikalisch störende Randerscheinungen eingeebnet sind. Zum einen technisch, wenn das Taxi, welches Ai an ihr Ziel bringt, eine schlaglochübersäte Holperstraße völlig unbeeindruckt und seelenruhig entlangfährt. Aber auch dramaturgisch, sofern es nur dem Spannungsaufbau dient und der Vermeidung zusätzlichen Animationsaufwandes (das vor allem). Wie zum Beispiel in dieser Höhle (und damit zum Unterpunkt Wunder der Geologie), in die flussartig ein Meeresarm hineinführt, den unsere Helden mit einem Piratenboot befahren und der im weiteren Verlauf in einen Wasserfall(!) abwärts(!!) mündet, woraufhin die Bande wieder auf Meereshöhe(!!!) hinausschippert.

Das erste, was mir beim Charakterdesign in den Sinn kam, war "Peppa Wutz". Sehr bunt, sehr vereinfacht, aber auch sehr knuddelig. Entsprechend sind auch die Animationen, bei denen recht viel CG zum Einsatz kommt, was aber hier in diesem Film ganz gut passt. Hintergründe und überhaupt das, was man andernorts Artwork nennt, sind ebenfalls altersgerecht simplifiziert, aber ungemein wirkungsvoll.

Anderweitig Diverses.
Allmählich wird der Text zu lang. Daher kurz & gut: Der Humor ist sicher nicht sonderlich anspruchsvoll, aber die Kleinen im Publikum werden begeistert sein. Der ganze Anime ist vollgestopft mit running gags, und doch im ganzen erstaunlich zurückhaltend mit all dem, was gern als generisch, Klischee, Standard bezeichnet wird. Ebenso die Dialoge. Obwohl auch hier typisch japanische Themen präsent sind (besonders gesellschaftlicher Art), kommt es nie aufgesetzt oder gar pädagogisch rüber. Und das ist mit ein Punkt, den ich dem Film hoch anrechne und den ich bei einer Videospiel-Adaption nicht unbedingt erwartet hätte.

Damit endlich zum Fazit: Absolut empfehlenswert für Junggebliebene, Kindsköpfe aller Art und Freunde verquasten Humors. Der auch nicht mit Anpielungen und Zitaten geizt, die eher an Erwachsene gerichtet sind, und mit haufenweise Absonderlichkeiten aufwartet, die nur ratloses Kopfschütteln zulassen. Und die ganz Harten unter den Lesern geben sich zum Beschluss noch den Song dieses Gitarre spielenden Hundes. Stellvertretend für den ganzen herzerwärmenden Irrsinn, der einen hier erwartet.


[Edit: was den ganzen Spaß abrundet, ist der Umstand, daß eine ganze Reihe angesehener Seiyuu hier mit hörbar größtem Vergnügen zugange ist. Allen voran die von mir hochgeschätzte Yui Horie als Ai sowie Fumiko Orikasa als deren beste Freundin Sally.]
Post was last edited on 18.04.2021 um 10:08.
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Project A-ko

Avatar: Ixs
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#14
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Projekt A-ko“ war ursprünglich als Teil der Hentai-Reihe „Cream Lemon“ geplant, doch während der Produktion wurde beschlossen einen nicht-pornografischen Anime daraus zu machen. Die einzige Sequenz, die auf die ursprüngliche Produktion als Hentai verweist ist die Badeszene von B-ko. Der Anime parodiert anderer Anime-Werke aus den 1970er und 1980er Jahren, wie „Macross“, „Fist of the North Star“ und „Gundam“. Der Titel selbst verweist auf den Jackie Chan-Film „Project A“.

Der Film konzentriert sich auf die Oberschülerin A-ko Magami, die in der Stadt Graviton City lebt, 16 Jahre nachdem ein mysteriöses außerirdisches Raumschiff auf die Erde abgestürzt ist. In der High School der Stadt tritt die mit übermenschlichen Kräften ausgestattete A-ko gegen das teuflische Genie B-ko Daitokuji an, das vor nichts zurückschreckt, um die Freundschaft von A-ko mit C-ko Kotobuki zu zerstören und C-ko für sich zu gewinnen. Währenddessen ist ein weiteres außerirdisches Raumschiff auf dem Weg zur Erde …

Die Geschichte von „Project A-ko“ spielt an zwei unterschiedlichen Schauplätzen. Es gibt den Konflikt zwischen A-ko und B-ko wegen C-ko, und die übergeordnete Geschichte über, dass was das Geschehen im Weltraum betrifft. B-ko hat seit dem Kindergarten eine Rivalität mit A-ko, wobei C-ko der Grund für den Konflikt ist. B-ko ist eifersüchtig auf die Freundschaft zwischen A-ko und C-ko und sie will C-ko für sich haben. Der größte Teil der Aktion findet im letzten Drittel des Films statt. Die ersten zwei Drittel betreffen die Kämpfe zwischen A-ko und B-ko, aber die Leichtigkeit, mit der A-ko B-kos Pläne vereitelt, bedeutet, dass die Actionszenen sehr kurz sind. Die durchgeknallte Komödie ist der Hauptbestandteil dieses Films. Die meisten Gags gehen auf das Konto von B-kos viele gescheiterte Versuche A-ko zu besiegen. Dieser Film nimmt sich selbst nicht im geringsten ernst, es ist ein übertriebener Klamauk. Die Geschichte ist einfach und albern und was ihr an Komplexität und Tiefe fehlt, gleicht sie mit Verrücktheiten wieder aus. Das Hauptproblem ist aber, dass viele Parodien und Referenzen, die gemacht werden, heute nicht mehr verstanden werden, weil das Wissen fehlt, was parodiert wird und worauf sich der Anime bezieht.

