Anime Reviews

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Anime Reviews

Digimon Adventure: Last Evolution Kizuna

Avatar: RaestHD#1
Für eine simple Pokemon-Kopie, die Minderjährige mit Tamagotchis süchtig machen wollte, hat es Digimon Anfang der 2000er ziemlich weit gebracht. Nach 20 Jahren sind die meisten Süchtigen beim gefühlten Rivalen Pokemon hängengeblieben und kaufen, so wie ich, halb-recyclte Spiele alle zwei Jahre. Doch was ist mit dem Digimon-Franchise? Eine Serie stets im Schatten, die dennoch über 20 Jahre seine Loyalisten der ersten Stunde behalten hat. Die "ich-schaue-erst-Digimon-bevor-ich-Hausaufgaben-mache"-Bande. Für diesen Schlag ist dieser Film. Ein Rückblick und ein Abschied.

„Things can´t stay the same forever.“ (Matt)

Um Digimon Adventure: Last Evolution Kizuna zu verstehen, muss man wissen, für wenn dieser Film gemacht wurde. Da das Jubiläumsprojekt zum 15.Geburtstag des Franchise, Digimon Adventure tri, recht durchwachsen gewesen war, wollte man zum 20.Geburtstag alles besser machen. Das und weil Jubiläumsprojekte und Reboots bei Toei Animation gerade angesagt sind. Natürlich sollte man kein Your Name., Chihiros Reise ins Zauberland oder Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Movie: Mugen Train erwarten. Alles Filme bei denen ich geheult habe, wenn auch bei allen drei aus unterschiedlichen Gründen und ausgelöst durch unterschiedliche Emotionen. Auch Kizuna löste verschiedene Emotionen in mir aus. Denn hier endet eine Reise, die vor 20 Jahren begann, als ich mal wieder, reflexartig, während der Werbepause einer Wiederholung der Bullyparade, zufällig auf den heutigen Premiumsender RTL2 schaltete. Genau genommen, habe ich 15 von 20 Jahren kaum an Digimon gedacht, außer beim Joggen mit „Wir werden Sieger sein & Co.“ im Ohr oder als ich vor drei Jahren ein neues Tattoo-Motiv brauchte. Ich gehe hier peinlich ins Detail, um zu verdeutlichen, dass dieser Film mehr als nur „jouzu“-Englisch, fragwürdige Momente und mal wieder zu wenig 2.Generation hat. Dieser Film hat auch richtig gut animierte Kämpfe, eine im Ansatz spannende Geschichte und H-u-m-o-r. Drei Sterne sind schon mal sicher. Doch mir und Toei Animation geht es um etwas anderes.

Kizuna beginnt wie einst die erste Staffel. Eine Aurora überzieht den Himmel und es erklingt eine ikonische Musik der ersten Stunde. Die Macher versuchen Nostalgie mit Neuem zu verbinden, um den Fans einen spannenden Abschluss zugeben. Federführend haben wir hier viele ehemalige Macher des Originals. Darunter Hiromi Seki, der verantwortliche Produzent des Franchise oder Katsuyoshi Nakatsuru, der ursprüngliche Charakterdesigners der Serie. So bekommen wir bekannte Musik, wie auch Matts Mundharmonika zu hören und wir sehen altbackene Digitations-Animationen und Rückblenden, welche versuchen den Kreis zu schließen. Die Geschichte setzt 5 Jahre nach „Tri“ an und wir erleben unsere bekannten Digi-Ritter bei ihren unterschiedlich gewählten Lebenswegen, wie z.B beim studieren an der Uni und dem trinken von Alkohol. Das diese nebenbei auch verirrte Digimon bekämpfen müssen, ist nur eines ihrer Probleme Anfang der 20er. Die Thematik Vergangenheit und Zukunft zieht sich durch den ganzen Film, treibt die Handlung voran und spricht nicht nur unsere Held, sondern auch den Zuschauer direkt selbst an. Die Welt ändert sich und kann unbequem werden. Die Zeit bleibt nicht stehen, wie sehr wir uns dies auch manchmal wünschen. Tai und die Bande sind gewachsen und wir mit ihnen. Dementsprechend ist auch der Ton etwas rauer, die Gefahr deutlicher dargestellt und die Stimmung bedrückender. Nichtsdestotrotz ist die Botschaft, welche der Film am Ende zurücklasst, eine hoffnungsvolle. Es kann nicht alles beim Alten bleiben, doch es liegt an uns, ob das etwas Gutes oder Schlechtes ist.

Fazit:

Digimon Adventure: Last Evolution Kizuna ist kein Meisterwerk für die Masse, aber ein kleines für seine Fans. Die Macher wollten und haben ein Werk kreiert, welches Nostalgie gut platziert, aber auch nicht Neues missen lässt. Somit haben wir hier tatsächlich einen Filme, den man als Jubiläumsprojekt bezeichnen kann. Natürlich haben wir hier auch paar fragwürdige Moment in der Handlung, welche einen dezent an der eigenen Schläfe kratzen lassen. Doch die gute Inszenierung seiner Kernthematik und der Abschluss, schließt für mich persönlich den Kreis, zeigte mir nochmal auf, warum ich dieses Franchise liebe und lässt mich zufrieden den Abspann genießen.

P.s:

Ich dachte das Reboot wird so ein ödes Zeug wie alles nach Staffel 4, doch es ist richtig gut. Mit einer besseren konstruierten Geschichte als die originale erste Staffel!!11!!!1. Holy Digimon!
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Kyouryuu Shoujo Gauko Season 2

Avatar: RaestHD#2
Mit meiner Art komme ich bei manche Menschen wie ein Exzentriker rüber. Dabei drücke ich mich nur in einer Weise aus, die ich selbst nicht mal zu 50% verstehe. Die erschreckende Wahrheit ist: Ich bin Gauko.

„I hate girls who turn into dinosaurs!“

Handlung:

Dino Girl Gauko ist eine Kinderserie über ein junges und cholerisches Mädchen mit gespaltener Persönlichkeit. Jeder kennt dieses Gefühl nach dem Moment, wenn man mit dem kleinen Zeh an irgendeiner Kante hängen bleibt. Das ist Gaukos Leben. Die einzelnen Episoden sind Gaukos Alltagserlebnisse mit bizarren Ereignissen und Figuren wie aus einem Fiebertraum. Also normaler KiKa-Standart.

Figuren:

Gaukos zweite Persönlichkeit Naoko ist nicht wie Gauko, Godzilla mit 70er Jahre Modegeschmack, sondern ein normales Mädchen, die zu kokett für ihr Alter ist. Ihr Lehrer ist ein Roboter (welches eine Anspielung auf ein monotones, unflexibles Bildungssystem ist), ihr Vater ein Frosch (welches eine Anspielung auf die Sage des Gama-Sennin ist) und ihre besten Freundinnen sind für bekannte TikToker erschreckend normal.

Optik/Animationen & Musik:

Gauko geizt nicht an simplen Bildern, die wie für Kinderaugen gemacht sind. Flüssige Standbilder und ein weites Spektrum an Ausdrucksweisen der Gesichter bekommt man zu sehen. Die Flammen, wenn Gauko Feuer speit, sind der Wahnsinn. Ein Intro und Outro existiert.

Inszenierung:

Dystopie und Anarchie sind hier an der Tagesordnung. Gaukos Welt mag bunt und fröhlich erscheinen, doch zerstörte Gebäude und schief gebaute Häuser deuten auf mangelnde Fachkräfte und Ressourcenknappheit hin. Vogelbanden machen die Nachbarschaft unsicher und die Bürger begegnen dieser Realität mit Delirium. So werden schon mal Kakteen wie Schneebälle geworfen oder verharmlost, wenn Aliens offenkundig die Welt erobern wollen.

Fazit:

Die erste Staffel habe ich nicht gesehen bzw. nur die erste Episode, da diese aus dem Jahre 2019 stammt und ich so alte Serien ungern anschaue. 2019 war die Welt noch eine andere und das spiegelt sich in der ersten Episode wieder. Krass, wie lang das schon her ist. Wer in der Halbzeitpause eines Fußballspieles oder sonst 10 Minuten Zeit hat, der bekommt hier kurzweilige Unterhaltung. Aufgrund der Gewaltdarstellungen ist diese Serie aber nichts für Personen unter sechs Jahren.
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Majo no Tabitabi

Avatar: Slaughtertrip#3
Das Konzept ist hier ähnlich wie das von »Kino no Tabi: The Beautiful World«, nur dass hier anstatt einer stoischen Beobachterin eine kleine, freche Hexe um die Welt reist und die Eigentümlichkeiten all jener Städte, die sie besucht, kennenlernen möchte. Der Anime ist zwar episodisch aufgebaut, doch zumindest ein ganz dünner roter Faden wird hier dennoch verfolgt. Indem sich die kleine, freche Hexe namens Elaina auf ihre Reise begibt, eifert sie ihrer Heldin Niké nach, deren Abenteuer sie aus Büchern kennt. Dabei trifft sie zwar nicht auf besonders viele, aber dennoch auf eine Handvoll Personen, die in späteren Episoden weitere Auftritte haben, wodurch ein süßer, kleiner Hexenzirkel gebildet wird.

Die Besonderheit dieses Anime ist die strikte Verweigerungshaltung, sich einem einzigen Genre zuordnen zu lassen. Dienen die ersten beiden Folgen dazu, die Welt und die Charaktere kennenzulernen, und vermitteln diese eine Atmosphäre, welche den Zuseher glauben lässt, dass es in diesem Anime teils ruhig und gemütlich, teils witzig und rasant zugeht, ist es bereits die dritte Folge, die den Zuseher am Bild, welches dieser bisher vom Anime bekommen hat, zweifeln lässt. Plötzlich bekommt man eine Folge präsentiert, die sich nicht nur deshalb von den vorherigen Episoden abhebt, weil in dieser gleich zwei Geschichten erzählt werden, sondern weil diese Geschichten eine eher bedrückte Stimmung transportieren und in einer nicht viel veränderten Form genauso gut in einer Mystery- oder Horrorserie vorkommen könnten. Die darauffolgende Episode schlägt dieselbe Richtung ein, nur mit etwas mehr Brutalität in manchen Szenen. Sollte man nach diesen überraschend düsteren Folgen glauben, dass der Anime auf diesem Kurs bleibt, vollzieht dieser bei der nächsten Folge eine weitere 180°-Drehung und kehrt zu der anfangs erwarteten locker-witzigen Unterhaltung zurück. Den Vogel schießt der Anime mit Folge #9 ab, in welcher am Anfang eine Warnung eingeblendet wird, dass der Inhalt nicht für ein jüngeres Publikum geeignet ist. Hier macht der Anime nicht nur eine 180°-Drehung, sondern setzt sich zudem passend zur Atmosphäre eines Horrorstreifens eine Michael-Myers-Maske auf, spielt den OST aus »Psycho«, um in die richtige Stimmung für einen Psychothriller zu kommen, und dreht danach ein paar Pirouetten, um den Zuseher entweder vollends zu verwirren, zu überraschen, zu schockieren oder aufgrund des Mutes, mehrere Genre-Gewässer zu durchqueren, in schallendes Gelächter zu versetzen.

