Anime Reviews

This page displays all anime reviews from our members in the order in which they have been published.

Anime Reviews

Kami no Tou

Avatar: RaestHD#1

Tower of God ist in mehrfacher Hinsicht etwas besonderes. Inhaltlich wirkt die Serie am Anfang wie das Kind aus einer schlüpfrigen Dreiecksbeziehung von HxH, Naruto und My Hero Academia, bis man später eigene Akzente findet. Ansonsten ist man sich in der Community überwiegend über die Optik einig und das Loli Echsen-Girl „best girl“ ist; oder war es Tsundere Horn-Girl?

Ehelelele destinyyy ehlelelele

Doch was hat diese Serie zu bieten außer einem Ohrwurm von Intro und einer Hauptfigur die im Selbigen durch seltsame Szenarien stolpert und melancholisch in den Himmel blickt? Fangen wir mit der Vorlage zum Anime an. Anders als auf Mangas, Idolvideos, Light Novels, Eroges oder Wahnvorstellungen, beruht Tower of God nicht auf japanischer Qualitätsware, sondern auf koreanischer Qualitätsware. In Fachkreisen Manhwa statt Manga genannt, ist dieser Anihwa einer der ersten seiner Art, vor allem da der Manhwa nicht gedruckt, sondern Online bei WebToon veröffentlicht wird. Dort ist dieser schon länger ein Hit mit Millionen von Lesern, was mir entgangen ist, da ich nur Serien mit einem gewissen Grad an Culture lese. Dementsprechend kann ich die Treue zur Vorlage nicht einschätzen. Was jedoch häufig erwähnt wird, ist das hohe Tempo der Erzählung im Vergleich zur Vorlage. Als „Nichtkenner“ empfand ich die Story, trotz ab und zu schneller Ortswechsel, nicht als überstürzt. Es beschleicht mich jedoch das Gefühl, das hier die allgemeine Atmosphäre der Welt und die Tiefe der Figuren unter diesen Umständen gelitten hat und mehr drin gewesen wäre.

Die Welt von Tower of God besteht schlicht aus diesem; einem Turm. Anfänglich etwas verwirrend, entfaltet sich das Setting langsam, aber stetig. Geboten werden verschiedene kreative Prüfungen die unsere Helden auf dem Weg zur Spitze bestehen müssen. Mal geht es rund in einem Battle Royal, mal werden die grauen Zellen strapaziert und mal spielt man Fangen. Dabei haben manche Figuren den unfairen Vorteil logisch denken zu können und dementsprechend können sie Pläne schmieden. Denn trotz mancher Kuschelmomente ist der Weg zur Spitze des Turms ein mit Intrigen, Verrat und dem Streben nach Macht gepflasterter Wettkampf und wird auch teils schonungslos dargestellt. Die ein und andere Wendung hält die Geschichte spannende und auch die allgemeine Inszenierung finde ich recht solide. Schade nur, dass die Welt bis zum Ende hin noch zu mysteriös und oberflächlich bleibt. Potenzial richtig dreckig zu sein hat sie. Außerdem gibt es einen Pizza-Lieferservice in diesem Turm und ich will wissen wie dieser funktioniert.

Bei den Figuren hat man recht viele Klassiker. Was an sich nicht schlecht ist, falls man ihnen gewisse kleinere Eigenarten gibt. Tsundere-Gator, Gecko-Girl und Trainingsanzug-Jonny sind da noch solide Beispiel und ein, zwei Andere die Spoiler wären. Beim Rest will es aber nicht so wirklich funken. Die Hauptfigur Bam ist im Vergleichen sogar noch etwas blasser. Da die Serie gerade erst am Anfang ist, will ich nicht zu viele Steine werfe, doch Bam ist mit seiner naiv netten Persönlichkeit recht liebenswert, was in gleichzeitig recht langweilig macht.

Die Optik hat einen starken cartoonhaften Stil, welcher auf die Vorlage bei WebToon zurückzuführen ist. Dieser spiegelt sich in hellen und kräftigen Farben bei den Hintergründen und Figuren wieder, wie auch beim Figurendesign an sich. Manche Bewegungen erinnern an Roadrunner und auch der Slapstick Humor ist recht eigen. Letztlich leiden ernste Momente nicht wirklich darunter. Die Musik, besonders die Hintergrundmusik an manchen Stellen, ist stimmig, was jedoch auch Geschmackssache ist.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Tower of God ein recht solider Action/Mystery/Shounen/Jump&Run Anime ist und die Geschichte mir mit ihren unerwarteten Wendungen und Inszenierung durchaus gut gefallen hat. Bei den Figuren und der Darstellung der Welt gibt es Nachholbedarf, doch die Serie steht, wie gesagt, erst am Anfang. Tower of God ist ein Pilotprojekt und könnte wegweisend sein für zukünftige Anime, welche keine japanische Grundlage besitzen. Die Diskussion was ein „Anime“ eigenen ist, hat dieser in manchen Foren schon mal befeuert. Ich persönlich wünsche mir eine Fortsetzung.
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Vinland Saga

Avatar: Bariados#2
Anime: Vinland Saga
Genre: Abenteuer, Action
Streamingplattform: Amazon Prime
Veröffentlichung Japan: 2019
Deutsche Veröffentlichung: 2019 als Simulcast (noch keine Disc Veröffentlichung oder deutsche Synchronfassung vorhanden)
Studio: WIT Studio, Inc.
Folgen: 24 Folgen
Persönliche Wertung in Punkten: 7/10



Handlung:
Eine kühne Geschichte um Rache und Leid angesiedelt im Europa des elften Jahrhunderts. Die nordischen Seemänner sind landauf, landab gefürchtet und für ihre grausame Stärke bekannt!
Thorfinn ist der Sohn eines der größten Krieger, den die Wikinger je hatten, doch er muss mitansehen, wie sein geliebter Vater im Kampf gegen den Söldnerführer Askeladd stirbt. Auf Rache bedacht, schließt er sich Askeladds Trupp an, um ihn eines Tages im Duell zu fordern und zu besiegen. Doch bevor es dazu kommt, wird er in den Krieg um die Krone in England hineingezogen...