Der Cast von „Projekt A-ko“ ist klein und seltsam, es sind flache Charaktere, was schon mit den Namen deutlich gemacht wird. Auf Japanisch ist „-ko“ ein gebräuchliches Suffix für Mädchennamen. Die wörtliche Bedeutung ist „Kind“, daher bedeutet A-ko ein generisches „Kind A“, eine übliche Begriff um Komparsen zu bezeichnen. In der Making-of-Dokumentation des Films wird angegeben, dass „A-ko“, „B-ko“ und „C-ko“ als generische Namen vom Typ „Jane Doe“ gedacht waren. Daher gibt es in diesem Anime praktisch überhaupt keine Charakterentwicklung. Wie der Geschichte fehlt den Charakteren jegliche Tiefe und ihre Hintergründe werden nicht erklärt. Warum A-ko übermenschliche Stärke hat, wird nur in einer sehr kurzen Szene angedeutet – ihre Eltern scheinen Superman und Wonder Woman zu sein. Trotzdem hat A-ko genug Persönlichkeit, um nicht langweilig zu werden, und das Gleiche gilt für die beiden anderen Hauptfiguren. B-ko ist vielleicht nicht der Titelcharakter, aber sie ist diejenige, die an unterhaltsamsten ist. Sie ist tatsächlich ein Genie, das all seine Intelligenz dafür einsetzt zu bekommen was ihr wichtig ist und Mecha baut, um sie in ihrer Fehde mit A-ko zu verwenden. C-ko ist einfach nur nervig und man wundert sich, was B-ko in ihr sieht. Sie ist laut und kindisch und möchte immer in der Nähe von A-ko sein.

Wenn man „Projekt A-ko“ mit anderen Anime seiner Zeit vergleicht, wie zum Beispiel „Dragon Ball“, sind die Actionszenen überraschend gut. Längere Actionszenen gibt es jedoch kaum. Das Artwork ist durchschnittlich, nichts Spektakuläres, aber auch nichts Schreckliches. Das Raumschiffs- und Mecha-Design ist nett anzusehen. Die Synchronisation ist angemessen. Gerade B-kos Stimme ist in der englischen Sprachfassung ziemlich gelungen. Der Original Soundtrack ist eigentlich ziemlich gut, wenn man 1980er Jahre amerikanische Popmusik mag, sowie auch das Opening „Follow Your Dream“.

Zusammengefasst ist „Project A-ko“ ein verrücktes, grenzwertiges experimentelles Einzelstück. Um den Anime richtig genießen zu können sind jedoch Grundkenntnisse zu Serien der 1970er und 1980er Jahre vorteilhaft, um die Referenzen und Parodien, die der Film macht, verstehen zu können. Die seltsame Geschichte und die flachen Charaktere könnten ebenfalls ein wenig abschrecken, daher empfehle ich den Film nur Anime-erfahrenen Zuschauer.
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Kawaikereba Hentai demo Suki ni Natte Kuremasu ka?

Avatar: ruitachibanapaint#15
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  • Musik
  • Erotik

Genre: Alle Genres sind mit gutem Anteil vertreten, wobei ich mir in Richtung Ecchi tatsächlich etwas mehr erhofft hatte, was durch die fast abartige Unschuldigkeit des Protagonisten nur leider etwas schwer war. (3/5)

Handlung: Die Story war tatsächlich teilweise sehr interessant, wobei sie zum Ende hin immer Cliché lastiger geworden ist und man einige Ereignisse teilweise bis zu vier Episoden vorausgesehen hat. Die Reihenfolge des Plots hat mich tatsächlich auch nicht besonders begeistert, da es immer einen festen Ablauf gab. Er datet ein Mädchen, dann das nächste und dann noch eins. Dann gibt es Clinge zwischen den Charakteren und er datet die nächsten beiden.

Am meisten enttäuscht hat mich persönlich aber das Ende. Er kommt mit niemandem zusammen, ende. (2/5)

Animation: Die Animation selber war eher durchschnittlich, was den Zeichenstil angeht, würde ich aber alle fünf Sterne geben. (4/5)

Charaktere: Wie soll ich sagen... Alle Charaktere waren ziemlich eigen. Dies hat allerdings auch irgendwie ihre Persönlichkeit verstärkt, weshalb ich das mal als positiv sehe. Anfangs waren Story-Anteile der einzelnen Charaktere auch noch fair aufgeteilt. Was ich persönlich nicht so gut fand, ist das zum Ende hin, in einer Folge wo er noch mal alle der Reihe nach durch datet, einige Charaktere fast die halbe Folge bekamen, wohingegen andere, wie die Fujoshi nicht mal zwei Minuten Screentime bekommt. (3/5)

Musik: War nicht so meins, besonders das Ending nicht, da die Musik dort meiner Meinung nach auch noch schlecht gemixt war. (1/5)

Insgesamt muss ich sagen, dass mir der Anime anfangs und zur Mitte hin noch gefiel, dann allerdings immer schlechter wurde und einem zum Finale hin das Gefühl gegeben hat, dass man gerade 4 Stunden seiner Lebenszeit verschwendet hat.

Post was last edited on 15.04.2021 um 03:45.
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