Getragen wird dieses bunte Gerüst von Elaina selbst, welche die Nebencharaktere auf ihre Plätze verweist. Ich mag sie. Sie hält sich für super cute, ist überheblich wie sonst was und so sehr von sich selbst überzeugt, dass man ihr Arroganz vorwerfen könnte. Ich mag sie? Ja! Es ist ein durchaus gefährliches Spiel (im Kontext einer Animeproduktion natürlich), den Hauptcharakter mit negativen Persönlichkeitsmerkmalen auszustatten, weil der Zuseher leicht geneigt sein könnte, diesen unsympathisch finden zu können. Aber wie könnte man diese super cute (recht hat sie!), kleine, freche Hexe unsympathisch finden, wenn sie doch auch positive Eigenschaften besitzt, die ihre kleinen Schwächen, die jeder von uns hat und die uns zu Menschen – also zu den unvollkommenen Lebewesen, die wir eben sind – macht, mehr als nur ausgleichen? Elaina ist eine ehrliche, geradlinige Person, die sagt, was sie denkt. Die einen lieben eine solche Einstellung, andere wiederum kommen damit überhaupt nicht klar. Diese gelungene Mischung macht diesen Frechdachs interessant, einprägsam und – obgleich des Fantasy-Settings und ihrer Zauberkräfte – auch sehr menschlich.
Ich bin nicht der Einzige, der sie mag. Auch Saya findet Gefallen an ihr ... sehr großen sogar! Sie liebt sie, und das nicht nur auf platonischer Ebene. Neben Fans allermöglicher Genres können bei diesem Anime auch Yuri-Fans frohlocken. Too much? Nicht unbedingt, denn Saya taucht nur in wenigen Folgen auf, und die Yuri-Vibes schwingen mal stärker, mal schwächer. Ich bin auch mal so ehrlich wie Elaina und möchte hier schriftlich festhalten, dass Saya für mich der nervigste Charakter dieses Anime ist. Im Gegensatz zu der vielschichtigen Elaina ist Saya in vielen Szenen das Abziehbild eines Gag-Charakters, der seine Hormone nicht unter Kontrolle hat. Dabei fing bei ihrem Erstauftritt alles noch so gut an …
Die restlichen Nebencharaktere sind allesamt sympathisch. Sie bleiben einem vielleicht nicht so sehr im Gedächtnis wie Elaina, jedoch sind sie auch nicht so überzeichnet wie Saya. Fran, die Elainas Ausbildung zur Hexe zu einer richtigen Herausforderung für das talentierte Mädchen gemacht hat, ist genauso eine Sympathieträgerin wie Elainas liebevolle Mutter oder die kratzbürstige Sheila.

Der zweite Hauptcharakter dieses Anime ist derselbe wie jener von »Kino no Tabi: The Beautiful World« – nämlich die Welt selbst mit all ihren verschiedenen Städten, die von den unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Lebensphilosophien bewohnt werden. Man muss verstehen, wie das Leben in diesen Städten die Bewohner geprägt hat, um die Bewohner selbst zu verstehen. Die Naivität mancher Charaktere ist vielleicht erschreckend hoch, jedoch dient diese überspitzte Darstellung nur dazu, einen besseren Eindruck von der Attitüde der Bewohner manche Städte zu bekommen, welche einzigartig in der Welt dieses Anime ist und sich in anderen Städten nicht wiederfinden lässt.

Wenn man »Majo no Tabitabi« richtig genießen möchte, sollte man breit aufgestellte Genre-Präferenzen besitzen. Wer hier einen heiteren und fröhlichen Anime erwartet, wird nur bei der Hälfte aller Folgen glücklich. Ein gewisses Faible für ernstere Genres wie Mystery, Thriller und Horror sollte man haben, um auch bei der anderen Hälfte – und vor allem bei Episode 9 (!) – glücklich zu werden. Ich bin es jedenfalls. Und wenn nicht, kann man die Folgen, die einem nicht zusagen, sogar skippen. Hier zeigt sich einer der ganz großen Vorteile von Serien mit episodischem Aufbau.

Und wenn man mit keiner einzigen Folge etwas anfangen kann, kann man Elaina zumindest beim Essen zusehen und darauf hoffen, dass es eine zweite Staffel namens »Eating Witch: The Snacks of Elaina« geben wird.
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Kaifuku Jutsushi no Yarinaoshi

Avatar: JDK#4
  • Handlung
Vorweg, ich musste nach der zweiten Folge abbrechen, wer glaubt ich sei damit nicht berechtigt das hier zu schreiben liest besser eine andere Rezension.

Unsere Ganze Anime und Manga Kultur war schon immer grenzwertig. Schulmädchen in Unterwäsche, Imoutos, Liebe zur Schwester, mit der Lehrerin. Auch in Bezug auf Gewalt kommt nichts an Anime und Manga heran. Klar, würde uns jemand fragen wären das nicht die Beispiele die wir nennen würden, wir würden all die Meisterwerke aufzählen die wir gesehen haben. Aber man muss sich nur die Toplists ansehen um zu verstehen, dass die meisten Fans es genießen, dass man in Japan 'offener' als im Westen ist. Und ich will nicht doppelmoralisch wirken, grad letztens habe ich Miru Tights in einem Zug durchgesehen und auch bei Domestic Girlfriend lese ich jetzt den Manga weiter. Auch wenn es mal ein wenig weiter geht bin ich noch dabei. Ich erinnere mich an die Diskussion zur ersten Folge von Goblin Slayer. Aber ich muss gestehen Goblin Slayer ist cool. Und auch Berserk finde ich großartig (abgesehen von der CGI Version) trotz gewisser Szenen die mehr wie grenzwertig sind. Ich weiß nicht mehr ob das nur im Manga war, aber als sich Griffith verwandelt hat und Kjaskar vor Guts Augen, .. wer die Szene kennt weiß was ich meine. Ich war tatsächlich beeindruck wie abgrundtief böse das Ganze war und an den Satz 'das ist so dämonisch und gleichzeigtig so menschlich' erinnere ich mich noch heute. Auch Interspecies Review finde ich lustig.

Aber gerade weil das alles so grenzwertig ist, weil vielleicht das ein oder andere Meisterwerk aus dem Grenzbereich kommen muss denke ich sollte es irgendwo einen Schlussstrich geben. Denn so rasant wie die popularität von Anime und Manga zunimmt wird es irgendwann dazu eine Diskussion geben. Und heute bin ich an einen Punkt gekommen andem ich ganz ehrlich aussteigen muss. Selbst bei Hentai, mir ist klar dass das hier noch keiner gesehen hat, selbst bei Hentai, wo wirklich krasses Zeug passiert, ist das Ganze von Anfang an schon so ausgelegt, dass man es nicht zu ernst nimmt, weil es ist ja Hentai. Verurteilt mich nicht, schaut euren eigenen Browserverlauf an.

Aber hier es geht es nur noch darum zu zeigen wie Personen vergewaltigt, gefoltert, unter Drogen gesetzt werden und warum es aus Rache an einem bösem Menschen total OK ist diesen wieder zu vergewaltigen und zu misshandeln. Und es soll mir keiner kommen, dass das nur schockieren soll, das Ursprungsmaterial ist besser, das leitet zu einer größeren Geschichte ein und dient nur dazu die Harte Realität dieser Welt darzustellen um die Charakterentwicklung verständlicher zu machen. Das hatten wir schon. Das haben andere Serien gemacht in dem sie angedeutet und kurze schockierende Bilder gezeigt haben und das reicht auch aus. Aber das waren jetzt zwei Folgen in denen es um nichts anderes ging. 'Bettel mich an dich zu vergewaltigen und erniedrige dich damit ich einen hoch bekomme oder ich Stecke dir dieses glühende Eisen rein' in einer Szene die über die halbe Folge geht ist keine Abendunterhaltung. Das ist die verzweiflung eines Autors der versucht etwas toppen weil ihm nichts mehr einfällt. Ich meine was soll die Steigerung davon werden?

Ganz ehrlich, die Diskussion wird kommen. Und wenn wir so weiter machen werden Anime so unter Druck geraten, dass sie wie reden von Politker werden. Aalglatt, dass sie keiner mehr rechtlichen belangen kann. Und das macht alles Kaputt.
Post was last edited on 21.01.2021 um 05:04.
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Re:Zero kara Hajimeru Isekai Seikatsu 2

Avatar: Acuros
Editor
#5
»Euer Jahr 2020« lautet das Motto des Rezensionswettbewerbs, für den dieser Text entstanden ist – eine tolle Idee, denn schließlich gibt es nichts Schöneres, als ein Werk zu rezensieren, das einen genauso auf die Palme bringt wie die letzten zwölf Monate. Ich wollte erst etwas Langweiliges nehmen, kam aber zum Glück um diese Selbstbestrafung herum, als ich mehrfach die Meinung las, »Re:Zero kara Hajimeru Isekai Seikatsu 2« sei ziemlicher Quark. »Optimal!«, dachte ich mir. »Eine solche Serie kannst du zumindest zünftig verreißen!«

Die erste Episode[1] war von Anfang bis Ende durchwachsen, gab mir für mein Vorhaben also richtig Hoffnung. Ob daran die Vorlage schuld ist oder der Regisseur einfach gepennt hat, vermag ich nicht zu beurteilen, doch bis auf einen kurzen, aber aufsehenerregenden Moment fand ich das Gebotene reichlich lahm; die Einstiegsszene mit dem berühmten Satz »Wer ist Rem[2] änderte daran ebenso wenig wie die Auflösung, die mir unmittelbar danach auf dem Silbertablett präsentiert wurde. Mit grimmiger Entschlossenheit schaute ich weiter, doch was machte die Serie dann? Sie bockte – in einem Anfall unerhörter Renitenz weigerte sie sich, weiterhin zum Motto zu passen! So kann ich nicht arbeiten.

Spaß beiseite: Ich war überrascht, dass schon die zweite Folge wesentlich besser war und die Serie ihre Qualität auch danach weitestgehend halten konnte – vor allem bleibt man aber von einem so zähen Abschnitt wie dem Mittelteil der ersten Staffel verschont. Allerdings sollte allen geneigten Zuschauern klar sein, dass »Re:Zero« kein Werk mit hohem literarischen bzw. künstlerischen Anspruch ist; es unterhält vorrangig durch sein Konzept und seine Inszenierung – und manchmal eben auch durch Chaos und Irrsinn.
Im ersten Teil dieser zweigeteilten Staffel dreht sich fast alles um Kremaldy, das Dorf der Mischwesen[3]. Subaru und Emilia verschlägt es eigentlich nur dahin, um Roswaal zu den jüngsten Ereignissen befragen zu können, doch nach ihrer Ankunft rückt das schnell in den Hintergrund: Eine seltsame Barriere hält sämtliche Mischwesen vom Verlassen des Dorfes ab und wird erst verschwinden, wenn sich einer von ihnen mehreren Prüfungen unterzieht – eine Aufgabe, die ausgerechnet Emilia zufällt, die sich dabei aber gar nicht gut schlägt. Und während Subaru noch damit ringt, ob und wie er ihr helfen kann, ohne dass mal wieder alles den Bach runtergeht, muss er wortwörtlich am eigenen Leib feststellen, dass auch an anderer Stelle Lebensgefahr droht und sich seine Situation damit erheblich verkompliziert.