Meine Meinung:
Vinland Saga ist das neue Aushängeschild der Erfolgsschmiede WIT welche sich vor allem durch Attack on Titan einen Namen als eines der Animationsstärksten Studios gemacht hat. Und auch hier wurde wieder in gewohnter Stärke abgeliefert und so wird uns ein toll anzusehender Anime auf den Bildschirm gezaubert der sowohl in den ruhigeren als auch in den brutalen Szenen Animationstechnisch zu überzeugen weiß. Auch die Musikalische Untermalung wurde gut getroffen und vor allem das erste Opening blieb mir schnell im Kopf hängen.
Inhaltlich legt die erste Staffel ein großes Augenmerk auf die Rachegedanken unseres Protagonisten was sich teils etwas langatmig anfühlte. Zudem hatte ich gehofft das ein paar Charaktere vom Anfang (z. B. Thorfinns Familie) im laufe der Gesichte etwas an Bedeutung gewinnen bzw. überhaupt nochmal auftauchen. Da wurden einige aber bisher gänzlich ignoriert was sich aber eventuell im laufe der Geschichte noch ändern könnte (ich habe keine Manga Kenntnisse). Generell gefielen mir die verschiedenen Charaktere recht gut und es waren einige interessante Persönlichkeiten dabei. Nur Prinz Knut empfand ich über weite Strecken als recht nervig bzw. anstregend . Richtig fahrt nahm die Geschichte dann gegen Ende der Staffel auf als der Kampf um die Krone richtig entfachte. Hierzu fühlt sich Rückblickend ein großer Teil der Staffel wie ein großer Prolog an welches mich zu der Annahme bringt das Storytechnisch der Höhepunkt noch nicht erreicht ist und was mich umso gespannter auf eine Fortführung macht.

Fazit:
Die 1. Staffel war gut und hat mit den Entwicklungen gegen Ende jedenfalls Lust auf mehr gemacht. Daher eine klare Empfehlung meinerseits für die denen das Wikinger Setting gefällt und die kein Problem mit übermäßiger Gewaltdarstellung haben.
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Daicon Opening Animations

Avatar: Asane
Editor
#3
Der Text von TaZ war Anlass dafür, den Clip aufzutreiben und anzuschauen. Mehrmals. Denn das, was einem da auf die Netzhaut geballert wird, erfasst man in all seiner Fülle und seinen Details erst nach dem dritten oder vierten Mal.

Hier wird nicht nur ein kleines Mädchen erwachsen, sondern gewissermaßen das Medium Anime an sich.

Ja, Animation hat was mit Bewegung zu tun. Aber Anime ist weit mehr als Bewegung. Es ist das Setzen von richtig getimten Schnitten, Wechsel der Perspektive, perfekt ausbalanciertes Pacing, kurz: durch gute Regiearbeit eingefangene Bewegung, idealerweise in intelligenter Abstimmung mit der Musik. Und natürlich: Mimik, Gestik. Das, was gezeichnete Figuren in der Imagination des Zuschauers zu erlebbaren Menschen, zu Persönlichkeiten macht.

Die Perfektion, die hier geboten wird, ist schier unglaublich. Nicht nur die passenden Musikstücke sind es, sondern auch hier das oft zitierte Timing. Am ehesten bemerkbar im Bunny-Teil. Denn nicht nur das Kind ist erwachsen geworden, sondern auch sein Werkzeug. Aus dem Lineal, mit dem das Mädchen als Schulkind Godzilla gekonnt eins überzieht, ist mittlerweile ein veritables Schwert geworden, auf dem sie souverän surfend an der Riege amerikanischer Superhelden vorbeizieht.

Was nun das Zusammenspiel im Paartanz von Musik und Animation abgeht, erlebt man hier eine Harmonie und Perfektion, die ihresgleichen sucht und die ich bewusst erst wieder in Haruhi Suzumiya wahrgenommen habe. Nur mal anhand von einzelnen, recht offensichtlichen Beispielen:

  • 2:52 Percussion genau synchron zum Bildwechsel.
  • 3:24 Wechsel zum Chorus exakt bei Erscheinen des Schwertes. Das gleiche auch bei 3:37 und 3:43.
  • 4:22 Dito hier. Plus Einsatz des Pianos beim "Übergang" in Missiles. (Vervielfältigung des Schwertes analog zur Vervielfältigung der Klangfarbe.)
  • 4:30 Pro Halbtakt eine Explosion, genau auf die Taktschwerpunkte der Musik. Besonders beeindruckend bei
  • 4:33 als präzise mit dem Beginn eines neuen musikalischen Abschnitts ("Periode") die Atombombenexplosion stattfindet. Dito 4:37. Und wieder bei
  • 5:04, wo es darum geht, "dass überall wo er [der Energiestrahl] erscheint sofort Bäume aus dem Boden sprießen" (Zitat TaZ) - aber eigentlich geht es um mehr. Die angesprochene Thematik bewegt sich irgendwo zwischen Terraforming und "Wasser ist Leben".

Und so zieht sich das durch das gesamte Filmchen. Das ist alles kein Zufall, sondern künstlerischer Wille. Schlichtweg brillant.

Ach ja, was es mit dem Glas Wasser auf sich hat? In der erweiterten Fassung erscheint der Text
この水をDAICONまで。。。 運んでください。。。  "Bitte bring dieses Wasser zum DAICON!"
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Kaguya-sama wa Kokurasetai? Tensai-tachi no Ren'ai Zunousen

Avatar: Ich&Anime#4
Ich bin ehrlich, ich habe mich vor der 2. Staffel von Love is war versteckt. Ich war zum Ende hin von der 1. Staffel leicht enttäuscht, da sie sich, meiner Meinung nach, verschlechtert hatte und ich befürchtete ähnliches bei der 2. Staffel, was aber absolut nicht der Fall war. Eher im Gegenteil, jetzt finde ich die 2. Staffel sogar um einiges besser als die 1.

Ich beziehe mich hier stark auf meine Rezension der 1. Staffel!

Aussehen/Synchro/Sub
Vom Aussehen her hat sich nicht viel getan. Weiterhin liefert der Anime eine durchgängig stabile Qualität, an der nichts zu meckern wäre. Der Sub hat sich allerdings gebessert - während es in der ersten Staffel noch einige Passagen gab, die keinen Sinn ergaben, lässt sich so etwas in Staffel 2 nicht blicken.

Handlung
Im Anime ist die Handlung eher nebensächlich, dennoch ist sie das Problem der 1. Staffel gewesen. Zum Beginn der ersten Staffel stand der "Kampf der Giganten" stark im Fokus, also der Kampf zwischen den beiden Protagonisten, dem anderen ein Geständnis abzunötigen. Dies versuchten beide Protagonisten auf einem Level, das fast schon an Code Geass heranreichte. Im Verlauf der Geschichte wurde aber immer deutlicher, dass dieses Level nicht gehalten werden konnte, was mich irgendwann ziemlich enttäuscht hat (näheres dazu in meiner Rezension zur 1. Staffel). In Staffel 2 ist dem nicht mehr so, zwar gibt es immer noch einige dieser "Kämpfe", die auch nicht immer auf ganz so hohen Niveau scheinen. Aber weder die Kämpfe, noch das hohe Niveau, stehen wirklich im Fokus oder werden auf irgendeine art und weiße als wirklich wichtig gekennzeichnet, was dem Anime unglaublich gut getan hat.
Diese Staffel fokussiert sich vielmehr auf die Liebe an sich, bzw. auf das doch außergewöhnliche Verhältnis der beiden Protagonisten und auf die Hintergrundgeschichte anderer Charaktere. Und das gelingt unglaublich gut.

Charaktere
Die Charaktere sind echt stark. Waren sie schon in der ersten Staffel, wurden da aber, stellenweise, von der in der Handlung beschriebenen Problematik herunter gezogen. Da die 2. Staffel zudem viel stärker auf die Hintergrundgeschichten einzelner Nebencharaktere eingeht, sind sie auch nochmal um einiges stärker als in Staffel 1.

Fazit
Die 2. Staffel ist definitiv viel besser als die erste. Ich bin eigentlich absolut kein Fan von Romance und auch Romcoms sind nicht sooo mein Fall, aber die 2. Staffel hat es mir dennoch wirklich angetan. Auf jedem Fall eine Empfehlung!
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Twilight Q

Avatar: Asane
Editor
#6
"Twilight Q" hätte eine Sammlung von Oneshots von bekannten Regisseuren werden sollen, und es ist ein Jammer, dass nur zwei Folgen realisiert worden sind. Bekannte Namen liest man hier: Ito Kazunori und Mamoru Oshii als Autoren (resp. Regisseur) und Kenji Kawai als Komponist der BGM. Diese beiden Beiträge, "Reflection" und "File 538", sind grundverschieden, und was sie thematisch verbindet, sind gewisse Störungen oder Anomalitäten im Zeitkontinuum, oder mit den Worten des Vorspanns ausgedrückt: "Dieser Film könnte Ihre Auffassung von Wirklichkeit in Frage stellen."

Was sie außerdem gemeinsam haben, ist eine unglaublich ruhige, bedächtige, undramatische Erzählweise, geprägt von ebenso ruhigem und bisweilen etwas skurrilem Humor. Wer allerdings anhand der Genre-Tags Krimi (Mystery), Drama dementsprechend Action oder wenigstens Suspense erwartet, ist hier einigermaßen falsch.

Mystery (oder im Deutschen etwas prosaischer: Krimi) ist das Hauptgenre. Das impliziert, dass Hinweise gestreut werden, um einen rätselhaften Fall zu lösen. Wie das aber nun hier geschieht, ist erfreulich subtil umgesetzt. Ein unbedeutend scheinender Satz wird eingestreut, im Bild ein Ereignis gezeigt, das damit nicht direkt im Zusammenhang steht, und man muss nur noch 1 und 1 zusammenzählen - was aber voraussetzt, dass man die jeweilige 1 überhaupt erkannt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass in beiden Folgen der Zuschauer nicht mehr erfährt als die Protagonisten. Er folgt ihnen in ihrem Alltag und muss sich von all dem, was sie erleben und was sie erfahren, selbst ein Bild machen.

Reflection:
Am Beginn strömen Bilder von ungeheurer Schönheit auf den Zuschauer ein: Das etwas unwirkliche Leuchten der Korallen, die strahlende Wärme des Riffs, farbenprächtige Fische, einzeln oder in kleinen Schulen - das ist die erste Szene des Anime und auch das erste Mal, dass einem vor Staunen das Maul offenstehen bleibt. (Die Screenshots geben davon nur ein unvollkommenes Bild.)

Handgezeichnet ziehen die Fische durch die Lagune, und handgezeichnet bewegt sich auch Mayumi schnorchelnd im Meer, die eine seltsame Kamera im Riff hängen sieht und mitnimmt, um sie später näher zu untersuchen.

Daher geht sie nun daran, zusammen mit ihrer Freundin Kiwako dem Rätsel auf die Spur zu kommen, und so begleitet sie der Zuschauer in ihrem Alltag, bei der Suche nach Antworten, vor allem Antworten auf die seltsamen und beuruhigenden Naturphänome, die sich in letzter Zeit häufen…

Zwar sind die beiden Mädchen im besten Teenageralter, verhalten sich jedoch fast schon erschreckend normal und keineswegs so, wie man das von späteren Anime gewohnt ist. Ruhig und dezent sind auch die heiteren Seiten dieser Folge, die Pointen ergeben sich wie beiläufig (zuckersüß: der Bestechungsversuch via Erdbeer-Transfer) , sind das i-Tüpfelchen sorgsam inszenierter Ereignisse, und nicht etwa umgekehrt. (Naja, vielleicht abgesehen vom o-shikko-Joke gegen Ende.)
Dezenz ist nicht nur das Motto der Dramaturgie, sondern auch der musikalischen Mittel, denn die BGM ist sehr spärlich eingesetzt und daher entsprechend effektiv.


File 538:
Ein Flugzeug verschwindet vom Himmel. Zwar nicht auf mysteriöse Weise, da der Zuschauer Zeuge des Vorfalls wird, unerklärlich bleibt das ganze aber allemal.

Ungemein klare, sehr räumliche und stellenweise fast fotorealistische Bilder dominieren die erste Szene und setzen den Zuschauer in Staunen und Ehrfurcht. Wie schon in der ersten Folge begegnet hier einem eine künstlerische Qualität, mit der sich diese OVA auch hinter so manchem 15 Jahre später entstandenen Werk wahrhaftig nicht zu verstecken braucht.

"File 538" ist im Grunde eine Detektivgeschichte der etwas bizarreren Art. Dementsprechend präsentiert sich die Optik dieser Folge: aller Glanz und jede Wärme der Bilder ist zurückgenommen, es dominieren starke Hell-Dunkel-Kontraste. Als Ort des Geschehens ein verfallener Wohnblock, ein verkommenes Zimmer, selbstverständlich mit Jalousien - und noch so manch andere Zitate einschlägiger Groschenromane. Im Zimmer ein schäbiger Dickwanst und eine kleine Rotznase mit übergroßem Helm.
Plus ein Aquarium mit einem Koi. Dies sind die Ingredienzen einer Geschichte, die sich als Bericht eines Detektivs enfaltet, dessen Lebensbestimmung die Lösung dieses einen, unerklärlichen Falls zu sein scheint.

Bis dahin wurden die Ereignisse von ausdrucksstarken, aber auch stilistisch reduzierten Bildern erzählt, quasi ohne Worte; aber mit dem Ausdrucken der bisherigen "Ermittlungsergebnisse" wird die ganze Angelegenheit ungeheuer textlastig. Und obwohl es daher haufenweise Anhaltspunkte, Indizien, Mutmaßungen hagelt, bleibt man am Ende einigermaßen ratlos zurück.