Subaru ist weiterhin die zentrale Figur des gesamten Werks, weswegen ich heilfroh war, dass er zumindest etwas erträglicher geworden ist: Von seiner Fähigkeit »Return by death« macht er natürlich wieder reichlich Gebrauch, kommt diesmal aber besser damit zurecht, außerdem leistet er sich auch nicht mehr solche extrem emotionalen Ausbrüche, die beim Publikum zu Recht für Irritationen gesorgt hatten. Das heißt aber nicht, dass Subaru nun zum strahlenden Helden oder gar zum Avatar der Gelassenheit wird, denn sein Weg des Elends ist keineswegs vorbei; außerdem hat er noch immer eine ziemlich schlechte Meinung von sich – zumindest bis sich die wunderschön inszenierte, vierte Episode[4] damit auseinandersetzt: Nicht nur, dass Subaru endlich etwas Hintergrund spendiert bekommt, man lernt auch seine schrulligen, aber liebenswerten Eltern kennen, die ein (selbstverständlich idealisiertes) Paradebeispiel dafür sind, wie schnell man den Bezug zum eigenen Kind verlieren kann.

Wer nun Schonkost erwartet, der irrt sich: Es gibt etliche Momente, die im Vergleich zum Vorgänger noch rabiater oder verstörender sind – mitunter auch beides. Zwar bleiben einem Szenen mit regelrecht wahllos wirkender Brutalität erspart, aber empfindliche Gemüter dürfte das Gebote trotzdem auf die Probe stellen. Es bleibt auch nötig, abgebrochene Handlungsabschnitte und damit einhergehende Charakteraktionen beiseite zu sortieren, ohne sie dabei völlig zu vergessen, weil sie eben nicht irrelevant sind – zum Glück wird das nicht mehr so sehr auf die Spitze getrieben wie in der ersten Staffel.
Stattdessen gibt es endlich Abwechslung beim Erzählstil, indem man mit Echidna, der Hexe der Gier, früh eine Figur ins Spiel bringt, die sowohl für Subaru als auch für mich gleichermaßen faszinierend und unbegreiflich ist. Man könnte sie – irgendwie – als »sympathisch« bezeichnen, aber aufgrund ihres gierigen Wesens passt »einnehmend« einfach besser; allein die Dialoge der beiden habe ich regelrecht verschlungen. Sie wird – zumindest zeitweise – zu einer Art Ruhepol für Subaru und trägt maßgeblich zu seiner Entwicklung bei – auf positive und auf negative Weise.

Fast alle anderen Figuren leiden weiterhin darunter, dass sie immer wieder zurückgesetzt werden und daher nie wirklich konsistent wirken, von Charakterentwicklung ganz zu schweigen. Zwar glänzt Emilia dieses Mal nicht so sehr mit Abwesenheit (das übernimmt Rem) und ist auch alles andere als irrelevant, aber trotzdem fühlt sie sich nur wie eine Station an, die Subaru abklappert – wenn auch ziemlich oft. Und während ich bei Ram nicht mal den Eindruck habe, dass sie wirklich etwas Wichtiges zur Handlung beiträgt, ist der Biestmensch Garfield[5] leider relativ schlecht geschrieben und kam bei mir nicht über »wandelndes Klischee« hinaus; ironischerweise meint er sogar selbst, er würde erst handeln, dann denken. Beatrice, die bislang eine kuriose und undurchschaubare Figur war, wird zwar etwas mehr beleuchtet, muss aber leider zu früh für großes zwischenmenschliches Drama herhalten – ein Schuss, der nach hinten losgeht, weil sie dafür noch nicht genug ausgearbeitet ist.
Neben Subaru sind eigentlich nur zwei Figuren interessant: Kremaldys Dorfälteste Ryuzu, deren Stimme und Gebaren zunächst so gar nicht zu ihrem mädchenhaften Äußeren passen wollen, die aber einen so obskuren wie interessanten Hintergrund besitzt. Und Roswall, der in Staffel 1 lediglich ein mysteriöser Lord mit skurriler Aussprache war, gibt nun Motive und Ansichten preis, die bei etlichen Zuschauern für Entsetzen sorgen dürften – mich eingeschlossen.

Ansonsten stehe ich bei diesem Werk vor einem interessanten Problem: Ich kann mich nicht daran erinnern, Standbilder oder Speedlines gesehen zu haben. Vielleicht gibt es ja welche, aber sind sie mir glatt entgangen. Das Animationslevel ist jedenfalls ziemlich ordentlich, speziell bei den wenigen Kämpfen, die aber nicht alle gelungen inszeniert sind – zwei sind regelrecht langweilig. Hinsichtlich Inszenierung schießt die Regie allerdings ein paar heftige Kaliber Richtung Publikum: Das fängt schon mit hektischen Bildabfolgen während ein paar Szenen an, während eine spätere ein bisschen wie ein alter Film wirkt, begleitet von einer unheimlich klingenden Spieldose. Diese herausragende Szene wird eigentlich noch von einer übertroffen, die aus der Sichtweise von Subaru gezeigt wird – während er durch die Gegend geschleift und geschleudert wird.

Die überwiegend orchestrale Musikuntermalung ist großartig, auch wenn das beim Anschauen nur teilweise auffällt. Bemerkenswert sind die atmosphärischen Klänge, die nur bedingt zum gezielten Anhören taugen, aber ein Gros der unheimlichen Szenen und Dialoge zwischen Subaru und Echidna vorzüglich untermalen; als Anhörproben empfehle ich Stücke wie »A Prelude to Ominousness«, »The Graveyard of Witches«, »Echidna’s Tea Party« und »Sounds of Gloom«. Die Grundstimmung ist überwiegend unheimlich oder melancholisch, Bombastisches wie »The Breath of a Vow« oder »Battle Beasts« gehört zu den Ausnahmen. Mein Favorit ist allerdings das wunderschöne »Mother« (mitunter auch als »Take Care« bezeichnet), das die beste Szene der vierten Episode enorm aufwertet. Mit 41 Titeln ist der Soundtrack der zweiten Staffel jedenfalls nicht gerade schwach aufgestellt, und bei dieser überwiegend guten Auswahl habe ich auch kein Problem damit, die Stücke im zweiten Teil nochmal zu hören – na ja, außer vielleicht beim etwas kitschigen »Your Voice«.


Fazit:
Re:Zero ist wie ein Drahtseilakt – ein Akt des Unbegreiflichen und des Wahnsinns. Immer wieder kommt der Akteur ins Straucheln und stürzt bei manchen Kunststücken fast schon ab. Den einen raubt es den Atem, während andere sich fragen werden, ob der Typ da oben nicht ganz glatt ist – zumal er auch noch ständig umdreht, um es besser zu machen. Und manche gehen gleich gar nicht zu dieser Vorstellung, die in meinen Augen gelungener ist als die letzte, weil man zwei entscheidende Schwachpunkte ausgebessert hat: Einerseits hat Subarus Verhalten viel von seiner Zufälligkeit verloren und wirkt nicht mehr so extrem, andererseits gönnt man den Zuschauern durch Abschnitte mit subtilerer Erzählweise etwas Abwechslung.


Randnotizen:
Die verlinkten Episodenkommentare enthalten natürlich Spoiler, Lesen also auf eigene Gefahr.

[1] Kommentar zu Episode 1
[2] Diese genannte Szene war in der regulären Ausstrahlung der ersten Staffel nicht enthalten, wurde aber beim sogenannten »Director’s Cut« als letzte Szene hinzugefügt – sicherlich zum Ankurbeln des Hypes, schließlich lag der Ausstrahlungszeitpunkt nur wenige Monate vor dem der zweiten Staffel.
[3] Damit sind u. a. Biestmenschen oder Halbelfen (wie z. B. Emilia) gemeint; im Englischen findet man als Begriff oft "demihuman".
[4] Kommentar zu Episode 4
[5] Etliche Quellen verwenden als Namen »Garfiel«, die japanische Schreibweise ergibt aber »Gaafiirudo«.

Update 20.01.2020 22:00: Fehlerkorrekturen – was auch sonst …
Post was last edited on 20.01.2021 um 15:00.
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Kanojo, Okarishimasu

Avatar: MaDmAn#6
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Originalität
"Rent-A-Girlfriend" versucht eine Geschichte mit einem gesellschaftlichem „Problem“ zu verbinden, scheitert jedoch an das gewählte Genre und den beliebigen Anime Klischees. Der Beginn ist im Vergleich zu seinen anderen Vertreter ein relativ origineller Ansatzpunkt, auch die oberflächliche Interaktion zwischen den beiden Protagonisten basiert erstmal auf ein ökonomisches Verhältnis.

Chizuru Verhalten gegenüber Kazuya ist nachvollziehbar und bedient sich der Taktik, mit vielen Abnehmer Umsatz zu erwirtschaften, jedoch entwickelt sie romantische Gefühle für ihn, weil er der Protagonist ist. Im weiteren Verlauf des Animes sind die Emotionen von ihm zu beliebig, was wiederum auf einen schwachen Charakter oder von Autor beabsichtigt Situationen zu kreieren. Zudem werden typische Soap-Elemente wie Geheimnisse zu seinen engsten Personen genutzt, um eine fadenscheinige Handlung zu erzählen.

Diese Ereignisse wiederholen sich und werden eher genutzt um neue weibliche Charaktere einzuführen, was im Sinne eines vernünftigen Aufbaus einer Geschichte schädlich ist, da es für die meisten Zuschauer vorhersehbar wird und somit eine gewisse Monotonie herbeiführt. Zumal die Existenz einiger Figuren hinterfragt werden kann, abgesehen von Chiruzu sehe ich keine Notwendigkeit weitere weibliche Figuren einzuführen, auch seine ehemalige Freundin in die Geschichte zu implementieren steht im Widerspruch zu ihrem Verhalten.

Augenscheinlich ist ihre Dasein Berichtigung eine Rivalität zu Chiruzu aufzubauen, wenn sie Gefühle für den Protagonisten hat dann wäre es sinnvoller mit diesem nicht die Beziehung zu beenden, oder? Auch werden die stereotypen in einem Harem Anime abarbeitet als wäre es eine Einkaufsliste. In dem Anime haben wir die folgenden Typen: Love Interest, Rivale, Mauerblümchen ect. Anstatt ausgearbeitete Charaktere zu schreiben wird ein typischer und einfacher Weg gewählt, die für eine Entwicklung von Serien hinderlich ist, da ausgerechnet solche Produktionen äußerst gewinnbringend sind.

Allgemein werden solche Charakteren genutzt, um gewisse Anzüglichkeiten seitens des weiblichen Geschlechtes aufzuzeigen, was mich eher abstößt als daran gefallen zu finden. Hierbei ziele ich auf die nicht Existenz von Hosen in den meisten Anime ab, Mädchen bzw. Frauen werden immer in relativ kurzen Bekleidungen präsentiert. Diese Tendenz des Kleidungsstils, Ästhetik der Figuren und deren „Persönlichkeit“, ist ein fataler Schritt in eine Richtung die ich nicht positiv bewerten kann, was wiederum der Antrieb des Protagonisten ist.