Sonderbar sind die Geschichten der beiden Folgen, und ebenso sonderbar und lapidar ist die dramaturgische Umsetzung wie auch der stille Humor. Bei beiden Folgen darf der Zuschauer sich aufgrund etlicher Indizien ein Bild von der Sache machen; was letztlich sich ereignet hat, was die "Wahrheit" ist, das muss er mit sich selbst ausmachen. Genau wie im Vorspann angedroht.


Man sollte sich abschließend noch mal vor Augen halten, dass diese OVA aus dem Jahr 1987 stammt. Was hier einem geboten wird, visuell, dramaturgisch, künstlerisch, ist schier unglaublich. Das Pacing ist extrem ruhig, wegdösen sollte man trotzdem nicht, denn einfache Auflösungen in mundgerechten Portionen gibt es hier nicht. Einen Anime wie dieser dürften eher diejenigen zu schätzen wissen, die auch ein Faible haben für Produktionen wie Memories oder Lain.
Post was last edited on 03.07.2020 um 18:09.
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Hachi-nan tte, Sore wa Nai deshou!

Avatar: Devilcooker#7
Wenn man sich einmal kurz zurücklehnt und wirklich ehrlich darüber nachdenkt, dann ist Hachi-nan tte objektiv betrachtet ziemlicher Mist. Es gibt eine endlose Liste an Logikfehlern in diesem Isekai, dem Hauptcharakter fällt zu jeder Zeit immer alles Glück in den Schoß, es ist der x-te Isekai Harem, schlimme "deutsche" Namen und die Storyelemente sind in keinster Weise konsistent und wirken teils ziemlich planlos eingebaut.

Dennoch habe ich mich jede Woche auf die nächste Folge gefreut.

Was Hachi-nan tte nämlich ziemlich gut macht, ist einerseits, so derart leicht zu sein, dass so eine Folge davon als schöne Ablenkung zum Runterkommen nach der Arbeit dient, und andererseits ist die Darstellung der royalen Intrigen in einem zerklüfteten Königreich mit verschiedenen Hierarchien nachvollziehbar dargestellt. Es ist ein wenig a la Harem-Anime meets das frühe Game of Thrones. (Allerdings ohne die nackten Tatsachen.)

Ich würde ehrlicherweise jedem von Hachi-nan tte abraten, der vorhat, den Anime am Stück zu schauen. Das gibt der Anime einfach nicht her. Mit einer Woche Pause zwischen den Folgen hat man bei der nächsten Folge die ganzen negativen Dinge schon wieder halb vergessen und kann sich einfach wieder kurz berieseln lassen. Wer einfach nur was sucht, was irgendwo nebenbei läuft: Go for it.

Aber wie auch immer, wenn ihr euch entscheidet Hachi-nan tte zu schauen: Geht auf jeden Fall nicht mit irgendwelchen Erwartungen an Qualität an diesen Anime. Ihr könnt nur enttäuscht werden.
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Otome Game no Hametsu Flag shika Nai Akuyaku Reijou ni Tensei Shite Shimatta …

Avatar: Kahchuu#8
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Unterhaltung
Ein viel, VIEL zu kurzer Anime
Und leider sage ich das nicht nur, weil ich gerne mehr gesehen hätte. Der Anime fängt ganz locker-flockig mit einem Batzen Humor und süßen Kindern an. Grade Folge 1 und 4 fand ich für den Start besonders toll. Man wird toll in das Geschehen eingeführt und auch wenn es anfangs sehr komisch, bzw. dumm wirkt, dass ein verstorbener Otaku plötzlich in einem Otome-Game wiedererwacht, kann man es dem Anime nicht übel nehmen. Genau dieser Aspekt wird im Verlauf des Anime noch beleuchtet und im Nachhinein ist das Ganze tatsächlich ein großes Stück trauriger, als es auf den ersten Blick wirken mag.

Versucht wird hierbei von Folge 1 bis 12 ein Bad-End, dass Katarina vom Spiel her vorgeschrieben ist, abzuwenden und zu überleben, bzw. nicht ins Exil geschickt zu werden.
Im Laufe der Episoden wird der rote Faden ziemlich konstant beibehalten, Nebenstories gibt es da eigentlich keine.
Trotz allem führte dies zu einem meiner 2 Punkte, diesem Werk nicht 5 Sterne zu geben: Es gibt KEINERLEI Einleitung für die letzten 3 Folgen. Folge 10 meine ich gar nicht unbedingt, jedoch hält Folge 11 einen ziemlich unerwarteten Plotttwist bereit. Leider vorallem deshalb unerwartet, weil es absolut keinen Grund gab, sowas anzunehmen. Meint: Auf mich wirkt das Ganze sehr random und undurchdacht. Und als wäre das nicht genug, ist die Sache bereits in der Mitte von Folge 12 geklärt. Wann denn auch sonst, es gibt ja nur 12. TROTZALLEM. Auf mich hat auch die "Lösung" so unspektakulär gewirkt...da habe ich einfach keine Worte für. Ich habe mich gefühlt, als würde ein überzeugter Rechtsextremist auf einmal von der einen Sekunde auf die andere ankommen mit: "hm, vielleicht sollte ich meine Einstellung noch mal überdenken" und ist danach der unvoreingenommenste, gerechteste Mensch der Welt! Das Ende war einfach, tut mir leid, der letzte Dreck! Die letzten 10 Minuten waren ebenfalls ein Produkt der mangelnden Zeit, die der Folge übrigblieb- sehr schade! Neben fehlenden Einleitungen wurden manche Szenen auch einfach viel zu sehr gerafft- leider größtenteils gegen Ende, zuvor ist mir dieses "Problem" nie untergekommen.

Um seriös zu bleiben: Man könnte Folge 10-12 Mitte einfach wegschneiden und hätte dasselbe Ende erreicht. Als ich den Anime anfing, habe ich das Ende auch nicht unbedingt so erwartet, obwohl es auch nicht sonderlich speziell ist.
Das zu der Story, die mir, bis auf die 3 genannten Folgen, sehr gut gefallen hat.

Nun zu den Charakteren:
Sie sind sehr unterschiedlich und verbinden sich durch ihre Liebe zu Katarina. An sich wurde ihnen viel Potenzial für Tiefe gegeben und auch größtenteils genutzt. Zunichtegemacht wurde der Rest von einem Problem, was auch Geordo den Anime über begleitet hat: man hat (fast) nie die Charaktere alleine gesehen. Außer, als Katarina sich mit ihnen angefreundet hat. Denn durch das ständige Rumhängen mit allen Charakteren, ging es in solchen Zeiten immer nur um das Buhlen um Katarina (, was sie natürlich wieder nicht als solches wahrgenommen hat). Besonders am Schluss hat dies Oberhand genommen wodurch die Charaktere sich NUR noch dadurch ausgezeichnet haben.
Katarina jedoch ist für mich nicht einmal ansatzweise das, was ich von einer Protagonistin/Antagonistin erwartet hätte. Sie lebt weder das ihr zugeschriebene böse Ich aus, noch lässt sie sich von den anderen bezirzen und nimmt ihre Rolle als arm und schwach an. Sie ist ein Unruhestifter der Extraklasse, recht dumm und ziemlich tollpatschig mit einem Herz aus Gold. Persönlich finde ich es sehr toll, wie sich ihre Liebe zu Äckern über den Anime hinweg nicht verstreut und treu daran festgehalten wurde.

Eine gute Sache hält das ständige Buhlen um sie jedoch parat: eine Menge Comedy. Schließlich ist dies eines der Hauptgenres und in dem Fall wurde ich absolut nicht enttäuscht, weshalb die Charaktere trotz allem einen guten Platz bei mir haben.

Ansonsten:
-Der Cast für die Stimmen war grandios. Die Stimmen passen perfekt zu den Charakteren und es war ziemlich cool, die Stimmen von z.B. Makoto (Free!) oder von Natsu (Fairy Tail) in einem anderen Anime zu hören.

-Erwähnt wird die Magie, die einen Teil in dem Anime einnimmt. Einen kleinen. Irgendwie wirkt es trotzdem fehl am Platz. Es wird eine Magieakademie besucht. Keith hat wahnsinnig starke Magie, Katarina...kann nicht SO viel und Maria wird für ihre Magie in ihrem Dorf bewundert. Zu Anfang bekommt man noch recht viel davon mit, doch irgendwann weicht das Ganze gänzlich und man vergisst sogar, dass es eine Akademie für Magie ist, die sie besuchen. Außer für einen kleinen Gag hat Katarina ihre Magie nie richtig benutzt, selbiges für Maria, wo man ihre doch so seltene Magie nur in einer Rückblende sah. Viel zu oft werden tolle Gegebenheiten nicht genutzt oder Ideen fallengelassen. Wirklich schade ist das.

-Der Animationsstil ist super. Manchmal wurden Bilder genutzt, die gar nicht den räumlichen Effekt schaffen wollen, sondern eher wie Wasserfarbe aussehen. Aber warum auch nicht? Für einen Überblick über die Landschaft, um danach den Fokus auf die Charaktere zu legen, ist das wahnsinnig hübsch, denn die Bilder sind wirklich gut gemacht. Auch die Charaktere haben ein tolles Design und die genellen Animationen verlaufen flüssig.

-Ich fand die Idee so toll, dass ich es erwähnen wollte: Die Ratsgespräche in Katarinas Kopf sind erste Sahne, sowas ist die Abwechslung zu anderen Anime, die ich sehen möchte

Die Idee an sich wirkte auf mich zuerst nicht ungewöhnlich, bis das Problem dann ausgeführt wurde. Man sollte nun keinen revolutionären Anime erwarten, aber eine schöne Unterhaltung für Zwischendurch ist es allemal. Ich habe einige viele Male wirklich lachen müssen und habe die ganzen Folgen aufgrunddessen auch gebinged, da es einfach nicht langweilig wurde.
Ansonsten kann ich noch anmerken, dass meine Rezension um einiges negativer klingt, als ich es meine. Es hat auf jeden Fall Potenzial für meine Top 20-Liste und zumindest die ersten 4 Folgen sollte man gesehen haben, bevor man abbricht.
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Princess Connect! Re:Dive

Avatar: Ich&Anime#9
Wenn ich diesen Anime in einem Satz beschreiben müsste, würde er wohl so lauten: Ein süßer, kleiner, hübscher Anime mit vielen sympatischen und lustigen Charakteren.

Aussehen/Synchro
Ich habe es ja schon gesagt, ich fand den Anime sehr hübsch. Er ist einfach niedlich gezeichnet und auch wenn der Zeichenstil nichts einzigartiges ist, wirkt er in diesem Anime sehr hochwertig. Allerdings muss ich sagen, dass manche wohl ein Problem mit dem Stil haben werden, da er manchmal stark an CGI erinnert, was manchmal bei Monstern oder Umgebungen auch verwendet wird. Die Synchro ist einwandfrei und der SUB ebenso.

Handlung
Der Anime hat keine richtige Handlung. Er arbeitet stark mit Slice of Live Momenten, Situations-Witzen, Runninggags und einer interessanten Zusammenstellung an verschiedenen Charakteren. Fast jede Folge wird ein neuer Charakter eingeführt, viele tauchen sogar mehrfach auf. Das, was der Anime macht, gelingt ihm gut: Es macht Spaß, der "Feinschmecker-Gilde" beim Essen zuzusehen, die Situations-Witze sind wirklich witzig, ebenso wie die Runninggags und die Charaktere sorgen für viel Abwechslung.
Dafür wird im Anime aber alles andere vernachlässigt, z.B. Erklärungen der Welt (z.B. wie funktioniert die Magie? Warum hat Yuki seine Erinnerungen verloren? Was ist das für ein sehr auffälliges Gebäude? Was ist mit dieser gewaltigen Schlossruine geschehen?) oder die Hintergrundgeschichten der Charaktere. Der Anime gibt immer wieder kleine Hinweise, die oft aber neugieriger Machen, als dass sie Dinge erklären. In einer Folge wird z.B. erwähnt, dass es eine Art Götter- bzw. Dämonenkrieg gab, es wird aber nie näher darauf eingegangen.

Charaktere
Alle Charaktere sind toll. Alleine, dass alle unterschiedliche Gesichtsausdrücke haben (sie schauen unterschiedlich in verschiedenen Situationen) macht sie ziemlich einzigartig. Der einzige Charakter, mit dem ich wirklich ein Problem habe, ist Yuki. Er hat den Charakter eines Neugeborenen, sein Charakter ist also wirklich schwach, so schwach, dass Nebencharaktere ihn oft einfach nebensächlich machen: Sie "überstrahlen seine Präsens", um es mal Bildlich auszudrücken. Und dabei wirkt der irgendwie übermächtige aber irgendwie auch ziemlich schwache Yuki erst ziemlich interessant, aber er entwickelt sich kaum aus diesem "wie neugeboren wegen einer Amnesie" Status heraus, der einzige Unterschied ist, dass er nicht mehr an Geldmünzen nuckelt.
Ebenfalls schade finde ich, dass manche Interessante Charaktere nur einmal, andere weniger interessante Charaktere mehrfach auftauchen.
ich hätte z.B. gerne die Vampirkönigin oder die Krankenhausgilde öfters gesehen. Das Lama wiederum hat einmal für einen lustigen Moment gesorgt, war dann aber recht unnütz, zumindest in meinen Augen.