Vor allem gerät das eigentliche gesellschaftliche „Problem“, dass in Japan einer größeren Aufmerksamkeit genießt als im Westen, in den Hintergrund und zieht es eher ins lächerliche als es in ein vernünftiges Drama zu modellieren. Zwar finde ich solche Art von Problemen im Vergleich zu den anderen als irrelevant, da durchaus interessante Aspekte des Lebens existieren.

Zudem kann man die Qualität eines filmischen Produktes erkennen, wenn der eigentliche Fokus der Handlung, der Charaktere und der Welt auf die Abstimmung der „Best Girl“ verschoben wird. In den meisten Anime die ich gesehen habe, waren solche wenig anspruchsvoll (Fate Stay Night, Kaguya-Sama, Oregairu, ReZero, Sword Art Online, The Rising of the Shield Hero), auch hier existieren die Diskussionen über solch eine irrelevante Frage.

Rent-A-Girlfriend ist ein Produkt, dass es nur durch den romantischen Aspekt von den Japanern gut aufgenommen wird, ansonsten erkennt man kein eigentliches Ziel in dieser Serie und es wäre eine sinnlose Verwertung der eigenen Lebenszeit. Solche Serien werden zurzeit wie am Fließband produziert, bloß haben sie am Ende keinen Nährwert für einem, dieser Trend der quantitativen Obsoletheit wird wahrscheinlich weitere Jahre weitergehen. Also sind die Zielgruppen: Harem- und Weebfans, was wiederum schädlich ist für qualitative Serien, ein ähnlicher Trend (aber aus anderen Ursachen) ist im Realfilmbereich zu erkennen.
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Mai Mai Mai

Avatar: Nyan-Kun#7
  • Songtext
  • Choreographie
  • Animation
  • Musik
Seit Jahren schon begeistert der bekannte Vocaloid Musikproduzent Mitchie M mit seinen eigens geschriebenen und produzierten Hatsune Miku Songs. Auch 2020 brachten er und sein Team mit Mai Mai Mai einen Song heraus der schnell ins Ohr geht und im Vergleich zu Miku Songs anderer Produzenten mit einen überaus naturalistischen Stimmklang besticht der seines gleichen sucht. Dieser Song bildet die Grundlage für ein Musikvideo bei dem wir Hatsune Miku auf eine Reise in eine futuristische Welt begleiten. Was es damit auf sich hat und ob sich diese Reise lohnt erfahrt ihr in der nachfolgenden Rezension.


Songtext (Inhalt)

Es ist später Abend als Hatsune Miku durch die Stadt spaziert und plötzlich ihr Smartphone vibriert. Sodann erhält sie eine Mitteilung über die virtuelle Shopping Welt in die sie sich über ihr Smartphone direkt einklinkt. Es dauert nicht lange bis Miku in diese Welt reingesogen wird und noch im Portaltunnel auf dem Weg in diese Welt in ihr neues Kleid schlüpft das vom Stil her entfernt an einem chinesischen Qipao angelehnt ist. Angekommen erblickt man die knallbunte, futuristische Stadt in der es nur um eines geht: Einkaufen.

In dieser Welt singt Miku einen recht eingängigen Song zum Thema Einkaufen. Oft hört man den simplen Refrain „Mai Mai Mai“, das übersetzt nichts anderes bedeutet als „Kaufen, Kaufen, Kaufen“. Und so kann man recht schnell zu dem Schluss kommen das es sich hier um einen reinen Kommerz-Song handelt, der einem ummantelt von einer knallbunten Shoppingwelt und einer niedlichen Gesangsstimme die Freuden des Konsums propagiert. Hört man jedoch genauer hin so steckt da durchaus mehr dahinter als es der Anschein erweckt.

Fangen wir erst mal mit dem kurzen Intro an. Eingangs werden von Miku freudig die sehnsüchtigen Argumente aufgezählt warum man seinen Konsumbedürfnissen nachgeben sollte. „Schön sein“, „Dem Traum näher kommen“, „Sich selbst belohnen“. Schöne Worte verpackt in Mikus niedlicher Gesangsstimme und stets verbunden mit der (scheinbar) einzigen Maßnahme zur Erreichung dieser Ziele: Einkaufen. Damit wird man schon direkt eingestimmt sobald es in die bunte Shoppingwelt geht.

Mit dem Bekenntnis von Mikus Liebe zum Einkaufen geht es direkt weiter mit der ersten Strophe. Es fängt direkt damit an das Miku singt, dass ihre Mutter zu ihr sagte das man Träume nicht mit Geld kaufen kann was ein Widerspruch zu dem ist was sie im Intro sang. Damit hält sie sich jedoch nicht allzu lange auf und geht stattdessen dazu über auf ihr neues Kleid zu sprechen zu kommen was sie in der virtuellen Shoppingwelt anprobieren kann. Dabei ergeht sie sich immer mehr in dieser virtuellen „Traumwelt“ und auch wie einfach da alles abläuft. So werden einem nach nur wenigen Klicks die Waren von Dronen geliefert.

„I Love Shopping“

Der erste Teil des darauffolgenden Refrains entspricht soweit dem Intro. Im unmittelbar nachfolgenden Teil bestreitet Miku jedoch das die Befriedigung durchs Einkaufen sich rein auf das materielle bezieht. Es soll das Erlebnis an sich im Mittelpunkt stehen verbunden mit dem Hinweis das man deshalb nicht zögern sollte und diese Gelegenheit nicht so schnell wiederkommt.
Je nachdem wie man ideologisch dazu steht kann das für einen selbst entweder nach einem Albtraum oder ein Paradies klingen.

Überaus nachdenklich stimmt wie in der ersten Strophe auch schon der Beginn der zweiten Strophe. Da singt Miku wie nachrangig doch die Liebe geworden ist und es sie hin und wieder einsam macht deshalb alleine im Fokus zustehen. Als Lösung besingt sie die virtuelle Shoppingwelt und wie einfach es ist sich von der dortigen K.I. ein Geschenk vorschlagen zu lassen das man an jemanden an den man gerade denkt schicken lassen kann. Defizite im sozialen sollen mit materiellen Gütern gefüllt werden. Auch da bilden sich Widersprüche zum vorher besungenem Inhalt.

“恋は二の次三の次で過ごしてるけれど”
(koi wa ninotsugi sannotsugi de sugoshiteru keredo)
„Heutzutage ist Liebe zweit- und drittrangig“

In der Bridge (Überleitung zum Refrain) fällt eine Strophe besonders auf. Nämlich das diese Dronen mit denen u.a. auch die Geschenke geliefert werden sollen einem den „Herzschlag“ liefern der durchaus für Überraschung sorgen kann. Was mit dem „Herzschlag“ gemeint ist dürfte recht klar sein. Nämlich das Geschenk was über die virtuelle Shoppingwelt geordert wurde. Doch kann ein materielles Geschenk, was obendrein auch noch von einer K.I. für einen ausgesucht wurde wirklich das ersetzen was das persönliche Miteinander auszeichnet und von Intimität, dem Füreinander Dasein, Nähe, Zuneigung usw. geprägt ist? Diese Frage wird hier offen gelassen und so geht es weiter mit dem Refrain.

Diesmal jedoch abgewandelt im Vergleich zu vorher und leicht variierten Rhythmus wo Miku etwas abbremst und alsbald wieder zu ihrem normalen Gesangsrhythmus übergeht. Während sie in einem futuristischen Flugauto durch die Stadt gleitet betont sie Inhaltlich den Aspekt Aufmerksamkeit zu erregen durch die Einkäufe, was sie mit der Strophe abschließt nicht allzu weiter negativ zu denken. Daraus könnte man eine gewisse Unsicherheit ableiten bezüglich des Einkaufserlebnisses, was mit dieser Strophe direkt abgewürgt wird. Damit hört es aber nicht auf. Im Refrain beteuert Miku weiter das es absolut keinen Grund gibt in die reale Welt zurückzukehren gefolgt von der Feststellung das Liebe unbezahlbar ist.

Der Refrain endet mit einem unvollendeten Satz bezüglich des Lebens, wo man lediglich spekulieren kann was da ausgedrückt werden sollte. Dieser Refrain im Mittelteil des Songs ist durch besonders gehäufte auffällige Widersprüche geprägt, die anders als vorher unsicher wirken und wo die gegenteiligen Beteuerungen für die Shoppingwelt die Zweifel nur noch schwer übertünchen können.

“愛はプライスレスなのよ”
(ai wa puraisuresu na no yo)
„Liebe ist unbezahlbar, weist du“

Bei der dritten Strophe geht Miku in einen Sprechgesang über und zieht das Tempo etwas an, sodass der Inhalt zunächst nicht allzu leicht zu erfassen ist. Hier drückt sie nochmal all ihre Sehnsüchte aus die sie glaubt mit ihren Einkäufen erreichen zu können. Abgerundet wird das mit „Smile and Pay“. Man kann diese Strophe durchaus als eine Selbstvergewisserung deuten das mit dem bewussten Schritt zum Kaufabschluss, was mit der unmittelbaren Zahlung einhergeht, alles gut wird und man damit durchaus glücklich sein kann.

Mit der nächsten Bridge haben wir hier einen elektrolastigen Instrumentalabschnitt, wo man sehen kann wie Miku im Videospiel 2D Retrolook durch die Gegend läuft und einen Kauf nach dem anderen tätigt, um ihre Lebensanzeige wieder aufzufüllen und so am Ende einen perfekten Score landet. Dabei ertönt nach jedem Kauf ein klassisches Kling-Geräusch der in Retrogames immer ertönt wenn man einen neuen Item eingesammelt hat. Auch dieser Instrumentalpart lässt einen gewissen Interpretationsspielraum zu. Am naheliegendsten könnte man da sagen, dass die Items in Form von Kleider-Accessoires die sie durch die Käufe erhält ihr „Lebenselexier“ sind ohne die sie nicht lange überleben kann. Ein kritischer Ansatz den man durchaus näher beleuchten kann im Rahmen eines ausführlicheren Essays zum modernen Konsumverhalten.

“なりたい私を purchase now“
(naritai watashi wo purchase now)
„Jetzt das einkaufen, um die Person zu sein die ich sein möchte“

Schließlich kommen wir zum Outro, der inhaltlich und vom Rhythmus her auch dem Refrain entspricht. Unmittelbar danach wird aus der virtuellen Shoppingwelt rausgezoomt wo Miku ihren Einkauf abschließt.

Der Song an sich liefert eine wahre Achterbahnfahrt durch die virtuelle Shoppingwelt mit mehreren kritischen Denkansätzen, die im Widerspruch zu der in diesem Song propagierten ultimativen Lösung stehen. Diese fallen einem nicht direkt auf dem ersten Blick auf da Hatsune Miku diese so unschuldig und niedlich wie eh und je besingt das man allzu schnell davon eingelullt wird. Doch hört man genauer hin so fallen einem diese Widersprüche durchaus auf, die zunächst nur anfänglich kurz geäußert werden um gleich direkt mit den Vorzügen der bunten Shoppingwelt abzulenken. Im Mittelteil nehmen die Widersprüche jedoch zu und die Argumente für diese Shoppingwelt gehen da fast unter. Wirken auch nicht mehr ganz so selbstsicher. Gegen Ende hin legt sich das jedoch.

Inhaltlich ist der Song alles andere als eine reine Konsumpropaganda. Er ist jedoch auch keine klare Kritik am modernen Konsumverhalten. Dafür geht der Song nicht weit genug und verpasst gegen Ende nochmal eine nachdrückliche Botschaft zu senden die an einem hängenbleibt. So bleibt immer noch ein süß klingender Miku Song, der inhaltlich zweigleisig fährt und zwischen Selbstkritik am eigenen Konsumverhalten und der Lobpreisung für Konsum als Lösung die Lücke im Herzen zu füllen schwankt.


Choreographie & Cinematographie

Auffällig ist bei Mikus Tanzchoreographie das sie recht offen ausgearbeitet ist. Charakteristisch sind dabei ihre weiten Armbewegungen. Diese verlaufen geradezu fließend und sind zentral für Steuerung und Bedienung der virtuellen Shoppingwelt die ihr aktives Handeln darstellen. Ebenfalls gehören langsame Umdrehungen zur Choreographie mit dazu. Damit macht Miku sich immer wieder ein Bild von ihrer Umgebung. Dabei dreht sich die Kamera teilweise ebenso mit, sodass der Zuschauer genauso rundum sehen kann was auch Miku so zu sehen bekommt.

Auch sonst zeigt sich die Choreographie Gestenreich und bildet mit dem Songtext eine Einheit. So bewegt Miku ihren Zeigefinger hin und her, was ihre Verneinung unterstützt das es beim Einkauf nicht rein um das materielle geht um unmittelbar danach doch die Hand vorm Mund zu halten als hätte man sie bei irgendwas ertappt oder sie dreht sich im Kreis wenn sie darüber singt das man sich in einem positiven Zyklus (des Einkaufens) herumdrehen kann.

Nicht vernachlässigen sollte man natürlich ihre Beinarbeit. Diese fällt jedoch eher langsam aus und nimmt erst beim Refrain etwas mehr Tempo an. Der Fokus der Choreographie liegt klar bei ihren Armbewegungen die deutlich umfangreicher sind und auch gegenüber den Beinbewegungen eine Spur schneller sind. Zwischendrin kommen auch noch ausgiebige Hüftbewegungen hinzu, wo sie zum Teil sich auch mit dem Oberkörper weiter nach vorne neigt. Auch da liegt der Fokus mehr auf ihre Armbewegungen und Gestiken. In dem Fall hält sie sich mit der linken Hand an der Hüfte fest während sie ihre rechte Hand etwas neben ihrem Gesicht hält und so eine Geste vollführt die mit dem Zurufen einer weiter entfernt stehenden Person vergleichbar ist und wo man dabei auch unbewusst die Hände zu einem Sprachrohr formt. In Verbindung mit Mikus überaus sanften und niedlichem Gesang kann man das durchaus als Einladung in die virtuelle Shoppingwelt interpretieren.

Die Kameraarbeit nimmt sich in diesem Musikvideo kaum zurück. Im Gegenteil. Hier wird mit weiten Aufnahmen, wo die Shoppingwelt mit ihrer futuristischen Stadt so richtig zur Geltung kommt und Kamerafahrten nicht gegeizt wobei auch hier darauf Wert gelegt wurde das diese nicht allzu mechanisch wirken. Es wird hierbei auch nicht allzu ausufernd, sodass die Augen der Zuschauer nicht allzu überbeansprucht werden. So weiß man stets wo man sich gerade befindet und auch in was für einer Welt. Die Orientierung geht einem nicht verloren wenn Miku etwa mal ihren Standort in der Stadt wechselt.


Die Kamerafahrten und -einstellungen lassen Mikus Tanzchoreographie zusätzlich gut zur Geltung kommen.

Das liegt daran das die Kamera trotz allem stets auf Miku gerichtet ist, die natürlich der Star dieses Musikvideos ist. Hier wird das sogenannte Center Framing erfolgreich und konsequent durchgezogen. Das bedeutet das hier der wesentliche Bildausschnitt immer um die Mitte des Bildes angeordnet wird. So muss das Auge nicht ständig nach einem neuen Fixpunkt suchen an dem es sich neu orientieren muss. Auch wenn die futuristische Stadt, auf die ich später nochmal genauer eingehen werde, durchaus schön anzusehen ist vergisst Mitchie M nicht das der wesentliche Kern des Musikvideos natürlich Hatsune Miku ist auf die man sich in erster Linie fokussiert.
Insgesamt ist die Choreographie sehr einladend und es macht durchaus Spaß dieser zuzusehen. Miku strahlt mit ihren offenen Bewegungen Sympathie, Unschuld und Liebenswürdigkeit aus, was ganz gut zu ihr passt. Die Kamera unterstützt das ganze zusätzlich noch.


Animation & Optik

Um direkt zum offensichtlichem zu kommen. So natürlich wie Mikus Stimme in „Mai Mai Mai“ klingt so natürlich wirken auch ihre Tanzbewegungen. Schon an diesem Punkt wird die Hohe Qualitätsarbeit von Mitchie M deutlich. Über weite Strecken tanzt und rekelt sich Miku wie eine richtige Frau. Das macht auch den Reiz dieses Musikvideos aus. Natürlich ist da nicht alles perfekt. So wirkt Miku ganz am Anfang des Musikvideos als sie durch die dunkle Straße spaziert eher plastisch und steif. Auch ihre Frisur macht da nicht unbedingt einen natürlichen Eindruck. In diesem kleinen Abschnitt wurde sich etwas weniger Mühe gegeben. Zudem wirkt die Animation an einer Stelle überladen und kommt so an ihre Grenzen. Das alles schadet dem Gesamteindruck der Animation jedoch kaum.


Außerhalb der bunten Shoppingwelt wirken die Animationen nicht ganz so gut ausgearbeitet und Miku bleibt eher steif.

Vor allem im Vergleich zu vielen anderen Miku Musikvideos, wo gar nicht erst versucht wird sie in irgendeiner Form natürlich darzustellen wirkt Miku in „Mai Mai Mai“ geradezu menschlich und nahbar. Ihre Bewegungen sind fließend, ohne „mechanisch“ auszusehen und Kleidung und Accessoires bewegen und wippen sich mit ihr und wirken nicht wie draufgeklebt oder anmontiert.

Nicht nur Miku selbst wurde hervorragend animiert. Auch die Umwelt besticht mit vielen Details. Nichts bleibt statisch. Alles bleibt in Bewegung. Seien es die Flugautos im Hintergrund, die Drohnen die die Waren ausliefern, die Werbebotschaften die virtuell an den Gebäuden laufen, die Laternen die im Hintergrund schweben und leuchten und noch einiges mehr. So fühlt sich auch die futuristische Stadt überaus lebendig an und das obwohl Miku das einzige „menschliche“ Wesen ist was man da zu sehen bekommt.


Die Animationsarbeit besticht durch viel Liebe zum Detail. So fühlt sich auch die Umwelt lebendig an.

Etwas Abwechslung gibt es als nach Mikus Fahrt mit dem Flugauto, wo sie gerade dabei ist ihre Zahlung abzuwickeln, plötzlich zu einem 2D Videospiel-Retrolook gewechselt wird. Auch das hat man mit viel Liebe zum Detail sehr schön animiert und holt damit auch die etwas älteren Fans ab. Abgerundet wird das Spektakel noch mit einem kleinen Feuerwerk bei Nacht, während Miku in der durch die bunten Reklametafeln hell erleuchteten Stadt tanzt. Es handelt sich dabei um digital erzeugte Feuerwerkseffekte, die ihre Wirkung nicht verfehlen und eine wahre Augenweide sind.


Trotz des Stilbruchs fügt sich auch die Videoretrospiel Passage ganz gut in das Gesamtbild des futuristisch geprägten Musikvideos ein.

Optisch präsentiert sich die Welt in knallbunten Bonbonfarben. So erscheint einem diese Shoppingwelt wie eine moderne Traumwelt, fast schon ein futuristisches Disneyland. Dabei ist die Welt hell erleuchtet und auch ein gewisser Blureffekt kommt zum Einsatz, was dieses Traumgefühl leicht verstärkt. Stellenweise übertreibt man es jedoch mit dem Blureffekt was dazu führt das man davon ein wenig erschlagen wird. Hier wäre weniger mehr gewesen. Die helle bonbonfarbene Shoppingwelt stellt sogleich auch einen starken Kontrast zu der dunkleren und nüchternen realen Welt dar in der man Miku zu Anfang und zu Ende kurz im Musikvideo sieht. Wie gesagt sind diese kurzen Passagen leider nicht ganz so gut ausgearbeitet wie der eigentliche Hauptteil. Da ließ die Sorgfalt etwas zu wünschen übrig, aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Im Großen und Ganzen hat man es hier mit einem der mit Abstand hochwertigsten Animationen zu tun im Bereich der Vocaloid Musikvideos. Mitchie M und sein Team haben hier herausragende Arbeit geleistet und haben großen Wert darauf gelegt das nicht nur Hatsune Miku selbst, sondern auch die Welt um sie herum so lebendig wie möglich erscheint trotz dem Ausbleiben weiterer Protagonisten. Da hatte ich schon andere Vocaloid Musikvideos gesehen, die trotz mehrerer Backgroundtänzer/-innen bei weitem nicht so menschlich und natürlich aussahen wie „Mai Mai Mai“ und das ist schon eine Leistung die sich sehen lassen kann trotz kleinerer Schwachstellen.


Das Feuerwerk am Ende ist eine wahre Augenweide und kann sich sehen lassen.


Fazit

„Mai Mai Mai“ ist auf dem ersten Blick ein kunterbuntes Spektakel mit einer niedlichen Hatsune Miku die einen unschuldig klingenden süßen Song singt. Eventuell kann einem das knallbunte und besonders heiter wirkende Musikvideo einem zu viel werden so das man sich schnell davon abwendet. Mich persönlich konnte dieses Musikvideo schnell von sich überzeugen. Natürlich zu Anfang wegen der beeindruckenden Optik, aber die eigentlichen Qualitäten und Stärken dieses Musikvideos werden da recht schnell deutlich. Zum einen die herausragende Arbeit bei der Animation, wo für Vocaloid-Verhältnisse untypisch sehr auf ein natürliches Feeling geachtet wurde. Gleiches auch bei Mikus Gesangsstimme die so abgemischt wurde das jeglicher Anflug von mechanischem Synthesizer weitestgehend verschwindet und man so tatsächlich meinen könnte das der Song von einer echten Sängerin in der Form komplett gesungen wurde.

Was mich auch noch überrascht und den besonderen Reiz dieses Musikvideos ausmacht ist, dass bei genauerer Betrachtung mehr dahinter steckt als es den Anschein erweckt. Oberflächliche und hohle Songs mit ihren Musikvideos gibt es wie Sand am Meer. Die erregen schon mal recht schnell die Aufmerksamkeit. Es dauert jedoch nicht lange bis man diesen schnell überdrüssig wird, weil mit der Zeit einem das ganze einfach nur noch langweilt und man es schließlich gar nicht mehr hören und sehen will.
Bei „Mai Mai Mai“ ist es anders. Mit jedem Male fallen einem immer weitere Details auf, die bei einem für einen gewissen Aha-Effekt sorgen können.