Finale
Was ich am Finale zu kritisieren habe, ist leicht in einem Satz zusammenzufassen: Wenn dem ganzen Anime über nichts erklärt wird, bzw. Dinge erklärt werden, indem Hinweise gegeben werden und ein Zuschauer diese zusammen puzzeln kann, dann braucht das Finale nicht das komplette Gegenteil machen und ausführlich irgendetwas Erklären, was spätestens ab der Hälfte des Anime sowieso schon klar war, wenn man auch nur mit halben Ohr zugehört hat!
Oder anders gesagt: Während fast alle Folgen stark Slice of Life und Komedie priorisieren, wird im Finale stark mit Action und Erklärungen gearbeitet, weshalb das Finale und alle anderen Folgen so wirken, als wären sie unter zwei unterschiedlichen Produzenten entstanden.

Fazit
Schaut den Anime einfach. Das ist mein Fazit. Und ich hoffe, dass es noch eine 2. Staffel geben wird.

Edit: Die ersten paar Folgen des Anime sind noch recht schwach, frühestens ab der 4. Folge nimmt der Anime ein bisschen an fahrt auf.
Post was last edited on 02.07.2020 um 15:36.
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Listeners

Avatar: Slaughtertrip#10
Listeners – der Musikanime, der keiner ist.

Man sollte sich von dem Beschreibungstext nicht in die Irre führen lassen. Dass es in der Welt dieses Anime keine Musik gibt, wird nämlich zu keiner Zeit thematisiert. Das heißt natürlich nicht, dass Musik nicht in irgendeiner Form vorkommt. Diese wird in zweierlei Hinsicht eingesetzt, um dem Anime eine ganz eigene (Musik)Note zu verleihen. Zuerst wird das Fundament – die Geschichten und die Grundstimmung – der meist episodisch ausgerichteten Folgen an ein bestimmtes Musikgenre angepasst. Diese Folgen werden daraufhin mit jeder Menge Referenzen zu Interpreten und Songs, zur Popkultur und dem Musikbusiness generell angereichert. Und obwohl ich Listeners nicht als Musikanime – zumindest, was die Story betrifft – bezeichnen möchte, nehmen diese Besonderheiten so große Ausmaße an, dass es sich auszahlt, einen detaillierten Blick darauf zu werfen.

Fundament:
Hierbei werden die Folgen dem Zeitgeist, welches ein bestimmtes Genre zum Höhepunkt seiner Popularität oder zum Entstehungszeitpunkt besaß, angepasst, und es wird versucht, die richtige Atmosphäre einzufangen. Beispiele:
  • Grunge: Episode 4 – Teen Spirit – spielt in einer Schule, in der eine Droge in Umlauf gebracht wurde. Erinnerungen an den weltbekannten Clip von Nirvana, welcher ebenso in einer Schule spielt, kommen hoch. Grunge ist der „versiffte, dreckige Bruder“ des Alternative Rock und verdrängte damals den glitzernden Glam Metal, mit dem sich die Leute nicht mehr identifizieren konnten, von der Bildfläche. Die Hörer sehnten sich nach Musik, welche mehr „down to earth“ ist. Da kam der Grunge mit seinen bärtigen, schmuddelhaarigen und Flanellhemd tragenden Protagonisten genau recht.
  • Prince: Die darauffolgende Episode #5 – In the Embrace of the Beat – ist wohl die erotischste von allen. Die Folge baut nicht auf einem ganzen Genre auf, sondern nur auf einen einzigen Interpreten. Es folgt eine Story, in welcher man Liebe und Sexualität in jedem Frame genauso sehr spürt wie ein hochwirksames Aphrodisiakum. Listeners ist jedoch an ein eher junges Publikum gerichtet, weshalb diese Themen sehr harmlos dargestellt werden.
  • Punk Rock: In Episode 7 – Day of Rage – erkennt man die Verzweiflung der Protagonisten und die Trostlosigkeit des Settings: Die Punks geben hier den Ton an. Anfang der 70er Jahre waren die Jugendlichen wütend und unzufrieden. Diese Wut spürte man in den schnellen, aggressiven und einfachen Gitarrenriffs. Die Lyrics waren gesellschaftskritisch und politisch geprägt – der Anarcho-Punk entstand. Auch wollte man sich von den immer komplexeren und längeren Kompositionen der Künstler des Progressive Rock abheben und den Spirit des Rock 'n' Roll wiederaufleben lassen.
  • Blues: Besonders lässig und rustikal ist Episode 10 – Cross Road Blues. Das Setting dieser Folge ist eine Farm, was wie die Faust aufs Auge passt – oder besser gesagt: wie das Plektrum auf der Gitarrensaite.
Referenzen:
Die Musikreferenzen sind oft spannender als die Folgen selbst. Das kann man positiv oder negativ sehen – ich hatte jedenfalls großen Spaß daran, diese ausfindig zu machen. Ein großer Pluspunkt gebührt dem Anime für die Tatsache, dass die Referenzen auf die verschiedensten Weisen vorkommen:
Abb. 1


Abb. 2


Abb. 3


Abb. 4


Abb. 5


Abb. 6A und 6B


Abb. 7


Abb. 8


Hintergrundmusik, Opening und Ending:
Ausgerechnet für einen Anime, der sich auf Musik spezialisiert, wäre es fatal, würde dieser auf auditiver Ebene versagen. Glücklicherweise werden die Ohren des Hörers mit einer Vielzahl an Liedern verwöhnt – jede einzelne Folge erhielt ihr eigenes Ending. Das Produktionsteam hat es nur leider verpasst, diese an die jeweiligen Genres der einzelnen Episoden anzupassen. Stattdessen bekommt man typische, wenn auch gute Pop/Rock-Songs zu hören. Einzig und alleine das Ending der Blues-Folge wurde mit dem dazugehörigen Genre abgestimmt, wodurch man ein Lied zu hören bekommt, welches durch die Kombination aus Blues und neumodischer Popmusik sein ganz eigenes Flair entwickelt. Für das Opening entschied man sich zwar nur für ein einziges Stück, jedoch macht dies genauso viel Spaß wie die Hintergrundmusik im Allgemeinen.