So klingt etwa der Song an sich beim ersten mal wie eine heitere, aber oberflächliche Lobeshymne auf die Freuden des modernen Konsums. Hört man da genauer hin so fallen einem schon bald die ersten Widersprüche auf die darin ausgedrückt werden und zumindest ausreichen da kurz inne zu halten und darüber ein wenig zu reflektieren. Dies sorgte bei mir dafür das ich das Musikvideo nun mehr aus einem melancholischeren Blickwinkel aus betrachte. Etwa wenn Hatsune Miku scheinbar ganz unbedarft mit ihrer niedlichen Stimme die innere Leere in ihrem Herzen ausdrückt, die sie allseits versucht in dem futuristischen Shoppingparadies zu füllen mit all ihren technischen Gimmicks und Annehmlichkeiten.

Dabei harmonieren ihre Tanzbewegungen stets zu ihrem Gesang und Text und bilden so eine stimmige Einheit. Die Kamera lässt auch stets das wesentliche nicht außer Acht und unterstützt mit den passenden Kamerafahrten und -schwenks die emotionale Achterbahnfahrt durch die Shoppingwelt.

Es lohnt sich durchaus einen Blick in „Mai Mai Mai“ zu werfen und sicherlich hat dieses Musikvideo weitaus mehr Anerkennung verdient als aktuell der Fall ist. Mir selber wurde auch trotz mehrmaligem Guckens nie langweilig. Denn dafür ist dieses Musikvideo eine zu große Augenweide und auch der Song selbst offenbart einem mehr als es der Anschein erweckt. So was finde ich immer ganz angenehm.
Von meiner Seite daher eine klare Empfehlung und es schadet nicht sich das Ganze mindestens einmal komplett angeschaut zu haben. Für Miku Fans sowieso ein muss.


PS: Ich habe in meiner Rezension darauf verzichtet genauer auf die Musik und den Gesang einzugehen da mir die fachliche Expertise dazu fehlt um eine vernünftige Analyse dazu abgeben zu können, die nicht aus mehr besteht als nur oberflächlichem Blabla. Dennoch habe ich diesen Punkt mit sehr gut bewertet, weil da Melodie und Rhythmus zum einen eingängig sind und dabei nicht allzu eintönig klingen auf Dauer. Zudem hält sie sich auch angenehm im Hintergrund zurück, was hier genau richtig ist, da sie sonst den Gesang überdröhnt hätte. Was Mikus Gesang an sich betrifft so hab ich in der Rezension schon an verschiedenen Stellen angemerkt wie sehr mir der überaus gut abgemischte und natürliche Klang dieser mir sehr zusagt und auch überaus gelungen ist.
Post was last edited on 19.01.2021 um 19:13.
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Kizumonogatari

Avatar: Nova Lunaris#8
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»Wäre der Mensch an der Spitze, bliebe doch so vieles ohne Beudeutung.«
- Tsubasa Hanekawa -

Sorglos geht ihr euren Weg, plötzlich ertönt ein schwaches Hauchen: »Hilf mir!«
Nichtsahnend folgt ihr der Stimme und findet in einem menschenleeren U-Bahnhof, die verstümmelte Leiche einer Frau vor. Überall ist Blut. Überraschend öffnete der Leichnam ihre anziehenden kalten Augen. »Gib mir dein Blut!« Sie bittet nicht, sie verlangt. Was würdet ihr tun? Würdet ihr weglaufen? Würdet ihr Hilfe holen? Oder würdet ihr vielleicht sogar geben, was sie einfordert?

In dieser Situation findet sich der Oberschüler Koyomi Araragi wieder. Nachdem er zuvor mit der neuen Bekanntschaft Tsubasa Hanekawa über Vampirgerüchte geredet hat. Wie heißt es so schön, wenn man vom Teufel spricht. Völlig überfordert rennt der Junge davon, entschließt sich dann aber, der Vampirin zu helfen. Nichtsahnend welche Konsequenzen, diese Entscheidung mit sich bringen wird. Denn damit macht er sich jene Vampirjäger zu Feinden, die die Frau verstümmelt haben. Um die verlorenen Körperteile zurückzuholen beginnt der Junge einen wahnsinnigen Feldzug.
Obwohl die Story anfangs recht linear verläuft, weiß sie vor allem durch gehaltvolle Dialoge und actionreiche Kämpfe zu überzeugen. Im dritten Film vollführt die Handlung eine interessante Wendung, die in einem wahrlich tragischen Finale mündet.
Die Charaktere dieser Filmreihe sind durchweg ansprechend und werten das ganze Werk deutlich auf. Da haben wir den einzelgängerischen Koyomi mit perversen Tendenzen, dessen gutes Herz ihn dazu bewegt hat die Vampirin, trotz aller Zweifel, zu retten. Er ist immer auf seine, wie er es nennt, menschliche Stabilität bedacht und hat deshalb keine Freunde. Bis er auf die offenherzige Tsubasa trifft, deren auffälligstes Merkmal wohl ihre üppige Oberweite ist. Zum Glück ist ihr Intellekt mindestens genauso groß wie ihr Busen und so schafft sie es spielend, Koyomi verbal in die Enge zu treiben. Ihre Intelligenz verbirgt sie hinter der niedlichen Naivität eines jungen Mädchens und ist deshalb schwer einzuschätzen. Dann haben wir noch den mysteriösen Meme Oshino, dessen Coolness in einer ganz anderen Liga spielt. Es gibt nur wenige Männer, die ein Hawaii-Hemd so stilecht tragen können, wie Jürgen von der Lippe. Er ist auf die Balance zwischen den Parteien bedacht. Deswegen hilft er Koyomi auch nicht umsonst, da dies seiner Meinung nach das Gleichgewicht stören würde. Selbst wenn er mal einen Rat gibt, versteckt er die Wahrheit hinter nebulösen Worten. Wie immer wird der interessanteste Charakter zuletzt genannt. Die stolze Vampirin, die auf den Namen Kiss-Shot Acerola-Orion Heart-under-Blade (alle Silben dieses Names sind verdient) hört. Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die ihre Überlegenheit mit jeder Faser ihrer fünfhundertjährigen Existenz ausstrahlt. Ein Blick so stark und kalt, dass er einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Eine Gestalt so schön, dass man die Augen nicht von ihr wenden kann. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine einsame Frau, die des Lebens müde geworden ist. Die drei vermeintlichen Antagonisten, das wären der ernste Dramaturgy, der selbstverliebte Episode und der religiöse Guillotine Cutter, sind dagegen recht farblos geraten, dass aufgrund der Tatsache, dass sie nur für die Actionszenen genutzt werden, zu verkraften ist.
Neben der reizenden Kiss-Shot (ja ich gebe es zu, ich habe eine Schwäche für taffe Frauen), wissen auch die Animationen zu überzeugen. An den Zeichnungen gibt es nichts zu meckern. Sie sind sehr detailverliebt und eher erwachsen gehalten. Selten habe ich so viele Eindrücke aus unterschiedlichen Medien so harmonierend gesehen, wie in dieser Filmreihe. Darunter wären zum Beispiel comichafte Einspielungen á la »Looney Tunes«, Textblenden in Französisch, Verwendung echter Hintergründe oder das, aus alten Horrorfilmen bekannte, Evil Laughter. Die Kampfszenen sind vor allem auf Dynamik getrimmt und machen richtig Laune. Besonders dann, wenn gefühlt die halbe Stadt in die Brüche geht, weil beispielsweise Koyomi mit halsbrecherischer Geschwindigkeit spielend die Schallmauer durchbricht. So übertrieben die Kampfszene jetzt auch klingen mögen, so empfand ich es als erfrischend bodenständig, dass der Jungvampir zwar übermenschliche Fähigkeiten besitzt, aber zunächst ziemlich erbärmlich gegenüber den erfahrenen Vampirjägern abschneidet. Nicht nur einmal sucht er schreiend sein Heil in der Flucht. Zugegebenermaßen ist der Splatter und Goreanteil in diesem Werk hoch. Des Öfteren dürfen wir beobachten, wie Koyomi so einige Körperteile abgetrennt werden und sich dann regenerieren. Der blutige Höhepunkt wird erreicht, als der Junge gegen die Vampirgöttin antritt. Es gleitet regelrecht ins Groteske ab, wenn wir bezeugen dürfen, wie ein Dutzend lachender Köpfe der Vampirin über den Boden rollen. Oder als Koyomi zunächst der Kopf eines Babys nachwächst, bevor er wieder die normale Größe hat. Farblich zeichnet sich der Anime vor allem durch ein Rotstich aus, der jedoch passend ist und den Figuren einen gewissen Reiz verleiht. Je nach Situation und Gefühlslage geht man dann über ins Gräuliche. Natürlich gibt es auch negative Punkte. Die zum Glück wenigen Ecchiszenen sind einfach überflüssig und beißen sich mit der ernsten Story. Zugegebenermaßen kam es dadurch zu einer der lustigsten Szene meiner Animegeschichte.
Genau dann als Koyomi von Tsubasa verlangt, ihr Höschen zu zeigen, um sie abzuschrecken. Allerdings hat der Junge nicht damit gerechnet, dass die resolute Dame, dass wirklich macht. In dem Moment, in dem sich der Rock hebt, wird der Zuschauer in den Weltraum versetzt und darf in Begleitung von euphorischer Musik beobachten, wie die Sonne die Erde langsam erhellt. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen, das ändert aber nichts daran, das es unpassend war. Mal ganz abgesehen davon, dass ich diesen Fetisch nicht teile.
Neben der reizenden Kiss-Shot (um meiner Vorliebe treu zu bleiben), ist auch die musikalische Untermalung nicht von schlechten Eltern. Ähnlich wie bei den Animationen, war man hier ebenfalls experimentierfreudig. Immer wieder wechselt die Stilrichtung von traditioneller japanischer Musik, zu jazzigen Stücken bis hin zu elektronischen Tönen, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. So besitzt man auch den Schneid, eine brutale Kampfszene mit einem fröhlichen Da-ba-da-ba-badab (»Bullying A Villain«) zu beginnen. Erstaunlicherweise gab das dem Kampf, eine ganz eigene Note und ließ mich schmunzeln. Besonders hervorheben möchte ich, den ruhigen Endingsong »Étoile et toi«. Er greift mit seinem melancholischen Grundton, spielend die Atmosphäre von »Kizumonogatari« auf. Übrigens ist die deutsche Lokalisierung verdammt gut. Man hat hier, die perfekten Stimmen für die Charaktere gefunden.

Fazit
Abgesehen von dem nervigen Ecchiszenen, hat man mit »Kizumonogatari« ein wahres Kunstwerk vor sich. Was hier an künstlerischen Impressionen geboten wird, muss erst mal jemand nachmachen. Selbst wenn die tragische Geschichte um die unsterbliche Kiss-Shot einem nicht so zu sagt, bleibt immer noch ein ansprechendes Actionspektakel übrig. Zugegebenermaßen ist das Werk ziemlich dialoglastig, aber im Vergleich zu den nachfolgenden Staffeln, sind die Gespräche leicht verständlich und auch mit wenig Aufmerksamkeit zu verstehen.
Abraten würde ich allerdings, wenn man einen schwachen Magen hat. Denn was hier an Brutalität geboten wird, ist nicht ohne.
Post was last edited on 19.01.2021 um 04:18.
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Stand up! Blaze up!

Avatar: Nova Lunaris#9
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Von epischen Paukenschlägen begleitet, sehen wir eine mit schwarzen Wolken behangene Küste, die sich aus Nullen und Einsen zusammensetzt. Man beginnt sich zu fragen, wo die Reise hingehen wird, bis wir die Heldin auf einer futuristisch anmutenden Seebrücke erblicken.
»Stand Up! Blaze Up!«
Ein elektronisches Neonfeuerwerk brennt sich gnadenlos in die Augen.

Im Grunde folgen wir in diesem Video nur unserer singenden Protagonistin durch eine mit Neonröhren überflutete Zukunftsstadt. Die Blondine, vom Schlag wilde Schönheit, zumindest schließt man das aus ihrer auffälligen Kleidung, die aus Hotpants, einem bauchfreien Top mit der neongrünleuchtenden Aufschrift »Stand Up! Blaze Up!« und einer Strickjacke mit Neonsaum besteht, gibt alles, um möglichst effektvoll durch die Gassen zu tanzen. Dabei versucht sie ihr bestes, uns zu motivieren den Arsch hochzukriegen.
Begleitet wird die CGI animierte Sängerin von Lasershows, in der Luft schwebenden Neonfischen und blinkenden Schriftzügen. Dabei alles so bunt und grell, dass man sich in einen psychedelischen Traum versetzt fühlt. Dank des CGI, sind die Tanzbewegungen sowie die Mund-Gesangs-Synchronität der Blondine, stets flüssig und passend zum Rhythmus.
Anfangs wird der Zuschauer mit epischen Melodien irregeführt, man erwartet eine Schlacht oder zumindest ein handfestes Gemenge. Nichts da, stattdessen ballert uns eingängigen Elektrosound und einen etwas zu mager geratenen Bass um die Ohren. Gesanglich und musikalisch wird leider nur austauschbare Durchschnittskost geboten. Ich persönlich, hätte mir mehr Charakter gewünscht, besonders was die stimmlichen Nuancen angeht.

Fazit
Dieses Musikvideo ist eher Mittelmaß und kann nur durch seine bunte Optik, ein paar Pluspunkte generieren. Fans von elektronischer Musik kommen auf ihre Kosten, ansonsten würde ich tendenziell vom Schauen abraten.
Ein kleiner Tipp, wenn ihr könnt, dreht den Bass richtig hoch, dann macht »Stand Up! Blaze Up!« gleich doppelt so viel Spaß.
Post was last edited on 19.01.2021 um 08:01.
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Mushoku Tensei: Isekai Ittara Honki Dasu

Avatar: Nee-co#10
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Mushoku Tensei hat mich wirklich überrascht. Ich dachte es wäre ein 0815 Isekai Anime, den ich mir im endeffekt nur ansehe, weil ich den Rest des Genres schon gesehen habe. Wie sich nach nur (in den bis jetzt erschinenden) 2 Folgen herausstellen sollte, ist Mushoku Tensei aber ein Anime mit weitaus mehr als der Durchschnitt.

Optik/Musik
Zu meinem Überraschen war der Animationsstile des Animes echt gut. Ich habe lange keinen Isekai Anime mehr gesehen, wo ich mich nicht über Standbilder oder ähnliches Beklagen konnte. Ich muss aber erwähnen, dass der Animationsstile zwar gut ist, aber kein Makelloses Meisterwerk. Mit gut/überdurschnittlich ist der Anime meiner Meinung nach gut bewertet. Die Musik war allerdings meines Empfindens nur Durschnitt. Eben einfach nix Besonderes.

Handelung
Auf die Handelung einzugehen ist schwer, weil erst 2 Folgen erschinen sind, aber ich kann die Weise mit der die Hintergrundgeschichte erzählt wurde nur loben. Genauso fabelhaft ist, wie die Charackterentwickelung sich aus dem vorherigen Punkt ergibt. Sogar die Szenen wo die Eltern Sex hatten war keineswegs für Fanservice da. Aus diesen 3 Szenen in den es eine deutlich Andeutung auf das vollziehen des Aktes gab, gingen entweder Witze oder eine Verdeutlichung der Alters der Magielehrerin hervor. Sogar in der selben Szenen wir auch gleich noch etwas für den Charackter des Protagonisten getan. Aus dem jetzigen Stand kann ich ableiten/denke ich, dass der Protagonist zwar Stark ist, aber auf keinen Fall OP, was genau wie in How to not to Summon a Demon Lord endlich mal Abwechselung bietet.

Charaktere
Bei diesem Punkt muss ich loben, dass keine "Sinnlosen" Charaktere eingebracht werden. Mann erfährt schon in den ersten 2 Folgen nicht nur viel über den wunderbar aufgebauten Charaktere des Protagonisten, sonder es werden sogar Erklärungen (aufgrund der Hintergrundgeschichte der Eltern) dafür gebracht, warum Rudeus (Protagonist) ein Magielehrer bekommt.

Fazit
Bis jetzt hat mich der Anime wirklich gefesselt und ich bin nicht nur von der Comedie, sondern auch von jedem anderem Aspekt des Animes angetan. Ich würde den Anime mit glatten 4 Sternen bewerten und er mach auch Lust auf mehr. Würde ich den Anime empfehlen? Auf jeden fall. Nicht nur für Isekaifans, sonder auch für den durschnittlichen Weeb etwas um nicht nur die Zeit tot zu schlagen, sondern sie zu genießen.
Viel Spaß damit
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Girls und Panzer: Saishuushou

Avatar: Ich&Anime#11
Girls und Panzer: das Finale soll, eigentlich, eine 6 teilige Filmreihe werden. Da es allerdings keine Einträge zu einzelnen Filmen gibt, ich diesen hier bewerten möchte und es bisher auch nur den ersten Teil gibt, werde ich hier zu jedem dieser teile eine Review machen und ggf. diese später Updaten.

Generell:

Handlung:
In Girls und Panzer: das Finale tritt die Schule der Protagonisten in einem neuen Turnier an. Zu Beginn wollen sie dies einfach, weil sie es wollen, als sich dann aber herausstellt, dass Momo, ein Mitglied des Schülerrats, wahrscheinlich sitzen bleibt, haben sie eine weitere Motivation: Denn erfolgreiche Senshadō Kommandantinnen werden gerne von Universitäten aufgenommen...
Natürlich gibt es auch die ein bisschen zu enthusiastischen Panzergefechte. Generell ist diese Story zwar ein bisschen merkwürdig bzw. mag auf einem außenstehenden so wirken, allerdings passt dies perfekt zum Charakter des Anime, der ihn eine so große Fan Gemeinschaft aufbaute.

Film I:

Aussehen/Sound:
Girls und Panzer ist, vom Artstyle her, ein bisschen in der Zeit hängen geblieben. Immer mehr Anime werden Bunt, fröhlich, Girls und Panzer aber nicht. Aber nicht nur die Farbwahl lässt den Anime alt aussehen, was allerdings nicht wirklich ein Problem ist. Der Anime hält an seinem Style fest, mag auf dem ersten Blick nicht ganz so schön ausschauen, aber die Panzergefechte sind perfekt dargestellt. Soundtechnisch kann ich den Anime auch nur loben, neben altbekannten Themes und einigen lustigen Neuzugängen glänzt auch allgemein der Sound, alleine das die Panzer sich nach ihrem Panzertyp und nicht alle gleich anhören macht den Anime echt immersiv.

Handlung
Hier wird die Story, also wie oben in Generell beschrieben, eingeleitet und das erste Panzergefecht beginnt. Die Storywriter sind echt talentiert darin, neue Gegner mit eigenen Kampfweisen zu erschaffen. Leicht kritisch hierbei sehe ich, dass die neue Schule nicht an eine Partei des 2. WK angelehnt ist, zumindest konnte ich darin keine erkennen. Da Girls und Panzer von solchen Anspielungen lebt, habe ich das doch ziemlich vermisst.
Edit: Ich hatte die Vermutung, dass es die Franzosen sein sollen, wegen dem ganzen "Arm gegen Reich" auf Bezug zur Französischen Revolution, war mir aber verdammt unsicher, da es (meines Wissens nach) solche Klassenkämpfe nicht während des 2. WK gab. Und auch ihr Kampfstyle ergibt dann eigentlich keinen Sinn... aber ich hab nachgeschaut, es sind wirklich die Franzosen. Hätte einem auch klar sein können, wenn man mehr auf Details achtet... die haben auf ihrem Schiff immerhin den Louvre.
Merkwürdig fand ich auch das auftauchen des MK. 4, da es bisher eigentlich um den 2. WK geht und er eigentlich auch absolut keine Chance gegen alles und jeden haben sollte. Girls und Panzer ist zwar nicht wirklich dafür bekannt, dass ihre Panzerschlachten ultra Realistisch sind, allerdings war dieser Panzer so abstrus, dass es mich doch leicht gestört hat.
Schade ist auch, dass sehr wenig von den Training und dem Prozess des Panzer Findens und Reparierens im Film vorhanden ist. Zumindest in der Serie gab es noch ein paar solcher Folgen, die auch gut dafür waren, die einzelnen Charaktere kennenzulernen.
Ebenfalls kritisch sehe ich das Ende, der Film endet mitten im Kampf.

Charaktere:
Von mir aus könnten die Charaktere auch mit Robotern ersetzt werden, zumindest größenteils. Die meisten würden sich besser als Baum im Hintergrund machen. Allgemein sind alle Charaktere sehr stereotypisch, haben also nur eine Charaktereigenschaft, wobei manche von ihnen sehr Charismatisch sind und es einfach Spaß macht, ihnen zu zu sehen.
Ansonsten könnte ich wohl noch kritisieren, dass die neuen Charaktere nicht wirklich viele Minuten zur Einführung bekamen, wodurch ich keine Ahnung habe, wer wer ist. Aber ganz ehrlich, mich interessieren sie auch nicht wirklich.

Fazit:
Das ganze hört sich jetzt sehr negativ an und jemanden, der Girls und Panzer nie gesehen hat, mag das jetzt überraschen, aber: der Film ist Mega. Es ist Girls und Panzer. Der Anime braucht keine deepe Story, keine guten Charaktere. Er braucht Panzer und die Atmosphäre, die nur Girls und Panzer ausstrahlt. Mein einziges, wirkliches Problem, war das Ende, also dass der Film mitten im Kampf an der spannendsten Stelle endet.
Post was last edited on 18.01.2021 um 16:54.
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Isekai Maou to Shoukan Shoujo no Dorei Majutsu

Avatar: CipherDood#12
How Not to Summon a Demon Lord wird in der kommenden Saison eine Fortsetzung bekommen. Dies war für mich Grund genug ihn mir zu Gemüte zu führen. Ich war sogar erstaunt, dass es hier noch keine Rezension gab. Schlecht oder nur Durchschnitt für seinen Bereich (Fantasie, Isekai, Ecchi, Harem, Comedy) empfand ich ihn nicht. Er hat ein paar kleine Fehler aber im großen und ganzen kann man ihn Fans dieses Bereichs sicher empfehlen daher einmal einen genaueren Blick auf das Werk.