Listeners im Kern:
Aber was ist dieser Anime nun also? Ein Mecha-Anime! Und hier liegen auch schon die Schwachpunkte. Das Design der Roboter ist langweilig, die Animationen sind nicht schön anzusehen und die Kämpfe entbehren jeglicher Spannung und Strategie.
Die Story dreht sich um den bodenständigen Echo Rec, welcher die mysteriöse, an Amnesie leidende Myu findet – eine Prämisse, die auf ähnliche Weise schon in vielen Animes den Grundstein gelegt hatte. Echo ist handwerklich begabt und bastelt in seiner Freizeit an einem Amp, welcher sich in ein Equipment (der Name der Riesenroboter) transformieren kann, sobald dieser an einen Player (die Bezeichnung der Equipment steuernden Piloten) angeschlossen wird. Es wird niemanden überraschen, dass ausgerechnet Myu ein solcher Player ist. Die beiden ziehen in den Kampf gegen die geheimnisvollen Earless, deren Existenzgründe wohl zu den interessanteren Punkten der Handlung gehören. Für mich persönlich war jedoch weder das Mysterium um Myu noch das um die Earless zufriedenstellend gelöst.

Wenn der Musik-Gimmick nicht wäre, wäre Listeners ein unterdurchschnittlicher Mecha-Anime, der kurz nach seiner Ausstrahlung in Vergessenheit geraten würde. So aber schafft er es, anhand individueller Besonderheiten interessant zu sein.

Also los: Solltet ihr den Anime ansehen, achtet darauf, wie viele Referenzen ihr findet! – Oder genießt einfach den Anime.
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End of the World

Avatar: Asane
Editor
#11
Was dieser Kurzfilm in seinen 8 Minuten ausbreitet, könnte man als Samen einer kleinen Serie ansehen, beispielsweise im Stil von Yuasa. Das ist alles so derart schräg und bizarr, aber gleichzeitig sind die Protagonistinnen auch so unauffällig normal, dass man am Ende gleichermaßen fasziniert wie irritiert ist.
Die Handlung selbst ist dermaßen stark auf einen kleinen Kern kondensiert, dass man kaum die richtigen Worte findet, sich dem Sujet angemessen zu nähern.

Man hat zwei Teenager auf einem Rockkonzert, die sich vorbildlich teenagerhaft verhalten. Vor allem sprachlich. Beiden gefällt die Musik, also kommen sie sich, Kazumi und Yuuko, recht schnell näher. Ein erstes, näheres Abtasten (Dialog frei aus dem Japanischen und etwas gekürzt):

K: "Wo wohnst du denn so?"
Y: "Im Weltraum. In einer anderen Dimension.
K: "Echt jetzt?"
K: "- also, ich in Koenji ..."
K:" ... dann komm doch einfach kurz mit zu mir."

Und als Yuuko die Wohnung von Kazumi betritt, geht es unversehens ab in diese andere Dimension, da sich der Fernseher kurz mal in eine Art Pferdemaschine mit Monitorgesicht verwandelt. Diese andere Welt ist selbstverständlich vollgestopft mit bizarren Kreaturen, die alle nur eines im Sinn haben: Yuuko ans Leder zu wollen. Diese Welt könnte durchaus den Hexenwelten von Madoka entsprungen sein, und hier wie dort ist verflixt schwer zu erkennen, wo genau die Grenze zur Parodie verläuft.
Denn parodistische Züge hat das Filmchen allemal, sei es in der Inszenierung der in aller Kürze angehäuften Bedrohungsszenarien, sei es in den Reaktionen der beiden taffen Protagonistinnen darauf. Die sich auch von irgendwelchen angedrohten Schrecknissen à la "wenn du das tust, ist das das Ende dieser Welt!" nicht groß beeindrucken lassen. Das läuft dann alles in der Art von "ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss!" - nur eben auf Teenager übertragen.

Darin hauptsächlich liegt der Witz in diesem Kurzfilm: im Spiel mit Erwartungshaltungen. Wie beispielsweise beim obigen Dialog, wenn Kazumi trocken und ungerührt die Tatsache zur Kenntnis nimmt, offenbar ein Alien vor sich zu haben und sie goldrichtig daraus schließt, es sei wohl besser, sie lädt Yuuko zu sich ein, weil: umgekehrt wird's eher schwierig. Und auch später, in dieser Monsterwelt, glänzen die beiden trotz aller Dramatik durch coole Abgeklärtheit und knochentrockenen Humor beim Wegballern dieser lästigen Gestalten.

Das Ende nach der dramatischen Rückkehr ist offen. Inwiefern und in welche Richtung, darf der Zuschauer gern für sich selbst entscheiden.

Was andere dazu sagen:

(Sollte dieser sich stattdessen hilfeheischend an anidb wenden, wird er mit der Einschätzung beglückt, hier handele es sich zweifelsfrei um eine "short psychotronic apocalypse". Womit die Sache wohl geklärt wäre …)

Von allen vier "Sweat Punch"-Kurzfilmen ist dies wahrscheinlich der stärkste hinter Kigeki. Denn dieses thront einsam und völlig zurecht über allen anderen.

Auch wenn man nicht immer blickt, was bei "End of the World" so abgeht, und auch wenn die Animation wie immer stark stilisiert, also auf das Wesentliche reduziert ist: es macht einen Heidenspaß. Aber frag mich keiner, warum.
Post was last edited on 29.06.2020 um 19:07.
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Dan Petory Kyoushu no Yuuutsu

Avatar: Asane
Editor
#12
Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.
Das genervt-gelangweilte und etwas trashige Liebespärchen als Rahmen für eine eingeforderte TV-Abendunterhaltung, die letztlich nicht stattfindet. Oder eben nur sehr alibihaft. Dies wird dann im weiteren Verlauf zum Anlass genommen, teilweise haarsträubende Fakten mit Kinderprogramm-Animation zu mischen und all das einen fahrig-exaltierten Stoffpuppen-Professor präsentieren zu lassen.

Dabei entsteht ein Mischmasch aus verschiedensten Animationstechniken, wie es auch einem Kleinkunstfestivalbeitrag gut zu Gesicht stehen würde.

Satirisches Highlight bei der ganzen Sache: die "Interviews" zu UFOs bei der Bevölkerung wie auch das Gesangsterzett der pädagogisch wertvoll kommentierenden "Soya Sisters".

Die Ereignisse in dieser kurzen Laufzeit sind natürlich sehr gedrängt und erfolgen Schlag auf Schlag. Daher liegt es nahe, sich das Werk mehrmals anzuschauen. Wirklich schlauer ist man hinterher dann aber auch nicht.

Es langt ja nicht mal für die Erkenntnis, wie man sowas denn nun wirklich werten soll…
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Rosario to Vampire Capu2

Avatar: Xivender#13
Die zweite Staffel von Rosario + Vampire hätte man sich sparen können.
In der Ersten Staffel hatten wir zwar schon das bekannte Muster:
Tsukune oder einer seiner Freunde gerät in Schwierigkeiten und Moka verwandelt sich in ihre Vampirgestalt, haut den Bösen Jungs was auf die Gusche und fertig.


Nur hatten wir in der Ersten Staffel auch etwas wie einen groben übergeordneten Faden, der die Geschichte etwas voran bringt und neue Charaktere die hinzugestoßen sind haben Spannung aufbaut.


Das alles fehlt in der zweiten Staffel.
Hinzu kam Kokoa, die kleine Schwester von Moka.
Und wie es sich für eine kleine Schwester verhält: Sie nervt.
Ich hatte mich schon in der ersten Staffel gefreut, dass hier keine nervige kleine Nee-Chan auftaucht.
Das wurde mit der zweiten Staffel zunichte gemacht.
Und ansonsten wie oben schon geschrieben; Immer der bekannte Ablauf.
Die Story ist nicht vorhanden und für die nicht vorhandene Story wurden stattdessen der Ecci-Anteil erhöht.


Im Großen und Ganzen:
Nicht wirklich vergleichbar mit der ersten Staffel.
Ich habe es mir bis Episode 5 angetan und danach etwas pausiert.
Gestern dachte ich, kann ich es ja nocheinmal versuchen.
Als Anime für Zwischendurch.
Aber auch nach der Episode hat mich eigentlich nichts mehr bewegt, weiter zu schauen.


Sehr schade eigentlich, wie ich finde, denn man hätte viel mehr daraus machen können.
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Yaojing Zhongzhi Shouce

Avatar: Ich&Anime#14
Der Anime "Demon Spirit Seed Manual" ist, zu diesem Zeitpunkt, noch ziemlich unbekannt. Ob er es verdient, bekannter zu sein, soll hier geklärt werden.

Normalerweise würde ich diese Rezension in einzelne Abschnitte mit Zwischenüberschriften wie "Handlung" unterteilen, bei diesem Anime lohnt es sich aber eher, alles in einem Text zusammenzufassen.

Der Anime handelt, ganz grob gesagt, von einen jungen Otaku. Dieser landet in einer anderen Welt, bemerkt dies schnell und hält sich für den übermächtigen Protagonisten - was er aber absolut nicht ist, wie er es auch schmerzlich feststellen muss. Daher entschließt er sich, dass Angebot eines alten Gärtners anzunehmen, bei ihm in die Lehre zu gehen, u.a. auch, weil seine Magie zu dem Beruf passt. Der Junge kann aber nicht von der Vorstellung, ein übermächtiger Protagonist zu sein, loslassen. Deshalb händigt der Gärtner ihm einen Dämonensamen aus, welcher angeblich die Macht hat, das mächtigste Wesen des Kontinentes zu beschwören. Der alte Gärtner schaffte es aber nie, ihn zum wachsen zu bringen, unser Protagonist gibt trotzdem sein bestes....
So läuft grob die erste und die zweite Folge ab, die Story danach ist ziemlich verworren und schwer zu beschreiben, ich gebe aber einmal mein bestes, hier den groben weiteren Verlauf zusammenzufassen:
Dem Otaku gelingt es den Samen zu öffnen, der "Dämon" hasst ihn aber aus irgendeinen Grund. Er wird von einem Sukkubus angegriffen, erhält ihre Kräfte und wird dadurch ziemlich stark. Weiterführend lernt er mehr über die Dämonen, findet mehr Artefakte, trifft eine Art Parallel-Vergangenheits Version von sich und lernt mehr über die einzelnen Dämonenmädchen. Ach,und er entschließt sich möglichst alle Dämonen zu sammeln, macht es aber erst nicht.

Mein erstes Problem an dem "Anime" war, dass er aus China stammt. Und nicht weil ich unbedingt einen japanischen Anime sehen wollte, denn nur ein aus Japan stammender Anime ist eine echter Anime, sondern eher, weil die Synchro auch auf Chinesisch war. Es hörte sich einfach merkwürdig an, die Charaktere auf Chinesisch sprechen zuhören. Vom Aussehen etc. her war der Anime ansonsten recht gut, wenn nicht sogar perfekt.

Was wirklich an dem Anime stört, ist die Erzählweise. Die Serie springt von Situation zu Situation, ohne wirklich einen Übergang zu haben. So steht der Protagonist z.B. auf einmal in seinem Haus, obwohl er ein Bild vorher noch an einem Kampf beteiligt war.
Ebenfalls kann alles, was im Anime geschieht, als uninteressant abgestempelt werden. Sämtliche Fortschritte die gemacht, Fähigkeiten die erlernt oder Artefakte, die gefunden werden, tauchen in spätestens der nächsten Folge nicht mehr auf. Auch Charakterzüge werden, teilweise, einfach wieder abgelegt oder der ganze Charakter verschwindet einfach (z.B. der Gärtnerm, der dem Protagonisten sein Wissen lehrt).
Die Kombination aus den Sprüngen und dem Weglassen einzelner Aspekte, sorgt dafür, dass der Anime merkwürdig wirkt: Er wirkt zusammenhangslos und unlogisch, teilweise wie ein Fiebertraum. Dementsprechend kann man der Handlung nur schwer folgen. Durch diese Inkonsequenz geht auch schnell der Charme, den der Anime in den ersten paar Folgen noch ausstrahlte, verloren. Aus der ungewöhnlichen Geschichte eines Jungen, der überall abgelehnt und deshalb zum Gärtner wurde, dadurch dann mächtige Dämonenmädchen beschwören kann, wird ein normaler Harem Anime mit einem mächtigen Hauptcharakter.

Die Charaktere sind ebenfalls inkonsequent und ziemlich stereotypisch, allerdings sind ihre Hintergrundgeschichten doch oft ziemlich interessant und teilweise tiefer, als es auf dem ersten Blick scheint.

Was ist nun das Fazit? Kann der Anime als zu unrecht unbekannt, vielleicht sogar als Geheimtipp gesehen werden?
Leider eher nicht. Wobei ich sagen muss, dass ich nach den ersten 2 Folgen noch etwas komplett anderes gesagt hätte. Diese behandeln nämlich noch die einzigartige Geschichte eines Gärtners, nach diesen wird daraus aber eine stereotypische und uninteressante Haremgeschichte, die noch nicht einmal mit den meisten anderen Anime dieser Klasse mithalten kann.
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