Handlung:

Two Girls, one Demonlord

Wer kennt es nicht. Nach einer langen Nacht am Rechner bei deinem Lieblings MMO schläfst du ein. Beim Erwachen wirst du von zwei Schönheiten Wach geküsst. Was das kennt ihr nicht? Dann geht es euch wie unserem Helden Takuma Sakamoto.
Plötzlich in die Welt versetzt in der er sonst immer am PC seine Zeit verbringt und im Körper seines Alter Ego Diablo steht er vor Rem und Shera, welche ihn beschworen haben um ein mächtiges Sklaven-Monster zu erhalten.
Jedoch scheitert die Versklavung an Takumas Ring der Reflexion und die beiden Damen enden als die Sklaven.
Takuma aufgrund seiner vielen Zeit ausschließlich am Rechner ohne andere soziale Kontakte, weis sich nicht anders auszudrücken als die Rolle seines Alter Ego den Dämonenlord Diablo zu geben.
Gemeinsam beschließt die Gruppe vorerst in die Stadt zurück zu kehren um eine Möglichkeit zu finden die Versklavung aufzuheben.

Gruppe auf dem Weg

Es kann nur einen Dämonenfürsten geben

Im Gasthaus angekommen treffen sie auf Celestine, die Leiterin der Magiergilde. Diese ist besorgt wegen Rem und sie erklären ihr die ganze Situation. Celestine verspricht ihnen zu helfen einen Weg zu finden die Versklavung zu brechen. Takuma ist jedoch irritiert, wieso ein solch hohes Tier sich um die Belange einer kleinen Abenteurerin bemüht. Als Rem darauf angesprochen mauert klingelt Takumas sechster Gamer Sinn. Sie muss irgendein Geheimnis verstecken, dass sonst in Spielen absolut entscheidend für die Endquest ist. Daraufhin schnappt er sie sich und bringt sie rauf aufs Zimmer um sie zu "foltern".
Jedoch oben angekommen fällt ihm auf, dass er etwas voreilig war. Wie foltern ohne sie zu verletzen? Da kam ihm eine Idee. Warum das Katzenmädchen nicht wie die streunende Katze behandeln die er einst aufgelesen hatte. Er beginnt sie an ihren Ohren zu streicheln was Rem in Erregung versetzt. Ganz hingerissen von der Situation und nur an die streunende Katze denkend macht Takuma immer weiter was die Arme Rem immer mehr in Ekstase treibt.
Sie fragt ganz hingerissen von der Situation ob er sie denn akzeptieren würde? Und Takuma verspricht ihr immer an Ihrer Seite zu bleiben und sie zu beschützen.
Sie gesteht ihm daraufhin, dass in ihr, wie schon in Ihrer Mutter, die Dämonenfürstin Krebskulm versiegelt wurde. Takuma verspricht ihr zu helfen und eine Möglichkeit zu finden Krebskulm für immer loszuwerden.
Dies soll aber nicht das einzige Problem bleiben, auch Shera versteckt ein Geheimnis vor der Gruppe. Und so beginnt das Abenteuer von Takuma als Diablo in der Welt von Cross Reverie.

Was für eine Nacht

Charakter:

Hauptsächlich trägt Takuma aka Diablo die Geschichte. Diablo, welche eigentlich seine Spielfigur ist, ist ein extrem starker High Level Magier. Dies befähigt ihn viele Gefahren mühelos zu meistern. Jedoch ist seine Kraft nicht unendlich. Wie in vielen RPG muss er auch sein Geschick und Wissen um die Welt und ihre Regeln nutzen, denn sind seine MP auf 0 ist der Spaß zu ende. Seine schrullige Art und seine begrenzten sozialen Fähigkeiten sorgen immer wieder für Lacher. Dabei ist er stets bemüht nach außen den knallharten Dämonenfürsten zu geben und seine Begleiterinnen nie an seinen Kräften zweifeln zu lassen.
Seine Begleiterinnen Rem und Shera bringen ihn dabei immer wieder in Schwierigkeiten aus denen er sie retten muss. Dabei wissen die beiden mit ihrer liebenswürdigen und freundlichen Art den Zuschauer und Takuma von der Richtigkeit seines Eifers zu überzeugen.

Fazit:

How Not to Summon a Demon Lord erfindet das Rad sicher nicht neu. Weis jedoch in seinem Bereich sich gut zu präsentieren. Die Geschichte ist recht interessant und weis den Zuschauer zu unterhalten. Dabei gibt es auch eine gute Mischung aus Action und Ecchi Momenten. Ein Problem sehe ich gegen Ende der Serie. Hier springt ein wenig sehr oft die Stimmung von einem extrem zum nächsten. In einer Minute von Kekse und Kakao zu extremer Folter und Mord ist schon sehr Sprunghaft. Vermutlich wollte man ein bestimmtes Ziel erreichen aber einige Szenen aus der Vorlage unbedingt beibehalten und musste deswegen im Rahmen der 12 Episoden dann ein wenig springen. Dennoch schafft es der Anime eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen mit einem Happy End. Ich bin einmal gespannt wie die Abenteuer von Diablo, Rem und Shera weitergehen werden.

Abschied von den Damen
Post was last edited on 18.01.2021 um 18:00.
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Danganronpa 3: The End of Kibougamine Gakuen - Zetsubou-hen

Avatar: TheRealWalker#13
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Despair
HalliHallo zu meiner allerersten Anime-Review!!

Story:

Danganronpa ist nun wirklich ein sehr spezielles Franchise. Noch nie war ein Anime mit so hoher Brutalität so "lustig und locker". Ich spielte das Game Happy Trigger Havoc (Das Spiel welches dem Inhalt aus Staffel 1 gleicht) und muss daher sagen, dass der Anime schwach war. Weder Charaktere noch die Klassengerichte waren gut, da alles schlichtweg gerusht war.

Doch nun widmen wir uns dem Despair Arc, welcher die Geschehnisse vor der ersten Staffel aufzeigt. Das schlimmste Ereignis der Hopes Peak Akademie. Wie jegliche Hoffnung zur Verzweiflung wurde...

Charaktere:

Hauptcharakter dürfte hier eigentlich die gesamte Klasse der Klassenlehrerin Chisa Yukizome (Klasse 74) sein. Diese besteht aus 15 Schülern, die alle eine besondere Begabung haben. (Eigentlich wie in Staffel 1 auch)

Jedoch kann man den Cast mit denen aus der ersten Staffel beim besten Willen nicht vergleichen werden, da alle 15 Schüler einfach nur genial und einzigartig sind. Allein schon durch Nagito Komaeda liegen Welten zwischen den Staffeln. Leider kommt dies in den 11 Folgen nicht wirklich zur Geltung, aber zum Glück hibt es ja das Spiel Super Dangsnronpa 2: Goodbye Despair. In diesem Spiel lernt man alle dieser sympathischen Charaktere kennen. Allgemein sollte man das Spiel vor dieser Anime Staffel geschaut haben. Geht auch ohne, ist aber lang nicht so geil *^*.


Joa was gibt es viel zu den Charakteren zu sagen... Ich liebe alle, auch Hiyoko obwohl ich sie im Spiel verabscheute. Nagito ist mein absoluter Lieblingscharakter aus allen Anime, Ibuki ist mit Abstand meine Favorit Waifu auch wenn ich nicht genau weiß warum und der Rest ist auch einfach besonders. Alle haben eine Daseins Berechtigung und sind relevant auf ihre eigene Art und Weise. Und genau das soll in Dangsnronpa auch so sein.

Musik:

Dazu gibts nicht viel zu sagen. Der Soundtrack ist aus dem Spiel Goodbye Despair bis auf zwei andere Tracks. Sie alle sind einfach geil anzuhören und schaffen es gewisse Emotionen in bestimmten Szenen zum Ausdruck zu bringen.


Das Opening ist sehr langsam aber irgendwie konnte ich es nie skippen, da es auch vorallem zum visuellen perfekt zu den Geschehnissen in dem Anime passte.


Das Ending ist einfach nur perfekt! Einer dieser Endings, die du fassungslos laufen lässt und während du diese Musik hörst du dich fragst "Holy shit was habe ich gerade gesehen..." Die Bilder dazu bringen mich fast zum heulen.


Gesamtfazit:

Die Despair Arc ist das mit Abstand schrecklichste, was ich je anschsute. Noch nie hatte ich so eine Verzweiflung während eines Animes gespürt. Aber damit machte sich die Staffel alle Ehre. Es heißt schließlich auch Despair Arc und das mehr als nur zurecht.

Eine unfassbare Brutalität mit einer von Folge zu Folge immer größeren Hoffnungslosigkeit beschreibt diese 11 Folgen perfekt. Die ersten 5 Folgen sind noch ungefährlich, aber die Zeit sollte deine Psyche nutzen um ein Testament zu schreiben... Allgemein macht in dieser Staffel nicht wirklich viel Sinn vom logischen betrachten her, aber da man aufgrund dieser simplen Logik noch mehr vor dem Bildschirm verzweifelt kann ich es nicht schlecht bewerten.


Fakt ist, dass die Despair Arc jegliche Hoffnung und Freude nimmt und sie aufs übelste vollständig zu zerschmettern. Daraus entsteht ein krankes Halbmeisterwerk meiner Meinung nach...

Nur für starke Nerven geeignet.


Danke fürs lesen. Ich werde selbstverständlich bei meinen nächsten Reviews besser werden und mir noch mehr Mühe geben. Seit ihr zufrieden so oder gibt es Kritikpunkte in meiner Review vom Aufbau oder Inhalt her?




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Inuyashiki

Avatar: Akeem#15
Seien wir mal ehrlich? Das hier ist absoluter Trash.
Die sehr schmale Story ist nicht sehr originell, die Charaktere sind alles andere als komplex und die Nebencharaktere sogar einfach nur flacher als Karton und mit Logik sollte man es hier gar nicht erst versuchen. Die Animationen gehen von okay bis gut, aber sobald CGI eingesetzt wird, blieb mir oft nichts anderes übrig als einfach herzhaft über diese Videospiel-Animationen aus den späten 2000er zu lachen.
Die Serie hat also nicht wirklich viel zu bieten, warum habe ich sie dennoch zu Ende gesehen? Wieso guckt man gerne mal alle Episoden am Stück, obwohl man doch nicht selten sich eher über die Serie lustig macht?
Es ist Trash.
Obwohl Geschichte meh, Charaktere bla und Animationen lächerlich sind, ist die Serie auch gleichzeitig irgendwie sehr unterhaltsam. Alles ist so over-the-top und absurd, dass die Story kaum relevant ist. Es entsteht Spannung. Aber nicht dadurch, dass man über das Schicksal der Charaktere nachdenkt, sondern mehr, was für ein Schwachsinn wohl als nächstes auf den Bildschirm gezaubert wird. Und diese Serie übertrifft sich dahingehend immer und immer und immer wieder.

Die Serie ist also für jeden etwas, der Fan von leichter Unterhaltung ist und eine gewisse Schwäche für Trash hat.
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